Masterarbeit, 2019
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema und dessen Relevanz
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Kerngedanken und -inhalte von Insolvenzen
2.1 Entwicklung bis zur Insolvenz: wirtschaftliche Krise
2.1.1 Chronologie eines klassischen Sanierungsverfahrens
2.1.2 Kommunikation in der Krise
2.2 Überblick über die Arten der Insolvenzverfahren nach der Insolvenzordnung
2.2.1 Materielle Insolvenzgründe der Insolvenzordnung: Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung
2.2.2 Wesentliche Charakteristika und zentrale Herausforderung der einzelnen Insolvenzverfahren
2.3 Sanierungsverfahren als Restrukturierungsmöglichkeit
2.3.1 Schutzschirmverfahren nach ESUG vs. vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren
2.3.2 Interessenkonflikte
3. Stand der Forschung
3.1 Der gegenwärtige Forschungsstand der Thematik
3.1.1 Wissenschaftliche Studien
3.1.2 Beraterstudien
3.1.3 Zusammenfassung des Forschungstandes
3.2 Herleitung der Forschungsdefizite und Formulierung der Forschungsfrage
4. Forschungsmethodik
4.1 Selektion der Methode
4.2 Datenerhebung mittels Interviews
4.3 Datenauswertung nach Mayring
5. Ergebnisse
5.1 Praxisrelevanz
5.2 Ziele des vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens
5.3 Gesellschaftsform
5.4 Höhere Akzeptanz zum ESUG
5.5 Attraktivität eines präventiven Sanierungsverfahrens
5.6 Cherry Picking
5.7 Öffentlichkeit
5.8 Rolle in der Zukunft
5.9 Auswirkung auf Insolvenzen
5.10 Limitation
6. Fazit
Die Arbeit untersucht die Relevanz und den Beitrag von vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahren in Deutschland unter Berücksichtigung globaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Ziel ist es, zu analysieren, ob diese Verfahren eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Restrukturierungsinstrumenten darstellen und inwieweit sie das Risiko von Unternehmensinsolvenzen mindern können, basierend auf einer qualitativen Expertenbefragung.
2.1.1 Chronologie eines klassischen Sanierungsverfahrens
„Der betriebswirtschaftliche Krisenbegriff stellt ganz allgemein Krisen als wirtschaftliche Schwierigkeiten oder – etwas plastischer – als Bedrohungen der Unternehmung bzw. als ihren Bestand gefährdende Situationen dar.“
Unternehmenskrisen sind demnach nachhaltige ungeplante und ungewollte Existenzgefährdungen für das gesamte Unternehmen. Ebenso muss von dem gesamten Existenzverlust in diesem Zusammenhang ausgegangen werden. Unternehmenskrisen suggerieren überdies, dass im Extremfall nicht zwingend die Existenz verloren gehen muss, sondern ebenso eine erfolgreiche Krisenbewältigung möglich ist. Diesbezüglich ist der Begriff „Krise“ als ein zeitlich begrenzter Prozess aufzufassen. Der Beginn einer Unternehmenskrise ist dabei nur aus subjektiver Sicht des betroffenen Unternehmens wahrnehmbar. Eine Krise ist darüber hinaus nur begrenzt steuerbar. Dies liegt darin begründet, dass die Beeinflussung des autonomen Ablaufs von Unternehmenskrisen bis zu einem gewissen Grad möglich ist. Dies stellt jedoch zugleich einen hohen Anspruch an die in Krisen erforderliche Führungsqualität. Dennoch wird der Begriff „Krise“ in der Theorie und Praxis sehr heterogen verwendet und ist eigentlich von dem altgriechischen Wort „krisis“ abgeleitet; wurde doch damit im Allgemeinen auf eine entscheidende Handlung im antiken Drama bzw. auf eine Zuspitzung im Falle einer Krankheit hingewiesen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zunehmende Globalisierung ein und erläutert die Relevanz sowie den Aufbau der Masterthesis zum Thema vorinsolvenzliche Sanierung.
2 Kerngedanken und -inhalte von Insolvenzen: Dieses Kapitel betrachtet die Grundlagen von Unternehmenskrisen, klassische Sanierungsphasen und einen Überblick über gängige Insolvenzverfahren.
3. Stand der Forschung: Hier wird der aktuelle Forschungsstand anhand wissenschaftlicher und Beraterstudien kritisch beleuchtet, um Forschungslücken zu identifizieren.
4. Forschungsmethodik: Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere die Wahl der qualitativen Experteninterviews und deren Auswertung nach Mayring.
5. Ergebnisse: Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Experteninterviews werden in Unterkategorien gegliedert und hinsichtlich ihrer Praxisrelevanz diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung des vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens als neue Alternative zur Unternehmensrettung.
Vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren, Insolvenzordnung, ESUG, Schutzschirmverfahren, Restrukturierung, Unternehmenskrise, Qualitative Forschung, Experteninterviews, Cherry Picking, Sanierungsgutachten, Gläubigerautonomie, Insolvenzvermeidung, Unternehmenskultur, Finanzwirtschaftliche Sanierung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Relevanz und dem Beitrag von vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahren zur Vermeidung von Insolvenzen im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld.
Die zentralen Felder umfassen Krisenursachen, die deutsche Insolvenzordnung (insb. Schutzschirmverfahren/ESUG), die Perspektive der EU-Richtlinien sowie die qualitative Analyse von Expertenmeinungen zur Wirksamkeit präventiver Sanierung.
Ziel ist es zu klären, ob ein vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren eine sinnvolle Ergänzung zum bisherigen Instrumentarium darstellt und wie Unternehmen dadurch besser saniert werden können.
Die Autorin/Der Autor nutzt eine qualitative Forschungsstrategie und führt eine Mehrfachfallstudie mittels leitfadengestützter Experteninterviews durch.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Krisenbewältigung der aktuelle Stand der Forschung analysiert sowie die empirischen Ergebnisse aus Experteninterviews ausgewertet.
Wichtige Begriffe sind vorinsolvenzliche Sanierung, Restrukturierung, ESUG, Insolvenzvermeidung und qualitative Inhaltsanalyse.
Die EU-Richtlinien zwingen die Mitgliedstaaten, präventive Restrukturierungsrahmen zu schaffen, was in Deutschland einen Paradigmenwechsel und die Anpassung bestehender Sanierungsinstrumente erfordert.
Das "Cherry Picking" wird diskutiert, da die Sorge besteht, dass Unternehmen vorinsolvenzliche Verfahren missbräuchlich nutzen könnten, um sich gezielt unliebsamer Forderungen zu entledigen, ohne dass dies ein echter Sanierungserfolg ist.
Die Experten bewerten die Zukunft verhalten-optimistisch und betonen, dass der Erfolg maßgeblich von der Ausgestaltung durch den Gesetzgeber und der Akzeptanz in der Praxis abhängt.
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