Examensarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Struktur der Schule
2.1 Geschichte und Entwicklung des Schulsystems
2.2 Vergleich des deutschen Schulsystems
2.2.1 Gegenüberstellung des vorherrschenden 3-gliedrigen Schulsystems mit anderen Schulformen innerhalb Deutschlands
2.2.2 Gegenüberstellung des deutschen Schulsystems mit dem anderer Länder
2.3 Zukunftsperspektiven des deutschen Schulsystems
3. Unterrichtspraktische Ebene der Schule
3.1 Die Entwicklung der Unterrichtspraxis
3.2 Gegenüberstellung der vorherrschenden deutschen Unterrichtspraxis mit anderen Möglichkeiten
3.3 Änderungen auf schulpraktischer Ebene
3.3.1 Auswirkungen einer Reform des Systems auf die unterrichtspraktische Ebene
3.3.2 Zukunftsperspektiven in der Unterrichtspraxis
4. Schluss
5. Anhang
5.1 Tabelle über mögliche Schulstundenverteilung in einem reformierten Schulsystem
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation des deutschen Bildungssystems vor dem Hintergrund seiner geschichtlichen Entwicklung und analysiert die Effektivität sowohl der strukturellen Gliederung als auch der unterrichtspraktischen Methoden, um darauf basierend Reformvorschläge für eine zukunftsfähige Bildung zu formulieren.
2.1 Geschichte und Entwicklung des Schulsystems
Um festzustellen wie sich das heutige Schulsystem entwickelt hat, ist eine Betrachtung der Entstehung von Bildung und Schule sinnvoll. Da unsere heutige Vorstellung von Bildung in der Aufklärung verwurzelt ist und diese wiederum durch die Renaissance von der Antike beeinflusst wurde, muss man dabei bis ins 9. Jahrhundert vor Christi Geburt zurück gehen. Zu Beginn ist es zweckdienlich herauszufinden, in welcher Zeit und aus welchen Gründen Schulbildung ursprünglich entstanden ist. Solange eine Generation Verantwortung für die nächste übernommen hat, haben sich die Menschen Gedanken über Erziehung gemacht. Mit der fortschreitenden Aufklärung und Entmythologisierung, welche zur Folge hatten, dass die Erziehung der Jugend immer weniger vom religiösen Kult übernommen wurde, begann im 9. bzw. 8. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland ein Denken über das Tun des Menschen, welches mit Sokrates in Fragen nach der Erziehbarkeit von Tugend und ethischen Werten gipfelte.
Die erste schriftliche Erwähnung fand der griechische Begriff παιδεια im Jahr 467 v. Chr. in Aischylos Tragödie „Sieben gegen Theben“. Dort hatte der Ausdruck vielmehr die Bedeutung der allseitigen Umsorgung der jeweils heranwachsenden Generation durch die πολις. Erziehung hat während dieser Zeit eher in künstlerischen und körperlichen Bereichen stattgefunden. Die musikalische Grundausbildung übernahm ein Musiklehrer, die körperliche Ausbildung fand in einem γυμνασιυμ statt. Vereinzelt gab es auch die Zuwendung eines älteren Bürgers zu einem Jugendlichen (παιδικος ερος).
Xenophanes (580 – 485 v. Chr.) hat zum ersten Mal davon gesprochen, dass neben den bisherigen Tugenden der Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit auch die Weisheit (σοφια) gepflegt werden sollte. Darauf haben die Sophisten im 5. Jahrhundert v. Chr. aufgebaut und erweiterten die Erziehung um rhetorische und intellektuelle Bildung. Für sie stand nicht mehr, wie für viele andere Philosophen, die Wahrheitssuche im Mittelpunkt, „sondern vielmehr die Formung und Bildung von Menschen durch die gezielte Einflußnahme anderer“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Kontinuität des Bildungskonzepts, stellt die Forschungsfrage nach der Notwendigkeit einer Reform des deutschen Schulsystems und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Struktur der Schule: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung des Schulwesens, führt einen internen Systemvergleich sowie einen internationalen Vergleich durch und leitet daraus Zukunftsperspektiven ab.
