Diplomarbeit, 2007
189 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Motivation zum Thema
1.2. Aktualität des Themas
1.3. Zielsetzung und Aufbau
2. Zu den Grundlagen der Erziehung in Krippen
2.1. Zum Verständnis - Worterklärungen
2.1.1. Erziehung
2.1.2. Frühkindliche Erziehung
2.1.3. Außerfamiliäre/ außerfamiliale Erziehung
2.1.4. Innerfamiliale Erziehung/ Familienerziehung
2.1.5. Frühpädagogik
2.1.6. Kindertageseinrichtung und Kinderkrippe
2.2. Geschichte der Kleinkindpädagogik
2.2.1. Die Entwicklung bis 1900
2.2.2. Veränderungen ab 1900
2.2.3. Entwicklungen seit 1960
2.2.3.1. Die antiautoritäre Kinderladen-Bewegung
2.2.3.2. Strukturelle Veränderungen in den Krippen
2.3. Aktuelle Entwicklungen
2.3.1. Die moderne Kindheit
2.3.2. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft
2.3.3. Die „vaterlose Gesellschaft“
2.3.4. Die aktuelle Familienpolitik
2.3.5. Gründe für die Entscheidung zur Krippenbetreuung
2.3.6. Studien zur Thematik Kleinkindererziehung und Familie
2.3.6.1. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung junger Eltern
2.3.6.2. ifo Projekt
2.3.6.3. Ergebnisse des Arnold Bergstraesser Instituts Freiburg
2.3.6.4. Ergebnisse der Zeitschrift „ELTERN“ und „ELTERN for family“
2.3.6.5. Emnid Studie: Wie Mütter in Deutschland wirklich sind
2.4. Zur Situation von Kleinkindern
2.4.1. Ergebnisse des „Zwölften Kinder- und Jugendberichtes“ hinsichtlich der Kleinkindpädagogik mit kritischer Hinterfragung
2.4.1.1. Grundlegendes
2.4.1.2. Bildungsprozesse in den ersten Jahren
2.4.1.3. Leistungen und Veränderungsmöglichkeiten der Bildungswelten
2.4.1.4. Kritische Hinterfragung
2.4.2. Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)
2.4.2.1. Menschenbild und Grundsätze des BEP
2.4.2.2. Basiskompetenzen
2.4.2.3. Themenübergreifende und themenbezogeneZiele
2.4.2.4. Schlüsselprozesse für Erziehungsqualität
2.4.2.5. Kritik am BEP hinsichtlich der Kinderkrippen
2.4.3. Rechtliche Grundlagen
2.4.3.1. Artikel 6 des Grundgesetzes
2.4.3.2. Neue Bundesgesetze: TAG und KICK
2.4.3.3. Das Bayerische Kinderbildungs- und –betreuungsgesetz (BayKiBiG)
3. Human- und Sozialwissenschaftliche Ergebnisse
3.1. Familiensoziologie nach Rene König
3.1.1. Definition der Familie
3.1.2. Das Verhältnis von Familie und Wirtschaft
3.1.3. Die Bedeutung der Kontinuität in der Familie
3.1.4. Der Desintegrationsprozess
3.1.5. Die sozial-kulturelle Persönlichkeit
3.1.6. Resümee und Schlussfolgerungen
3.2. Hirnforschung und Neurobiologie nach Lise Eliot
3.2.1. Das Gehirn: Gene und Umwelt
3.2.2. Körperkontakte
3.2.3. Die Sinnesorgane
3.2.3.1. Der Geruchsinn
3.2.3.2. Das Sehen
3.2.3.3. Das Hören
3.2.4. Motorik
3.2.5. Soziale und emotionale Entwicklung
3.2.5.1. Grundlagen
3.2.5.2. Entwicklung des limbischen Systems
3.2.5.3. Temperament und Persönlichkeit
3.2.5.4. Das Sozialleben
3.2.5.5. Emotionales Lernen
3.2.5.6. Die Bedeutung der Mutter-Kind-Bindung
3.2.5.7. Die Objektpermanenz
3.2.5.8. Außerfamiliäre Betreuung
3.2.5.9. Soziale und emotionale Deprivation
3.2.6. Gedächtnis
3.2.6.1. Das präexplizite Gedächtnis
3.2.6.2. Das explizite Gedächtnis
3.2.7. Sprache
3.2.7.1. Die Sprachentwicklung
