Bachelorarbeit, 2020
65 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theoretische Einbettung
2.1 Parteien und Parteiensysteme
2.2 Kernbestandteile repräsentativer Demokratien
2.3 Krisen und Herausforderungen
3 Konzeptionalisierung der Repräsentationsindikatoren
3.1 Wahlbeteiligung
3.2 Cleavage-Modell
4 Entwicklung und Herausforderung des deutschen Parteiensystems
4.1 1953 bis 1976
4.2 1976 bis 1998
4.3 1998 bis 2005
4.4 2005 bis 2017
5 Resümee und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Repräsentationsfähigkeit des deutschen Parteiensystems im Längsschnitt, um zu ermitteln, seit wann Anzeichen einer „Repräsentationslücke“ bestehen und wie politische Parteien auf die Herausforderungen der repräsentativen Demokratie reagieren. Dabei wird analysiert, inwieweit das Parteiensystem in seiner Gesamtheit ein pluralistisches Gemeinwohl und ein pluralistisches Gesellschaftsbild widerspiegeln kann.
2.1 Parteien und Parteiensysteme
Parteien haben, in der Herrschaft des Volkes, unter Anbetracht der hohen Bevölkerungszahl in Deutschland, eine strukturierende Funktion in der Volksherrschaft (vgl. Rudzio 2019: 85). Sie tragen die zentrale Funktion der institutionalisierten Repräsentation. „In modernen Demokratien sind Parteien das Bindeglied zwischen Wählern, Parlamenten und Regierungen (vgl. Merkel 2015: 34).“
Politische Parteien können nach Macht streben (vgl. Weber 1956: 176), um soziale, wirtschaftliche und kulturelle Konflikte im politischen Geschehen (auf Landes- oder Bundesebene) langfristig zu beeinflussen. Hierfür greifen Parteien die Interessen der Bevölkerung in öffentlichen Diskursen auf, bündeln sie und verschaffen ihnen im Parlament und Regierung politisches Gleichgewicht. Politische Parteien dienen der nationalen Integration der Bürger und der Repräsentation der territorialen Diversität (vgl. Detterbeck 2019: 101). Sie wirken an der politischen Willensbildung mit (vgl. Art. 21 (1) GG). Ihnen kommt eine zentrale Vermittlerrolle zwischen Staat und Gesellschaft zu (vgl. Mielke 2013: 175). „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt (Art. 20 GG).“ Im Grundgesetz sind zudem demokratische Prinzipien verankert, wobei politischen Parteien ein spezifisches Parteiengesetz zukommt (Art. 21 (2) GG; PartG). Gewissermaßen stehen sie im verfassungsrechtlichen Auftrag, um die Demokratie in Deutschland zu wahren (vgl. Mielke 2013: 175). Das Grundgesetz legt fest, wie politische Parteien aufgebaut sein müssen, also welche Strukturbedingungen sie haben sollten, um der repräsentativen Form gerecht zu werden.
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Forschungsinteresse ein, welches durch den Erfolg der AfD und die Diskussion um eine „Repräsentationslücke“ im deutschen Parteiensystem motiviert ist.
2 Theoretische Einbettung: Dieses Kapitel erläutert die Funktionen politischer Parteien, die Kernbestandteile repräsentativer Demokratien und die begriffliche Unterscheidung zwischen Herausforderungen und Krisen.
3 Konzeptionalisierung der Repräsentationsindikatoren: Hier werden die Wahlbeteiligung und das Cleavage-Modell als methodische Instrumente eingeführt, um die Repräsentationsfähigkeit empirisch greifbar zu machen.
4 Entwicklung und Herausforderung des deutschen Parteiensystems: Der Hauptteil analysiert die Entwicklung des Parteiensystems in vier Phasen von 1953 bis 2017 anhand der gewählten Indikatoren.
5 Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Längsschnittanalyse zusammen und diskutiert mögliche Wege zur Stärkung der Repräsentation in einer latenten Krise der Demokratie.
Repräsentationsfähigkeit, deutsches Parteiensystem, Wahlbeteiligung, Cleavage-Modell, repräsentative Demokratie, Repräsentationslücke, Volksparteien, politische Parteien, Wahlanalyse, Transformation, Fragmentierung, Parteienwettbewerb, AfD, politisches System, Demokratiekrise.
Die Arbeit untersucht die Repräsentationskraft des deutschen Parteiensystems über einen Zeitraum von 1953 bis 2017, um Anzeichen für Repräsentationslücken aufzudecken.
Zentral sind die Funktion von Parteien, die Auswirkungen von sozio-kulturellen Konflikten auf das Wahlverhalten und die Dynamik von Parteien bei der Repräsentation gesellschaftlicher Gruppen.
Das Ziel ist es, mittels einer Längsschnittuntersuchung zu klären, seit wann Repräsentationslücken im Parteiensystem erkennbar sind und wie Parteien mit diesen Herausforderungen umgehen.
Die Autorin verwendet eine vergleichende Analyse, basierend auf den Indikatoren der Wahlbeteiligung und der Anwendung des Cleavage-Modells von Lipset und Rokkan auf das deutsche Parteiensystem.
Der Hauptteil gliedert das Parteiensystem in vier historische Entwicklungsphasen: die Konzentrations-, Transformations-, Aufbruchs- und Fragmentierungsphase.
Wichtige Begriffe sind Repräsentationsfähigkeit, Wahlbeteiligung, das Cleavage-Modell sowie die Analyse von Herausforderungen der deutschen Demokratie im Wandel.
Es dient dazu, zu visualisieren, ob soziale Gruppen in ihrer Vielfalt durch Parteien politisch repräsentiert werden oder ob bestimmte Konflikträume unbesetzt bleiben.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass seit den 1980er Jahren ein „links-autoritärer“ Konfliktraum im Cleavage-Modell unbesetzt bleibt, was als Hinweis auf eine existierende Repräsentationslücke gedeutet wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

