Masterarbeit, 2020
141 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Was treibt die Crowd an, junge Start-Up-Ideen zu finanzieren?
1.1 Crowdfunding als Finanzierungsalternative für junge Unternehmen in Deutschland
1.2 Problemzentrierte Zielsetzung, Forschungslücken sowie Forschungsfragen
1.3 Aufbau und Vorgehensweise der Untersuchung
1.4 Inhaltliche Abgrenzung
2. Annährung an das Phänomen Crowdfunding: Erschließung theoretischer Grundlagen
2.1 Bildung eines theorieleitenden initialen Bezugsrahmens
2.2 Forschungsfeld Crowdfunding: Das Finanzierungsgeschehen im Wandel
2.2.1 Definition des Crowdfunding und begriffliche Abgrenzung
2.2.2 Ausprägungsformen des Crowdfundings
2.2.3 Beteiligte Akteure im Crowdfunding
2.2.4 Funktionsweise und idealtypischer Ablauf einer Crowdfunding-Kampagne
2.2.5 Entstehung und aktuelle Entwicklung des Crowdfunding
2.3 Exkurs: Grundzüge der Motivationspsychologie
2.4 Stand der Forschung zu den Motiven der Geldgeber im reward-based Crowdfunding
2.4.1 Übersicht der modellspezifischen Motivationsforschung
2.4.2 Entscheidungskriterien und Motive in der (Crowdfunding-) Literatur
2.4.2.1 Altruismus
2.4.2.2 Vergnügen
2.4.2.3 Identifikation
2.4.2.4 Gemeinschaft
2.4.2.5 Anerkennung
2.4.2.6 Persönlicher Nutzen
2.4.2.7 Belohnung
2.4.2.8 Rendite
2.4.2.9 Herdenverhalten
2.4.3 Weitere Erfolgsfaktoren von Crowdfunding-Kampagnen
3. Quantitative Studie zur Exploration der Renditeorientierung bei belohnungsbasierten Crowd-Investitionen
3.1 Ableitung der Zielsetzung der explorativen Studie mithilfe des Forschungsdesigns
3.2 Empirische Vorgehensweise bei der Erhebung und Analyse der Daten
3.2.1 Datenerhebung mittels Web Scraping
3.2.2 Beschreibung der Crowdfunding-Plattform als Untersuchungsgegenstand und Zusammensetzung der Stichprobe
3.2.3 Aufbereitung der Daten und Verfahren der explorativen Datenanalyse
3.3 Gütekriterien der quantitativ explorativen Forschung
3.4 Analyse der angebotenen und nachgefragten Renditen
3.4.1 Häufigkeitsverteilung aller Projekte
3.4.2 Renditeerwartung nach Art der Gegenleistung
3.4.3 Renditeerwartung nach Höhe der Pledge-Levels
3.5 Zwischenfazit: Entwicklung eines Hypothesenmodells zu den Unterstützer-Motiven im belohnungsbasierten Crowdfunding
4. Quantitative Analyse zur Hypothesenprüfung der Motive von Unterstützern für Investitionen in Crowdfunding-Projekte
4.1 Aufbau und Ziel der quantitativen Studie
4.2 Beschreibung des Untersuchungsdesigns der empirischen Studie
4.2.1 Operationalisierung der Konstrukte
4.2.2 Generierung und Anwendung eines internetgestützten Fragebogens als Instrument der Datenerhebung
4.2.3 Gütekriterien der quantitativ explanativen Forschung
4.2.4 Durchführung einer explorativen Faktorenanalyse zur Überprüfung der Messgüte der operationalisierten Konstrukte
4.2.5 Deskriptive Ergebnisse zur Zusammensetzung und Beschreibung der Stichprobe
4.3 Kausalanalytische Hypothesenüberprüfung durch Regressionsanalyse
4.3.1 Grundlagen der Regressionsanalyse und Eignung des Datensatzes
4.3.2 Durchführung einer multiplen Regressionsanalyse zur Hypothesenprüfung
4.3.3 Interpretation der empirischen Ergebnisse
5. Gesamtheitliche Auswertung der empirischen Studien
5.1 Maßgebliche Limitationen der empirischen Studien
5.2 Implikationen für die weitere wissenschaftliche Forschung
5.3 Implikationen für die unternehmerische Praxis der Projektinitiatoren und Plattform-Betreiber
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Motivationsstrukturen und das Investitionsverhalten von Geldgebern im Kontext des reward-based Crowdfundings. Das Hauptziel besteht darin, die Faktoren zu identifizieren, die private Unterstützer dazu bewegen, in Crowdfunding-Projekte zu investieren, und dabei insbesondere zu prüfen, ob renditeorientiertes Verhalten neben intrinsischen und extrinsischen Motiven eine Rolle spielt.