3. Unterrichtspraktische Ebene der Schule: Hier werden die methodischen Ansätze von der Antike bis zur Gegenwart untersucht, institutionelle Pädagogik sowie moderne Unterrichtsformen verglichen und Reformmöglichkeiten für den Unterrichtsalltag erörtert.
4. Schluss: Der Schluss fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die These, dass das deutsche Schulsystem einer Reform bedarf, um den Anforderungen an eine sinnvolle, mündigkeitsorientierte Bildung gerecht zu werden.
5. Anhang: Der Anhang enthält eine tabellarische Darstellung zur möglichen Verteilung der Schulstunden in einem reformierten Schulsystem sowie das Literaturverzeichnis.
Schulsystem, Bildung, Reform, Unterrichtspraxis, Frontalunterricht, Gesamtschule, Waldorfpädagogik, Montessori-Pädagogik, PISA-Studie, Chancengleichheit, Mündigkeit, Heterogenität, Homogenität, Didaktik, Bildungsbegriff.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Krise des deutschen Schulsystems und untersucht, wie dieses durch historische Analysen und den Vergleich mit internationalen Modellen sowie reformpädagogischen Ansätzen zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Die zentralen Felder sind die strukturelle Gliederung des deutschen Schulwesens, die Analyse verschiedener Unterrichtsmethoden, die Bedeutung von Bildung als moralische Entwicklung sowie die Möglichkeiten der Optimierung durch einen dialogisch-diskursiven Unterricht.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer fundierten Analyse des Ist-Zustandes konkrete Reformvorschläge für das deutsche Schulsystem und die Unterrichtspraxis zu entwickeln, um den Anspruch einer sinnvollen Bildung, die Mündigkeit und Partizipation fördert, zu verwirklichen.
Es werden eine historische Analyse, ein systematischer Vergleich (national und international) sowie eine theoretische Reflexion bildungspädagogischer Konzepte (u.a. Sokrates, Rousseau, Kant, Montessori, Steiner) angewendet.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Struktur des dreigliedrigen Schulsystems, vergleicht es mit Modellen wie Gesamtschule und Ganztagsschule sowie internationalen Vorbildern (Schweden, Finnland, Japan, USA) und untersucht methodische Aspekte der Unterrichtspraxis.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bildungsreform, Unterrichtsmethodik, Mündigkeit, Chancengleichheit und die Gegenüberstellung von Heterogenität und Homogenität im Lernumfeld charakterisiert.
Die Autorin erkennt den Frontalunterricht als die gängigste Methode an, die Effektivität verspricht, kritisiert jedoch seine Eignung zur Förderung der Selbstständigkeit und plädiert stattdessen für eine stärkere dialogisch-diskursive Ausrichtung des Unterrichts.
Internationale Vergleichsstudien wie PISA und TIMSS dienen als Grundlage, um die Erfolge und Grenzen des deutschen Systems aufzuzeigen und Ansätze für eine erfolgreiche Homogenisierung oder den Umgang mit Heterogenität zu finden.
Die Autorin schlägt vor, die verbleibenden Schuljahre stärker zur Vorbereitung auf die Hochschule zu nutzen und durch die Einführung in wissenschaftliches Arbeiten eine Vertiefung der Bildung zu erreichen, anstatt das Abitur lediglich als allgemeine Zusatzqualifikation für den Arbeitsmarkt zu missbrauchen.
Es wird vorgeschlagen, das System der ersten Grundschuljahre, das auf Beurteilungen durch den Klassenlehrer statt auf Noten setzt, auf die gesamten vier Jahre der Grundschule und gegebenenfalls auf die Jahrgänge fünf und sechs zu erweitern, um den Leistungsdruck zu mindern.
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