3.2.7.2. Die Rolle der Erfahrung
3.2.8. Die Intelligenz
3.2.8.1. Die Entwicklung der Intelligenz
3.2.8.2. Gene und Milieu
3.2.9. Resümee und Schlussfolgerungen
3.2.9.1. Entwicklungsbedingungen
3.2.9.2. Die Eltern-Kind-Bindung
3.2.9.3. Die Folgen bei Trennung
3.2.9.4. Die Bedeutung des Stillens
3.2.9.5. Die kognitive Entwicklung
3.2.9.6. Sozial benachteiligte Kinder
3.3. Psychologie
3.3.1. Die Entwicklungspsychologie des Kleinkindes nach Hellgard Rauh
3.3.1.1. Frühe Kindheit als Lebensabschnitt
3.3.1.2. Erstes Stadium (bis sechs Monate)
3.3.1.3. Zweites Stadium (sechs bis acht Monate)
3.3.1.4. Drittes Stadium (acht bis zehn Monate)
3.3.1.5. Viertes Stadium (zehn bis zwölf Monate)
3.3.1.6. Fünftes Stadium (bis drei Jahre)
3.3.1.7. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.2. Die Mutter-Kind-Beziehung nach Rene Spitz
3.3.2.1. Die besondere Beziehung zwischen Mutter und Kind
3.3.2.2. Auswirkungen der Beziehung auf die Entwicklung des Kindes
3.3.2.3. Geschädigte Mutter-Kind-Beziehung und ihre Folgen
3.3.2.4. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.3. Die Bindungsforschung nach John Bowlby
3.3.3.1. Die Rolle der Familie
3.3.3.2. Seelische Gesundheit
3.3.3.3. Die „Mutterentbehrung“
3.3.3.4. Schäden der Deprivation
3.3.3.5. Beobachtungen an Kleinkindern in Heimen
3.3.3.6. Retrospektive Untersuchungen
3.3.3.7. Außerfamiliäre Erziehung
3.3.3.8. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.4. Die Antriebslehre nach Christa Meves (Kinder- und Jugendpsychotherapeutin)
3.3.4.1. Kinderpsychologie und Ethologie
3.3.4.2. Die Theorie der Instinkthandlung
3.3.4.3. Der Nahrungstrieb und seine Störungen
3.3.4.4. Der Bindungstrieb und seine Störungen
3.3.4.5. Der Selbstbehauptungstrieb und seine Störungen
3.3.4.6. Der seelische gesunde und der kranke Lebensaufbau
3.3.4.7. Pädagogische Konsequenzen
3.3.4.8. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.5. Die Persönlichkeitsentwicklung nach Erik Erikson
3.3.5.1. Gesundes Wachsen
3.3.5.2. Urvertrauen und Urmisstrauen
3.3.5.3. Autonomie
3.3.5.4. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.6. Das Grundbedürfnis des Kindes nach beständigen Beziehungen aus kinderpsychiatrischer Sicht nach T.B. Brazelton und S.I. Greenspan
3.3.6.1. Konstante Beziehungen
3.3.6.2. Beziehungen in Krippen und Tagesstätten
3.3.6.3. Empfehlungen
3.3.6.4. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.7. Psychoanalytische Erkenntnisse hinsichtlich der Bedeutung des Vaters nach Horst Petri
3.3.7.1. Die Triangulierungsphase
3.3.7.2. Die Folgen der Vaterentbehrung
3.3.7.3. Resümee und Schlussfolgerungen
3.3.8. Kleinkinderziehung und seelische Gesundheit nach Horst Schetelig (Psychologe)
3.3.8.1. Die Bedeutung der Bindungsfähigkeit
3.3.8.2. Folgen der Fremdbetreuung
3.3.8.3. Die Bedeutung der Mutter für die seelische Gesundheit des Kindes
3.3.8.4. Erforderliche Maßnahmen
3.3.8.5. Resümee und Schlussfolgerungen
3.4. Die Bedeutung der Familie nach Herman Nohl
3.4.1. Die Individualpädagogik
3.4.2. Die Familie als Vorbild
3.4.3. Die angemessene Betreuung des Kleinkindes
3.4.4. Resümee und Schlussfolgerungen
3.5. Krippenforschung
