Diplomarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Beratung in der Sozialen Arbeit
2.1 Ziele und Aufgaben
2.2 Unterscheidung zwischen professioneller und informeller Beratung
2.3 Rechtliche Grundlagen
2.4 Sozialpädagogische Beratung in Abgrenzung zur psychosozialen und zur Rechtsberatung
2.5 Geschichtliche Entwicklungen
2.6 Voraussetzungen und Bedingungen
3. Das Internet
3.1 Grundlagen
3.2 Entwicklungen des Internets
3.3 Technische und persönliche Voraussetzungen der Internetkommunikation
3.4 Merkmale der Internetkommunikation
3.4.1 E-Mail
3.4.2 Chat
3.4.3 Forum
3.5 Nutzung und Verbreitung
4. Sozialpädagogische Onlineberatung
4.1 Aufgaben und Besonderheiten
4.1.1 Anonymität
4.1.2 Niedrigschwelligkeit
4.1.3 Freiwilligkeit
4.2 Aufgaben des Sozialarbeiters im Unterschied zur persönlichen Beratung
4.3 Bedeutung der Onlineberatung in ausgewählten Aufgabenbereichen
5. Merkmale einer persönlichen und medialen Kommunikation
5.1 Selbst- und Fremdwahrnehmung
5.2 Kennzeichen der Internetkommunikation
5.3 Beziehungen zwischen Berater und Beratenen
5.4 Missverständnisse
6. Gesellschaftlicher Kontext
6.1 Ursachen des gestiegenen Bedarfs an Beratung
6.1.1 Gestiegener Bedarf an pädagogischer Beratung
6.1.2 Gestiegener Bedarf an rechtlicher Beratung
6.2 Rolle und Einfluss des Internets in der Gesellschaft
6.2.1 Polarisierung der Gesellschaft
6.2.2 Wertewandel
6.3 Einfluss der medialen Kommunikation auf soziale Beziehungen
7. Zielgruppen
8. Methoden und Vorgehensweisen in der Onlineberatung
9. Datenschutz und Datensicherheit
10. Schlussgedanken
11. Anlagen
11.1 Vorgehen der Untersuchung
11.2 Vorannahmen
11.3 Fragebogen
12. Literaturverzeichnis
Die Diplomarbeit untersucht die Fragestellung, ob die Onlineberatung eine sinnvolle und professionelle Form sozialpädagogischer Beratung darstellt. Dabei wird das Internet sowohl als Kommunikationsmedium beleuchtet als auch in seinem gesellschaftlichen Kontext betrachtet, wobei insbesondere die veränderten Anforderungen an Sozialarbeiter sowie die Auswirkungen auf den Beratungsprozess und die Klientenbeziehung analysiert werden.
4.1.1 Anonymität
Sowohl bei der Untersuchung der Katholischen Bischofskonferenz als auch bei meiner durchgeführten Untersuchung ist zu bemerken, dass die Onlineberatung u.a. genutzt wird, um schambesetzte oder gesellschaftlich tabuisierte Themen wie Einsamkeit, Sexualität oder Ängste anzusprechen, die in einem persönlichen Gespräch kaum als Beratungsgrund genannt werden würden, sondern erst aufgespürt werden müssten (vgl. ZENNER/OSWALD 2006, S. 11/EIMESSER/POPP-WILHELMY Interview am 16.11.2007). Diese Eigenart der Themen wird am häufigsten auf die Anonymität des Hilfesuchenden zurückgeführt, denn auftretende Schamgefühle im persönlichen Kontakt können über den schriftlichen Austausch umgangen werden, da die Beratenen nur schwer identifiziert werden können, weil sie sich nicht zeigen oder ihre Stimme preisgeben müssen (vgl. HINRICHS 2003, S. 60).
Aufgrund der Anonymität ist die Onlineberatung unverbindlicher als eine herkömmliche Beratung. Zudem ist der Beratene nicht zwangsweise auf die Unterstützung des Beraters angewiesen. Demzufolge ist die Befürchtung einer Intervention ausgeliefert zu sein deutlich geringer. Knatz nennt dabei Beispiele wie eine strafrechtliche Verfolgung bei Drogenabhängigen oder Einschränkungen bei psychisch erkrankten Menschen. Durch die Anonymität werden Selbstständigkeit und Entscheidungsfreiheiten des Hilfesuchenden bewahrt. Außerdem unterliegen sie kaum einem gesellschaftlichen Erwartungsdruck (vgl. KNATZ 2005, S. 3-4). Ein Erwartungsdruck erfolgt in der Regel im persönlichen Gespräch aus der Person des Beraters heraus, selbst wenn dieser dem entgehen möchte. Sie bezieht sich auf den Gesprächsverlauf und die jeweilig angesprochenen Verhaltensweisen und Ansichten des Beratenen. Bei der Onlineberatung besteht ein solcher Erwartungsdruck kaum, da der Hilfesuchende kaum Einflussmöglichkeiten des professionell Handelnden erwarten bzw. befürchten braucht. In der Fachliteratur wird die Onlineberatung u.a. als ergänzende und begleitende Maßnahme zur persönlichen Beratung angesehen. In diesem Fall trifft die Anonymität nicht zu. Doch dabei verringert sich der Erwartungsdruck ebenfalls, weil in diesem Austausch ein direkter Gegenüber fehlt.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema, Definition der Forschungsfrage und Erläuterung der systemtheoretischen methodischen Herangehensweise.
