Bachelorarbeit, 2017
34 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Das Konzept der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller
2.1 Entstehung und Begriff der Szenischen Interpretation
2.2 Schritte der Szenischen Interpretation
3. Ausgewählte Methoden der Szenischen Interpretation
3.1 Das Rollengespräch
3.2 Das Standbildverfahren
4. Analyse des Entwicklungsprozesses der Hauptfigur als ein Aspekt von Franz Fühmanns Geschichte „Das kleine UND“
5. Die Szenische Interpretation in Bezug zu den Bildungsstandarts und zum Thüringer Lehrplan für das Fach Deutsch
5.1 Grobziele
5.2 Ausgewähltes Lernziel und formulierte Feinziele
6. Perspektiven zur Umsetzung des gewählten Aspekts anhand beider Methoden im Vergleich
6.1 Rahmenbedingungen und Lernvoraussetzungen
6.1.1 Räumliche Gegebenheiten
6.1.2 Zeit
6.1.3 Vorwissen der Schüler
6.2 Die Verdeutlichung des Entwicklungsprozesses der Hauptfigur mit Hilfe von Rollengesprächen
6.2.1 Aufgabenstellung und Skript für einen möglichen Unterrichtsablauf
6.2.2 Erläuterungen zur Umsetzung
6.3 Die Verdeutlichung des Entwicklungsprozesses der Hauptfigur mit Hilfe des Standbildverfahrens
6.3.1 Aufgabenstellung und Skript für einen möglichen Unterrichtsablauf
6.3.2 Erläuterungen zur Umsetzung
6.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Umsetzung beider Methoden
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Schüler durch Methoden der Szenischen Interpretation einen handlungsorientierten Zugang zu literarischen Texten finden können. Dabei wird untersucht, wie die Geschichte „Das kleine UND“ von Franz Fühmann in der Grundschule durch Rollengespräche und Standbildverfahren erschlossen werden kann, um ein tieferes Textverständnis zu fördern.
3.2 Das Standbildverfahren
Durch Standbilder werden soziale Situationen, Personen, Konstellationen, Beziehungsstrukturen oder Begriffe bildlich dargestellt (vgl. Scheller, 2002: S. 59). Mit Hilfe von Standbildern können laut Scheller bestimmte Textausschnitte hervorgehoben, Haltungen von Figuren und deren Beziehungen untereinander sichtbar gemacht, und Ereignisse dargestellt werden. Eine zentrale Rolle nimmt die Betrachtung und Deutung eines dargestellten Standbildes ein, wie Scheller im Folgenden bemerkt.
„Interpretiert werden dabei Situationen, Haltungen und Beziehungen nicht nur durch den Ausschnitt, das bildliche Arrangement und die Perspektive, sondern vor allem auch durch die Bedeutungen, die dem Bild und den Haltungen, Gesten und der Mimik der Personen zugeschrieben werden.“ (Scheller, 2002: S. 59)
Wenn Szenen an bestimmten Stellen unterbrochen und angehalten werden, erstarren die Spieler und lassen so eine Situation einfrieren. Es entsteht ein Standbild, welches sowohl aus Sicht der Figuren, als auch aus dem Blickwinkel der Beobachter gedeutet werden kann (vgl. Scheller, 2004: S. 72). Werden die Schüler selbst tätig und bauen ein Standbild nach ihren Vorstellungen von bestimmten Momenten auf, spricht man von situationsbezogenen Standbildern. Ein Schüler übernimmt dabei die Aufgabe des Erbauers, indem er sich Mitschüler aussucht und diese nach seinen Ideen formt. Der Erbauer gibt die Haltung, Mimik und Gestik vor, während die Schülerinnen und Schüler die geformt werden passiv bleiben.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der traditionellen, lehrerzentrierten Textinterpretation und führt das Konzept der Szenischen Interpretation als produktionsorientierten Ansatz ein.
2. Das Konzept der Szenischen Interpretation nach Ingo Scheller: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen und die wesentlichen methodischen Schritte der Szenischen Interpretation nach Scheller.
3. Ausgewählte Methoden der Szenischen Interpretation: Hier werden die beiden zentralen Methoden, das Rollengespräch und das Standbildverfahren, in ihrer theoretischen Anwendung vorgestellt.
4. Analyse des Entwicklungsprozesses der Hauptfigur als ein Aspekt von Franz Fühmanns Geschichte „Das kleine UND“: Die Analyse untersucht die vier Entwicklungsphasen der literarischen Figur „Das kleine UND“ im Kontext der Geschichte.
5. Die Szenische Interpretation in Bezug zu den Bildungsstandarts und zum Thüringer Lehrplan für das Fach Deutsch: Dieses Kapitel verankert die Methode legitimatorisch in den aktuellen bildungspolitischen Vorgaben und Lehrplänen.
6. Perspektiven zur Umsetzung des gewählten Aspekts anhand beider Methoden im Vergleich: Ein praxisorientierter Vergleich der beiden Methoden, inklusive konkreter Unterrichtsskripte und Überlegungen zu Rahmenbedingungen.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über den Mehrwert der Szenischen Interpretation für einen lebendigen Literaturunterricht.
Szenische Interpretation, Ingo Scheller, Literaturunterricht, Grundschule, Das kleine UND, Franz Fühmann, Rollengespräch, Standbildverfahren, Handlungsorientierter Unterricht, Lesekompetenz, Textverständnis, Identitätsfindung, Didaktik, Rollenspiel, Deutschunterricht
Die Arbeit untersucht, wie literarische Texte durch theaterpädagogische Methoden, spezifisch die Szenische Interpretation, in der Grundschule lebendig erschlossen werden können.
Die zentralen Themen sind die handlungsorientierte Literaturdidaktik, die Analyse der Geschichte „Das kleine UND“ und die praktische Anwendung von Rollen- und Standbildmethoden.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch szenische Arbeit ein tieferes Verständnis für literarische Figuren und deren Entwicklungsprozesse erlangen können.
Es handelt sich um eine literaturbasierte Facharbeit, die theoretische Konzepte der Theaterpädagogik auf einen konkreten literarischen Text anwendet und didaktische Unterrichtsentwürfe daraus ableitet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das Konzept nach Ingo Scheller, eine inhaltliche Analyse der Geschichte von Franz Fühmann sowie den Vergleich zweier praktischer Umsetzungsformen (Rollengespräch und Standbild).
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Szenische Interpretation, Handlungsorientierung, Literaturdidaktik, Rollengespräch und Standbildverfahren.
Beim Rollengespräch liegt der Fokus auf sprachlicher Interaktion und der verbalen Ausgestaltung von Innenwelten, während das Standbildverfahren stärker auf die visuelle Darstellung mittels Mimik, Gestik und Körpersprache setzt.
Die Geschichte dient als konkretes, vielseitiges Fallbeispiel, an dem die didaktischen Methoden praktisch erprobt und die vier Entwicklungsphasen der Figur analysiert werden.
Dies dient der fachdidaktischen Legitimation, um zu zeigen, dass die Szenische Interpretation Anforderungen an moderne Kompetenzentwicklung, wie sie im Lehrplan gefordert sind, effektiv erfüllt.
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