3.5.1. Krippen in der DDR
3.5.1.1. Allgemeine Informationen
3.5.1.2. Eine Untersuchung von Karl Zwiener
3.5.1.3. Nachteile frühkindlicher Kollektiverziehung
3.5.1.4. Resümee und Schlussfolgerungen
3.5.2. Ergebnisse der internationalen Krippenforschung
3.5.2.1. Erkrankungen der Kleinkinder
3.5.2.2. Kognitive Entwicklung
3.5.2.3. Sozial-emotionale Entwicklung
3.5.2.4. Die Mutter-Kind-Bindung
3.5.2.5. Resümee und Schlussfolgerungen
3.5.3. Erkenntnisse nach Hans-Joachim Laewen (Krippenbefür-worter)
3.5.3.1. Über das Für und Wider außerfamiliärer Kinderbetreuung
3.5.3.2. Das Lernen in den beiden ersten Lebensjahren
3.5.3.3. Die Bedeutung der Eingewöhnung
3.5.3.4. Weitere Ergebnisse
3.5.3.5. Resümee und Schlussfolgerungen
3.5.4. Merkmale einer qualifizierten institutionellen Betreuung
3.5.4.1. Hygienische Grundvoraussetzung
3.5.4.2. Beteuer-Kind-Relation
3.5.4.3. Größe der Einrichtung
3.5.4.4. Stabilität der Betreuung
3.5.4.5. Vielfalt an Anregungen
3.5.4.6. Aus- und Fortbildung der Erzieherinnen
3.5.4.7. Kooperation Krippe und Elternhaus
3.5.4.8. Resümee und Schlussfolgerungen
3.6. Säuglingsforschung hinsichtlich der Bedeutung des Stillens
3.6.1. Zusammensetzung der Muttermilch und ihre Wirkung
3.6.2. Stillen und Mutter-Kind-Bindung
3.6.3. Stillen und Intelligenzentwicklung
3.6.4. Suchtprophylaxe
3.6.5. Resümee und Schlussfolgerungen
3.7. Sozialökologie nach Urie Bronfenbrenner
3.7.1. Übersichtserhebung
3.7.2. Weitere Studien
3.7.3. Resümee und Schlussfolgerungen
3.8. Kinderheilkunde nach Johannes Pechstein
3.8.1. Die Bedeutung der Eltern-Kind-Beziehung
3.8.2. Die Sozialentwicklung des Kindes
3.8.3. Wohl des Kindes
3.8.4. Resümee
4. Verschiedene Konzeptionen der Kleinkind-erziehung
4.1. Die pädagogische Rahmenkonzeption für Kinderkrippen der Landeshauptstadt München
4.1.1. Pädagogische Grundsätze
4.1.2. Lebensraum Kinderkrippe
4.1.3. Bildung und Lernerfahrungen
4.1.4. Gestaltung der Übergänge
4.1.5. Förderung der Resilienz
4.1.6. Sprachentwicklung
4.1.7. Dokumentation der Lernprozesse der Kinder
4.1.8. Die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft
4.2. Die qualifizierte Tagespflege
4.2.1. Definition und Allgemeines
4.2.2. Qualitätsmerkmale
4.2.3. Eingewöhnungsphase nach Joachim Bensel
4.2.4. Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung
4.3. Alternative Ideen
4.3.1. Mutterschaft als Beruf
4.3.1.1. Grundlegendes
4.3.1.2. Begründung des Konzeptes
4.3.1.3. Aufbau des Konzeptes
4.3.1.4. Die Auswirkungen
4.3.2. Das Familiennetzwerk e.V.
4.3.2.1. Allgemeines
4.3.2.2. Leitlinien
4.3.2.3. Ziele des Familiennetzwerkes
4.3.2.4. Forderungen
4.4. Vergleich Familienbetreuung – Tagesmutter – Krippe
4.4.1. Betreuungsform
4.4.2. Beziehungen
4.4.3. Entwicklungsförderungen
4.4.4. Soziale Kontakte zu Gleichaltrigen
4.4.5. Risiken
4.4.6. Chancen
5. Stellungnahme und Ausblick
5.1. Stellungnahme
5.2. Ausblick
5.3. Schlusswort
Die Diplomarbeit untersucht, ob die frühe institutionelle Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kinderkrippen den Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und eine gesunde Entwicklung begünstigt, wobei das Wohl des Kindes im Mittelpunkt steht.
