Masterarbeit, 2007
95 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Regimetheorie
2.1. Definition Regime
2.2. Regimeentstehung
2.3. Typen von Regimen
2.3.1. Interessenbasierte Ansätze
2.3.2. Machtbasierte Ansätze
2.3.3. Wissensbasierte Ansätze
2.4. Regimewirkung
3. Analysemethode und Hypothesenbildung
3.1. Der situationsstrukturelle Ansatz
3.1.1. Koordinationsspiel ohne Verteilungskonflikte (KOV)
3.1.2. Koordinationsspielen mit Verteilungskonflikten (KMV)
3.1.3. Dilemmasituation
3.1.4. Rambospiel
3.2. Definition und Einflussgrad von Machtasymmetrien
3.2.1. Macht als Einflussfaktor
3.2.2. Spezifika in der Klimapolitik
3.2.3. Betroffenheit und Anteil am CO2 Ausstoß als Machtressourcen in der Klimapolitik
4. Die Klimakonferenzen in Rio der Janeiro 1992 und Kyoto 1997
4.1. Akteurspräferenzen am Beginn der INC-Prozesses
4.1.1. USA
4.1.2. Europa
4.1.3. Japan und Russland
4.1.4. Entwicklungsländer
4.2. Konfliktlinien im UNCED Jahr 1992
4.3. Von New York nach Rio
4.4. Ergebnisse des Verhandlungsprozesses und der Konferenz in Rio der Janeiro
4.5. Innenpolitische Entwicklung während des Rio Prozesses
4.5.1. USA
4.5.2. Europa
5. Die Konferenz von Kyoto
5.1. Akteurspräferenzen
5.1.1. Europäische Union
5.1.2. USA
5.1.3. Japan
5.1.3. Russland
5.1.4. G77
5.2. Verhandlungsverlauf vor Kyoto
5.3. Die Konferenz von Kyoto
5.4. Inhalte des Kyoto-Protokolls
5.5. Innenpolitik
5.5.1. USA
5.5.2. EU
6. Die Situationsstruktur in den Klimaverhandlungen in Rio de Janeiro und Kyoto
7. Machtasymmetrie in den Klimaverhandlungen, inhibierend oder irrelevant
7.1. Anteil CO2 Emissionen als Machtfaktor in den Klimaverhandlungen
7.2. Betroffenheit als relevante Variable für Verhandlungspräferenzen
7.2.1. Objektive Betroffenheit
7.2.2. Politische Betroffenheit
7.2.2.1. USA
7.2.2.2. Europäische Union
7.2.2.3. Entwicklungsländer
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Machtasymmetrien auf die internationale Umweltkooperation, mit einem Fokus auf die Klimapolitik. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Verhandlungssituationen und machtpolitische Faktoren die Ergebnisse der Klimakonferenzen von Rio (1992) und Kyoto (1997) determiniert haben.
3.1.1. Koordinationsspiel ohne Verteilungskonflikte (KOV)
Ein Koordinationsspiel ohne Verteilungskonflikte (KOV) stellt das für die Kooperation geringste Hindernis der vier situativen Bedingungen dar. Es besteht eine grundsätzliche Einigkeit über eine Zusammenarbeit, die Partizipation aller beteiligten Akteure steht nicht zur Disposition.
Die entscheidende Problematik in der Interaktion der Akteure besteht in Form eines Kommunikationsproblems, dies bedeutet aber auch, dass keine grundlegenden Konflikte zwischen den Akteuren existieren. Der Wunsch nach Kooperation ist also auf allen Seiten vorhanden und genießt höchste Präferenz, ein nicht kooperatives Verhalten oder deren Abbruch würde für den entsprechenden Staat eine Selbstschädigung bedeuten. Wird das Kommunikationsdefizit überwunden, ist die Wahrscheinlichkeit einer Einigung hoch. Da die Kooperationsbarrieren klein sind, kann davon ausgegangen werden, dass eine Kooperation auch trotz Nicht-Existenz einer normativen Institution stattfinden kann, sie ist also kein notwendiges Kriterium.