2.4.2.9 Herdenverhalten
Aus der Crowdfunding-Forschung ist bekannt, dass Unterstützer bei der Entscheidung in ein Projekt zu investieren, sehr unsicher agieren. Diese Verunsicherung resultiert aus der Ungewissheit, ob die Fähigkeiten der Initiatoren ausreichend vorhanden sind, um das Projekt umzusetzen und die Ersteller generell als vertrauenswürdig oder glaubwürdig einzustufen sind. Dies gilt insbesondere für Projekte, die eine hohe Finanzierungssumme aufrufen. Untermalt wird die Unsicherheit zum Beispiel durch Mollick (2014), der feststellte, dass sehr viele Projekte der Plattform Kickstarter die versprochenen Belohnungen erst mit einer beträchtlichen Verzögerung bzw. auch überhaupt nicht liefern. Ein weiteres Risiko hängt noch mit der Belohnung zusammen. Die meisten Projekte befinden sich in einem sehr frühen Stadium und bestehen nur aus einer Idee, sodass die Qualität des erwarteten Produktes oder der Dienstleistung nicht erkennbar sind. In diesem Umfeld der Unsicherheit spielt das Herdenverhalten eine zentrale Rolle. Im Verständnis des Crowdfunding liegt Herdenverhalten dann vor, wenn sich ein Unterstützer unter Berücksichtigung des Investitionsverhaltens von anderen Akteuren für dasselbe Verhalten wie diese entscheidet. Unterstützer müssen ihre Investitionsentscheidungen auf der Grundlage unvollständiger und asymmetrischer Informationen treffen, die die Projektersteller auf der Crowdfunding-Plattform zur Verfügung stellen. Infolgedessen verfolgen die Geldgeber eine Herdenstrategie, weil sie davon ausgehen, dass andere besser informiert sind und sie so ihre Unsicherheit kompensieren können. Herdenverhalten kann auf Belohnungs- und Renditeebene beobachtet werden, da hier die Möglichkeit für den Unterstützer besteht, zu sehen wie häufig bereits ein Pledge-Level bezogen wurde (s. Abb. 2.4). So stärkt das Herdenverhalten zudem auch noch das Belohnungs- und Renditemotiv.
1. Einleitung: Was treibt die Crowd an, junge Start-Up-Ideen zu finanzieren?: Einführung in das Thema Crowdfunding als Finanzierungsalternative und Herleitung der Forschungsfragen.
2. Annährung an das Phänomen Crowdfunding: Erschließung theoretischer Grundlagen: Erarbeitung der theoretischen Grundlagen und Stand der Forschung zu Crowdfunding-Modellen und Motivationspsychologie.
3. Quantitative Studie zur Exploration der Renditeorientierung bei belohnungsbasierten Crowd-Investitionen: Explorative Analyse mittels Web Scraping zur Untersuchung von Renditeerwartungen und deren Verteilung bei Crowdfunding-Projekten.
4. Quantitative Analyse zur Hypothesenprüfung der Motive von Unterstützern für Investitionen in Crowdfunding-Projekte: Empirische Überprüfung von Motivationshypothesen mittels einer quantitativen, internetgestützten Fragebogenerhebung und Regressionsanalyse.
5. Gesamtheitliche Auswertung der empirischen Studien: Diskussion der Ergebnisse im Kontext der Limitationen sowie Ableitung von Implikationen für Forschung und Praxis.
6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der zentralen Erkenntnisse und Beantwortung der Ausgangsfragen.
Crowdfunding, reward-based Crowdfunding, Investitionsmotivation, Renditeorientierung, Herdenverhalten, intrinsische Motive, extrinsische Motive, Startnext, empirische Untersuchung, Regressionsanalyse, Web Scraping, Unterstützerverhalten, Finanzierungslücke, Modellbildung, Konsumentenverhalten
Die Arbeit analysiert die spezifischen Beweggründe und das Verhalten von Geldgebern, die Projekte auf belohnungsbasierten Crowdfunding-Plattformen finanziell unterstützen.
Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen intrinsischen und extrinsischen Motiven, die Bedeutung der Renditeerwartung sowie der Einfluss des sozialen Herdenverhaltens auf die Investitionsentscheidung.
Ziel ist die Identifikation der individuellen Faktoren, welche die Bereitschaft privater Geldgeber motivieren, sich an Projekten zu beteiligen, um so Gründern und Plattformbetreibern bessere Einblicke in Investoren-Anreize zu geben.
Die Arbeit nutzt einen quantitativen Multimethodenansatz, bestehend aus einer explorativen Web-Scraping-Datenanalyse in Phase eins und einer explanativen, fragebogengestützten Hypothesenprüfung in Phase zwei.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine explorative Datenanalyse von über 3451 Projektdatensätzen und eine darauffolgende empirische Regressionsanalyse mit 180 Probanden zur Hypothesenprüfung.
Typische Schlüsselbegriffe sind Crowdfunding, Investitionsmotivation, Rendite, Herdenverhalten, intrinsische vs. extrinsische Motivation sowie Startnext als Fallbeispiel.
Das Herdenverhalten wirkt als Moderator, der die Verbindung zwischen Belohnungen bzw. Renditechancen und der tatsächlichen Investitionsentscheidung stärkt, da Investoren sich bei Unsicherheit an den Handlungen anderer orientieren.
Die Kategorie "Mode" erlaubt eine verlässlichere Bewertung materieller Gegenleistungen, was die Berechnung von Renditen im Vergleich zu anderen Kategorien wie Technik oder Kunst greifbarer macht.
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