3.2.1. Das Gehirn: Gene und Umwelt
Um die ganzheitliche Entwicklung des Säuglings und Kleinkindes verstehen zu können, ist es wichtig sich einen Einblick in die Gehirnentwicklung zu verschaffen. Eine bedeutende Frage ist dabei, was die Entwicklung des Gehirns beeinflusst. Zunächst spielt die Gene die erste Rolle. Das Kind wird mit unterschiedlichsten geistigen Anlagen und Fähigkeiten geboren, die zuerst für das Bestreiten der ersten Lebensphase notwendig sind (vgl. Eliot 2003, S. 14): zu leben, sich an Personen zu binden und zu wachsen. Während auf der einen Seite das Erbgut den Ablauf der neuronalen Entwicklung programmiert, sind auf der anderen Seite die Umweltfaktoren für die Qualität dieser Entwicklung verantwortlich (vgl. ebd., S. 17). Erstaunlich ist dabei die Bedeutung jeder Reaktion:
„Jede Berührung, jede Bewegung, jede Empfindung wird in elektrische und chemische Aktivität übersetzt, die den genetischen Impuls verschiebt und sehr subtil den Strukturierungsprozess des kindlichen Gehirns beeinflusst“ (ebd., S. 18).
Neurowissenschaftler belegen, dass die Umwelt, also die Erfahrungen, die ein Kind macht, im Hinblick auf die Verschaltung des Gehirns entscheidend ist. Unter Verschaltung wird die Vernetzung der einzelnen Nervenzellen untereinander verstanden. Für das Wachstum der Nervenzellen sind die Gene verantwortlich, auch für die Bildung zahlreicher Synapsen (den Verknüpfungsstellen der einzelnen Neuronen).
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert das Thema durch die aktuelle familienpolitische Debatte über den Ausbau von Krippenplätzen und definiert das Wohl des Kindes als zentralen Maßstab.
2. Zu den Grundlagen der Erziehung in Krippen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begrifflichkeiten, die historische Entwicklung der Kleinkindpädagogik sowie die rechtlichen und aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
3. Human- und Sozialwissenschaftliche Ergebnisse: Hier werden fachwissenschaftliche Erkenntnisse aus Soziologie, Neurobiologie und Psychologie zusammengetragen, die die Bedeutung der frühen Mutter-Kind-Bindung und die Risiken durch Fremdbetreuung unterstreichen.
4. Verschiedene Konzeptionen der Kleinkind-erziehung: Das Kapitel stellt verschiedene Modelle wie die städtische Rahmenkonzeption, Tagespflege und alternative Ansätze vor und vergleicht diese kritisch hinsichtlich ihrer Eignung für das Kleinkind.
5. Stellungnahme und Ausblick: Die Autorin fasst ihre kritische Haltung gegenüber der forcierten institutionellen Betreuung zusammen und plädiert für eine stärkere Unterstützung der Familie als primärer Erziehungsort.
Kleinkindpädagogik, Kinderkrippe, Mutter-Kind-Bindung, Urvertrauen, Fremdbetreuung, Gehirnentwicklung, Familienpolitik, Trennungsangst, seelische Gesundheit, Kindeswohl, Kleinkindererziehung, Sozialisationsprozess, Bindungsforschung, Tagespflege, Eltern-Kind-Beziehung.
Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kinderkrippen den Bedürfnissen des Kindes entspricht und eine gesunde Entwicklung fördert.
Die Schwerpunkte liegen auf der Bindungstheorie, den Auswirkungen früher Fremdbetreuung auf die Gehirnentwicklung und die kindliche Psyche sowie der aktuellen familienpolitischen Situation in Deutschland.
Ziel ist es, das Wohl des Kindes ins Zentrum zu rücken und zu klären, was ein Kleinkind in seinen ersten drei Jahren für eine optimale Entwicklung tatsächlich benötigt.
Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz und wertet umfangreiche Fachliteratur aus Soziologie, Psychologie, Neurobiologie sowie relevante Studien und familienpolitische Berichte aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Begriffs- und Historienklärung, eine Analyse humanwissenschaftlicher Erkenntnisse zur Bedeutung der Mutter-Kind-Beziehung und einen detaillierten Vergleich verschiedener Erziehungskonzeptionen.
Zentrale Begriffe sind Kindeswohl, Bindung, Mutter-Kind-Beziehung, Fremdbetreuung, Krippenforschung und frühkindliche Entwicklung.
Die Arbeit beleuchtet die Rolle des Vaters, um die Situation des Kleinkindes ganzheitlich zu erfassen und die negativen Auswirkungen der Vaterentbehrung auf die seelische Entwicklung des Kindes aufzuzeigen.
Die Eingewöhnungsphase wird als essenzieller, aber heikler Prozess identifiziert, der bei mangelnder Begleitung durch die Eltern erheblichen Stress verursacht und die Bindungssicherheit des Kindes gefährden kann.
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