1. Einleitung: Einführung in den Global Governance Ansatz und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der Gründe für die bisher nur rudimentäre internationale Zusammenarbeit in der Umweltpolitik.
2. Regimetheorie: Theoretische Grundlegung des Regimebegriffs, seiner Entstehung, Typen und Wirkungsmechanismen innerhalb der internationalen Beziehungen.
3. Analysemethode und Hypothesenbildung: Vorstellung des situationsstrukturellen Ansatzes und Definition der Variablen Betroffenheit sowie Machtasymmetrie zur Analyse klimapolitischer Verhandlungen.
4. Die Klimakonferenzen in Rio der Janeiro 1992 und Kyoto 1997: Deskriptive Analyse der Akteurspräferenzen, Konfliktlinien und Verhandlungsergebnisse der beiden bedeutenden Konferenzen.
5. Die Konferenz von Kyoto: Detaillierte Untersuchung der Präferenzen und des Verhandlungsverlaufs in Kyoto, einschließlich der Rolle der USA, EU und G77.
6. Die Situationsstruktur in den Klimaverhandlungen in Rio de Janeiro und Kyoto: Analyse der situativen Konstellationen der Konferenzen auf Basis des gewählten methodischen Ansatzes.
7. Machtasymmetrie in den Klimaverhandlungen, inhibierend oder irrelevant: Empirische Überprüfung des Einflusses von CO2-Emissionen und Betroffenheit auf die Machtverhältnisse und Verhandlungsergebnisse.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Rolle von Machtasymmetrien als Hemmschuh der internationalen Klimapolitik.
Global Governance, Klimapolitik, Regimetheorie, Machtasymmetrie, Rio-Konferenz, Kyoto-Protokoll, Klimawandel, Internationale Kooperation, Interessenkalkül, CO2-Emissionen, Betroffenheit, Situationsstruktur, Two-Level-Game, Umweltschutz, Verhandlungsposition.
Die Arbeit untersucht, warum internationale Klimaschutzabkommen oft nur schwer zustande kommen und welche Rolle Machtasymmetrien zwischen den beteiligten Staaten dabei spielen.
Die zentralen Themen sind die Regimetheorie, das Konzept von Global Governance sowie die Analyse klimapolitischer Interessenlagen und Handlungsrestriktionen von Akteuren wie den USA, der EU und Entwicklungsländern.
Das Ziel ist es zu eruieren, warum internationale Zusammenarbeit in der Umweltpolitik bisher oft nur rudimentär erfolgt ist und ob Machtasymmetrien hierbei als intervenierende Faktoren wirken.
Die Arbeit nutzt den situationsstrukturellen Ansatz der Regimetheorie, erweitert um das "Two-Level-Game"-Konzept, um internationale und innerstaatliche Einflüsse auf Verhandlungsergebnisse zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert die Konferenzen von Rio 1992 und Kyoto 1997, die Rolle von CO2-Emissionen als Machtfaktor sowie die objektive und politische Betroffenheit der Akteure.
Klimapolitik, Regimetheorie, Machtasymmetrie, Global Governance, Rio-Konferenz, Kyoto-Protokoll und internationale Verhandlungen sind die prägenden Begriffe.
Es dient dazu, den Einfluss innerstaatlicher Faktoren wie Lobbygruppen, öffentliche Meinung und institutionelle Zwänge auf die Verhandlungsmacht der nationalen Delegationen abzubilden.
Sie dienen als Machtressource, da Staaten mit hohem Ausstoß für die Wirksamkeit einer internationalen Regelung konstitutiv sind und ihre Teilnahme somit zum zentralen Verhandlungsvorteil wird.
Während die EU in den Verhandlungen meist als Vorreiter für ambitionierte Ziele agierte, traten die USA häufig als Bremser auf, die auf ihre nationale Souveränität und ökonomische Interessen fokussiert waren.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Konzept des Global Governance in der aktuellen klimapolitischen Realität aufgrund asymmetrischer Interessenkonstellationen kaum umsetzbar ist.
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