Diplomarbeit, 2008
62 Seiten, Note: 1,0
1. Kindersoldaten
1.1 Definitionen
1.1.1 Kind
1.1.2 Kindersoldat
1.2 Weltweiter Überblick
1.3 Ursachen
1.4 Rekrutierung und Alltag
1.5 Zusammenfassung
2. Diagnose Trauma
2.1 Wiedererleben des traumatischen Ereignisses
2.2 Vermeidung traumarelevanter Reize und (emotionaler) Rückzug
2.3 Symptome einer Aktivitätssteigerung
2.4 Zusammenfassung
3. Das Trauma ehemaliger Kindersoldaten
3.1 Alternative Traumatheorien
3.2 Traumatisierende Lebensbedingungen
3.2.1 Mutter-Verlust
3.2.2 Drogen
3.2.3 Kämpfen und Töten
3.2.4 Sexueller Missbrauch und Zwangsheirat
3.3 (Re)Traumatisierende Auswirkungen
3.3.1 Behinderung
3.3.2 Vernachlässigung
3.3.3 Scham und Schuld
3.3.4 Identitätsverlust
3.4 Mit Gewehr
3.5 Zusammenfassung
4. Rehabilitation
4.1 Traditionelle Reinigungszeremonien
4.2 Westliche Therapien
4.3 Zusammenfassung
5. Resümee
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, ein tieferes Verständnis für die komplexe Gefühlswelt und die psychischen Folgen bei ehemaligen Kindersoldaten zu entwickeln. Die Arbeit beleuchtet die prekären Lebensumstände, die zur Rekrutierung führen, analysiert die traumatischen Erfahrungen innerhalb des Militäralltags und diskutiert die Möglichkeiten einer nachhaltigen Rehabilitation.
3.2.1 Mutter-Verlust
„Obwohl sie mir viel Liebe schenkte, konnte ich ihre Liebe nicht erwidern. Ich hatte einfach zu lange ohne Liebe leben müssen.“ (Keitetsi 2002: 152)
Damit ein Kind sich positiv entwickeln kann, eine gute Kindheit und Sozialisation erfährt, sind bestimmte Faktoren von höchster Wichtigkeit. Dazu gehört in erster Linie ein von Vertrauen und Zuneigung geprägtes Verhältnis zu mindestens einer Person, welche natürlicherweise die Mutter sein sollte. Sie bietet Stabilität und kontinuierliche Versorgung mit Lebenswichtigem wie Nahrung, Schutz und Pflege in einem intakten sozialen Umfeld. Dem heranwachsenden Kind hilft sie, das Leben zu erkennen und zu begreifen, seine Grenzen und Möglichkeiten auszutesten, um in der Folge Selbstständigkeit zu erlangen und eine soziale Identität zu entwickeln. (vgl. Helms 2007: 15)
„Die ganze Zeit, während ich kämpfte, war ich nicht bei meiner Mutter. Ich war allein.“ (Maud in Schmid 2001: 80)
1. Kindersoldaten: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Definition des Kindheitsbegriffs und des Kindersoldaten, gibt einen weltweiten Überblick über das Phänomen und analysiert die sozioökonomischen Ursachen der Rekrutierung.
2. Diagnose Trauma: Das Kapitel erläutert den Begriff des Traumas und die diagnostische Kategorie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) als seelische Erkrankung.
3. Das Trauma ehemaliger Kindersoldaten: Hier werden spezifische traumatische Faktoren wie Mutter-Verlust, Drogen, Kampfhandlungen, Missbrauch und Identitätsverlust detailliert untersucht, um das trauma-psychologische Bild der Betroffenen zu schärfen.
4. Rehabilitation: Das Kapitel vergleicht traditionelle, kollektive Reinigungszeremonien mit modernen westlichen Therapieansätzen und diskutiert deren Wirksamkeit sowie die notwendige Integration beider Ansätze.
5. Resümee: Die Autorin zieht Bilanz über die Schwierigkeit, das Trauma der Kindersoldaten rein wissenschaftlich zu fassen, und plädiert für eine differenzierte, präventive und respektvolle Herangehensweise.
Kindersoldaten, Trauma, PTBS, Rekrutierung, Sozialisation, Rehabilitation, Identitätsverlust, Krieg, Kindheit, Reintegration, Psychologie, Afrika, Zwang, Gewalt, Bewältigung
Die Arbeit untersucht das Trauma ehemaliger Kindersoldaten aus einer sozialpädagogischen Perspektive und beleuchtet die nachhaltigen psychischen Konsequenzen ihres Einsatzes.
Zentrale Themen sind die Ursachen der Rekrutierung, die verschiedenen Traumatisierungsebenen (Kampf, Missbrauch, Identitätsverlust) sowie die Möglichkeiten der Rehabilitation und Wiedereingliederung.
Ziel ist es, Verständnis für die tiefgreifenden Folgen der Rekrutierung zu schaffen und darzulegen, warum standardisierte psychologische Konzepte für diese Gruppe oft nicht ausreichen.
Die Arbeit basiert auf der theoretischen Analyse vorhandener Fachliteratur sowie der Auswertung zahlreicher biografischer Erlebnisberichte ehemaliger Kindersoldaten.
Der Hauptteil befasst sich mit der Diagnose von Trauma, den spezifischen, oft kumulativen traumatischen Lebensbedingungen der betroffenen Kinder und einem Vergleich von traditionellen und westlichen Rehabilitationsformen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindersoldaten, Trauma, Sozialisation, Reintegration und Identitätsverlust geprägt.
Da es nicht aus einem einzelnen Ereignis resultiert, sondern aus einer lebenslangen Abfolge von traumatischen Erfahrungen, die die psychische Struktur des Kindes schrittweise zersetzen.
Das Gewehr fungiert oft als Ersatz für soziale Bindungen und Schutz, wird regelrecht personifiziert und dient als wichtiges, wenn auch destruktives Instrument zur Bewältigung der eigenen Hilflosigkeit.
Es wird als notwendiger Schritt angesehen, um die schmerzhafte Vergangenheit hinter sich zu lassen und eine Harmonie innerhalb der Dorfgemeinschaft wiederherzustellen, auch wenn westliche Psychologen dies kritisch sehen.
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