Diplomarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlagen
2.1 Lebenszyklusmodelle
2.2 Besonderheiten und Anforderungen der Einzelfertigung
2.3 Lebenszyklusmodell für die Einzelfertigung
2.4 Grundlagen des Controlling
3 Lebenszyklusorientiertes Controlling in Unternehmen mit Einzelfertigung
3.1 Controllinginstrumente im Entstehungszyklus
3.1.1 Target Costing
3.1.2 Konstruktionsbegleitende Kalkulation
3.1.3 Life Cycle Costing
3.2 Controllinginstrumente im Marktzyklus
3.3 Controllinginstrumente im Nachsorgezyklus
4 Preiskalkulation unter Berücksichtigung des integrierten Produktlebenszyklus
4.1 Lebenszykluskosten und –erlöse aus Produzentensicht
4.2 Lebenszykluskosten aus Kundensicht
4.3 Integriertes Konzept
5 Lebenszyklusorientiertes Controlling in der Praxisanwendung bei der AF Laser s.a.r.l.
5.1 Vorstellung des Unternehmens AF Laser s.a.r.l.
5.2 Praktischer Einsatz des lebenszyklusorientierten Controlling
5.2.1 Betrachtung der lebenszyklusphasenbezogenen Kosten
5.2.2 Schadensanalyse
5.2.3 Berücksichtigung der Kundenperspektive
5.2.4 Integrierte Preiskalkulation
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Diplomarbeit zielt darauf ab, Instrumente für ein lebenszyklusorientiertes Controlling zu identifizieren, die den spezifischen Anforderungen der Einzelfertigung besser gerecht werden als klassische Kostenrechnungssysteme. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie durch eine ganzheitliche Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus – von der Entwicklung über die Marktphase bis zur Nachsorge – eine aussagekräftigere Informationsgrundlage für die Unternehmensführung geschaffen werden kann, um Fehlentscheidungen zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
„Today’s management accounting information ... is too late, too aggregated, and too distorted to be relevant for manager’s planing and control decisions”1.
Entscheidungen, die auf Empfehlungen der heute angewandten Kostenrechnungssysteme beruhen, geraten in Theorie und Praxis immer mehr in Bedrängnis2. Dies liegt vor allem daran, dass die „klassischen Kostenrechnungssysteme“3, die in den fünfziger und sechziger Jahren entwickelt wurden4, den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Steigende Komplexität und Dynamik der Prozesse und Umweltbedingungen5, die sich z.B. in verstärkter Internationalisierung6, sinkenden Produkt- und Prozesslebenszyklen7, kürzeren Innovationszyklen8 und komplexeren Produktionstechnologien9 zeigen, erfordern einen Wandel im Kostenrechnungsdenken.
Hinzu kommen Strukturveränderungen in den Kosten: Die Fix- bzw. Gemeinkostenanteile steigen kontinuierlich an und somit bieten die herkömmlichen Zuschlagsverfahren keine verlässlichen Entscheidungsgrundlagen mehr10. Des Weiteren liegen Kostenfestlegung und Kostenentstehung weit auseinander, so dass der Schwerpunkt des Controlling von der Produktion hin zur Entwicklung und Konstruktion verlagert werden muss, wo etwa 85 Prozent der späteren Kosten festgesetzt werden11. Auch ist eine Fehlerbehebung in den Anfangsphasen eines Produktes kostengünstiger und die sog. „Sunk Cost Problematik“12 noch nicht vorhanden.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Mängel klassischer Kostenrechnungssysteme bei steigender Prozesskomplexität und definiert das Ziel, Instrumente für ein lebenszyklusorientiertes Controlling in der Einzelfertigung zu finden.
2 Grundlagen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Lebenszyklusmodellen, die spezifischen Anforderungen der Einzelfertigung und die allgemeinen Aufgaben des Controllings dargelegt.
3 Lebenszyklusorientiertes Controlling in Unternehmen mit Einzelfertigung: Der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung und Modifikation von Instrumenten wie Target Costing und Konstruktionsbegleitender Kalkulation innerhalb des Entstehungs-, Markt- und Nachsorgezyklus.
4 Preiskalkulation unter Berücksichtigung des integrierten Produktlebenszyklus: In diesem Kapitel wird ein integriertes Konzept entwickelt, das Produzenten- und Kundensicht vereint, um eine markt- und lebenszyklusorientierte Preisbestimmung zu ermöglichen.
5 Lebenszyklusorientiertes Controlling in der Praxisanwendung bei der AF Laser s.a.r.l.: Die Arbeit präsentiert die praktische Implementierung des entwickelten Controllings bei der AF Laser s.a.r.l. und analysiert auftretende Herausforderungen bei der Datenbeschaffung und Kostenschätzung.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz eines lebenszyklusorientierten Controllings zusammen, kritisiert die noch unzureichende Verbreitung in der Praxis und skizziert künftige Entwicklungsnotwendigkeiten wie eine stärkere Integration der Erlösseite.
Lebenszyklusorientiertes Controlling, Einzelfertigung, Target Costing, Konstruktionsbegleitende Kalkulation, Life Cycle Costing, Produktlebenszyklus, Kostenmanagement, Preiskalkulation, Kundenorientierung, Prozesskostenrechnung, Unternehmensführung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Konzeption und Umsetzung eines lebenszyklusorientierten Controllings in Unternehmen, die sich auf die Einzelfertigung spezialisiert haben.
Im Mittelpunkt stehen die Überwindung klassischer Kostenrechnungssysteme, die gezielte Steuerung von Kosten in verschiedenen Lebenszyklusphasen und die marktgerechte Preisgestaltung bei kundenindividuellen Aufträgen.
Ziel ist es, Controllinginstrumente zu identifizieren und anzupassen, die den heutigen Anforderungen (Komplexität, kurze Innovationszyklen) gerecht werden und eine bessere Informationsgrundlage bei der Einzelfertigung bieten.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Konzepte und der praktischen Anwendung und Evaluation dieser Methoden anhand einer Fallstudie bei der Firma AF Laser s.a.r.l.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung des Entstehungs-, Markt- und Nachsorgezyklus sowie der Entwicklung eines Modells zur integrierten Preiskalkulation, welches die Kunden- und Produzentenperspektive verknüpft.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem Lebenszyklusorientiertes Controlling, Einzelfertigung, Target Costing, Konstruktionsbegleitende Kalkulation, Life Cycle Costing und Kundenorientierung.
Die Autorin betont, dass bei der Einzelfertigung Erfahrungen nur bedingt übertragbar sind. Dennoch wird versucht, durch die Erfassung von Prozessdaten aus der Vergangenheit und Schätzungen eine Wissensbasis aufzubauen, um zukünftige Kalkulationen präziser zu gestalten.
Das Unternehmen erhält durch die Einführung eine detaillierte Aufschlüsselung der Entwicklungs-, Dokumentations- und Nachsorgekosten, was eine realistischere und wettbewerbsfähigere Preisbildung ermöglicht.
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