2. Beratung in der Sozialen Arbeit: Definition von professioneller Beratung, ihre rechtlichen Grundlagen und Abgrenzung zu anderen Beratungsformen sowie geschichtliche Entwicklung.
3. Das Internet: Analyse des Internets als Kommunikationsmedium, technische Grundlagen sowie spezifische Kommunikationsmerkmale wie E-Mail, Chat und Forum.
4. Sozialpädagogische Onlineberatung: Untersuchung der spezifischen Aufgaben, der Rolle der Anonymität, Freiwilligkeit und der veränderten Anforderungen an den Sozialarbeiter.
5. Merkmale einer persönlichen und medialen Kommunikation: Vergleich der Wahrnehmungsprozesse und Beziehungsgestaltung zwischen dem Berater und dem Beratenen bei medialer versus direkter Kommunikation.
6. Gesellschaftlicher Kontext: Beleuchtung der Ursachen für den gestiegenen Beratungsbedarf und die Auswirkungen der Technisierung auf gesellschaftliche Werte und soziale Beziehungen.
7. Zielgruppen: Analyse der Nutzergruppen und der Reichweite von Onlineberatungsangeboten unter Berücksichtigung von Exklusionskriterien.
8. Methoden und Vorgehensweisen in der Onlineberatung: Darstellung praktischer Methoden der Onlineberatung und der Herausforderungen bei deren Anwendung.
9. Datenschutz und Datensicherheit: Erörterung der notwendigen Maßnahmen zur Wahrung der Schweigepflicht und Anonymität im digitalen Raum.
10. Schlussgedanken: Fazit zur Eignung der Onlineberatung als sinnvolle Ergänzung innerhalb der professionellen Sozialen Arbeit.
11. Anlagen: Dokumentation der methodischen Untersuchung, Vorannahmen und des verwendeten Fragebogens.
12. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Fachliteratur.
Onlineberatung, Soziale Arbeit, Internet, Medienkompetenz, Anonymität, Niedrigschwelligkeit, Beratungsmethoden, Digital Divide, professionelle Distanz, Systemtheorie, Kommunikation, Datenschutz, Interdisziplinarität, Sozialpädagogik, Erstkontakt.
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle der Onlineberatung als ein modernes, technisches Hilfsmittel innerhalb der professionellen Sozialen Arbeit und hinterfragt deren Eignung und Qualität.
Die zentralen Felder umfassen die mediale Kommunikation, die veränderten Bedingungen der professionellen Beziehung, gesellschaftliche Transformationsprozesse sowie methodische Aspekte der Onlineberatung.
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob die Onlineberatung eine sinnvolle Form sozialpädagogischer Beratung darstellt und wie sie die klassische persönliche Beratung ergänzen oder unterstützen kann.
Die Autorin baut auf dem Paradigma der Systemtheorie auf, ergänzt durch eine Literaturanalyse sowie eine eigene qualitative Untersuchung mittels Fragebögen und Experteninterviews.
Der Hauptteil analysiert die technischen Grundlagen des Internets, vergleicht mediale mit persönlicher Kommunikation, untersucht den gesellschaftlichen Kontext des gestiegenen Beratungsbedarfs und diskutiert ethische sowie methodische Herausforderungen.
Wichtige Begriffe sind Onlineberatung, Anonymität, Niedrigschwelligkeit, Sozialpädagogik, Kommunikation, Datenschutz und Systemtheorie.
Die Anonymität wird einerseits als großer Vorteil gesehen, um tabuisierte oder schambesetzte Themen anzusprechen, andererseits erschwert sie die Ganzheitlichkeit und die Interventionsmöglichkeiten bei akuten Gefährdungen.
Nein, die Autorin betont, dass die Onlineberatung eine wichtige, aber ergänzende Methode darstellt und kein vollständiger Ersatz für die persönliche Zuwendung und Ganzheitlichkeit eines face-to-face-Gesprächs ist.
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