Diplomarbeit, 2005
80 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Entwicklung und Funktion der modernen Familie
2.1 Ein historischer Abriss - vom „großen Haus“ zur bürgerlichen Kleinfamilie
2.2 Definition von „Familie“
2.3 Pluralisierung der Lebensformen
2.4 Leistungen und Funktionen der modernen Familie
2.4.1 Familie als soziales System
2.4.2 Die Familie als Sozialisierungsinstanz
2.4.3 Reproduktionsfunktion der Familie
2.4.4 Fazit
3. Familiale Rollen
3.1 Zum Verständnis des Begriffs „soziale Rolle“
3.2 Rollenwandel
3.2.1 Veränderungen in der Rolle der Frau
3.2.2 Veränderungen in der Rolle des Vaters
3.2.3 Veränderte Funktion von Kindern
4. Gesellschaftliche Entwicklungen und die Auswirkungen auf die Erziehung
4.1 Individualisierung und Wertewandel
4.2 Äußere und innere Einflüsse auf das Familiensystem
4.2.1 Ökonomische Situation als äußerer Einflussfaktor auf Familien
4.2.2 Zur Gestaltung der Paarbeziehung innerhalb der Familie
4.3 Erziehungsziele
4.4 Auswirkungen auf das elterliche Erziehungsverhalten
5. Erziehungsstile im Vergleich
5.1 Autoritärer Erziehungsstil
5.2 Permissiver Erziehungsstil
5.3 Vernachlässigender und überbehütender Erziehungsstil
5.4 Autoritativer Erziehungsstil
5.5 Erziehungsstile und kindliche Verhaltensprobleme
6. Beiträge der sozialen Arbeit – zwei ausgewählte Modelle
6.1 „Starke Eltern – Starke Kinder“
6.1.1 Inhalt und Ziel des Elternkurses
6.1.2 Praktische Umsetzung des Elternkurses
6.2. „Elterliche Präsenz“ als systemisches Konzept
6.2.1 Was meint der Ansatz der elterlichen Präsenz?
6.2.2 „Wir sind hier!“, „Wir werden dich nicht aufgeben!“
6.3 Fazit
7. Resümee
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um den sogenannten „Erziehungsnotstand“ zu klären, indem sie die tiefgreifenden Veränderungen im Familiensystem sowie in Erziehungszielen und -methoden analysiert und daraus Handlungsmöglichkeiten für die Soziale Arbeit ableitet.
2.4.1 Familie als soziales System
Betrachtet man Familie aus systemtheoretischer Sicht kann man sie auch als soziales System beschreiben. Soziale Systeme sind Kommunikationssysteme, die ausschließlich über Kommunikation ihre Beziehungen untereinander aufrechterhalten. So finden auch Vorgänge und Entscheidungen im System Familie nur über den Austausch von Informationen statt, wodurch sie Grenzen zu anderen Systemen ziehen können.
Familie als soziales System wird insofern auf zwei Ebenen behandelbar:
1. In welchem Verhältnis steht das System Familie zur Umwelt?
und
2. Wie verhalten sich die familiären Subsysteme (z.B. Elternsubsystem) untereinander?
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Debatte über den sogenannten Erziehungsnotstand ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die Hintergründe dieser Diskussion zu beleuchten und Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit aufzuzeigen.
2. Entwicklung und Funktion der modernen Familie: Dieses Kapitel betrachtet den historischen Wandel von der vorindustriellen Familie hin zur modernen Familienstruktur sowie die zentralen Leistungen wie Sozialisation und Reproduktion.
3. Familiale Rollen: Hier wird der Rollenwandel einzelner Familienmitglieder untersucht und analysiert, wie sich die Erwartungen an Mutter-, Vater- und Kinderrolle verändert haben.
4. Gesellschaftliche Entwicklungen und die Auswirkungen auf die Erziehung: Das Kapitel thematisiert, wie Individualisierung und Wertewandel das Familiensystem beeinflussen und welche Auswirkungen ökonomische Faktoren sowie die Gestaltung der Paarbeziehung auf die Erziehung haben.
5. Erziehungsstile im Vergleich: Dieser Abschnitt vergleicht verschiedene Erziehungsstile, von autoritär bis autoritativ, und untersucht deren jeweilige Auswirkungen auf die Entwicklung und Verhaltensprobleme von Kindern.
6. Beiträge der sozialen Arbeit – zwei ausgewählte Modelle: Es werden zwei konkrete Modelle vorgestellt – „Starke Eltern – Starke Kinder“ und das systemische Konzept der „elterlichen Präsenz“ –, um Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu unterstützen.
7. Resümee: Das Schlusswort fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit unterstützender Angebote der Sozialen Arbeit, um Eltern in einer komplexen Gesellschaft zu stärken.
Erziehung, Erziehungsnotstand, Familie, Sozialisation, Rollenwandel, Individualisierung, Wertewandel, Erziehungsstile, Soziale Arbeit, Elternkurs, Elterliche Präsenz, Systemtheorie, Familiensystem, Kindesentwicklung, Eltern-Kind-Beziehung.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung des aktuellen gesellschaftlichen Diskurses über einen vermeintlichen Erziehungsnotstand und untersucht die zugrunde liegenden Veränderungen in Erziehungsaufgaben und -methoden.
Die zentralen Themen umfassen den Strukturwandel der modernen Familie, den Rollenwandel innerhalb des Familiensystems, gesellschaftliche Einflüsse wie Individualisierung sowie den Vergleich verschiedener Erziehungsstile.
Das Ziel ist es, den Ursachen der sogenannten Erziehungskatastrophe nachzugehen und aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit Eltern unterstützen kann, um eine kompetente und elterliche Präsenz im Erziehungsalltag wiederherzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit soziologischen und systemtheoretischen Ansätzen sowie einer Analyse verschiedener Erziehungsmodelle und der aktuellen Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Familienentwicklung, familiale Rollen, gesellschaftliche Auswirkungen auf die Erziehung, den Vergleich von Erziehungsstilen sowie die Vorstellung von Modellen der Sozialen Arbeit.
Die wesentlichen Begriffe sind Erziehung, Familie, Individualisierung, Rollenwandel, Erziehungsstile, Soziale Arbeit, systemisches Konzept und elterliche Präsenz.
Nach Hurrelmann ist dieser Stil durch eine zurückhaltende, umsichtige Ausübung elterlicher Autorität gekennzeichnet, bei der die Bedürfnisse des Kindes im Sinne einer partnerschaftlichen Beziehung einbezogen werden.
Es handelt sich um ein systemisches Elterncoaching, das darauf abzielt, dass Eltern in ohnmächtigen oder konfliktbeladenen Situationen ihre reale Präsenz und elterliche Stimme durch konstruktive, gewaltfreie Maßnahmen zurückgewinnen.
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