Diplomarbeit, 2006
144 Seiten, Note: 1,0
Vorwort
1. Einleitung
2. Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit
I. THEORETISCHER TEIL
3. Menschenbild und Erziehungsperspektive
3.1 Das Menschenbild der humanistischen Psychologie
3.2 Die Fokussierung der Ganzheitlichkeit
3.3 Erziehungsperspektive
3.4 Die Rolle der Beziehung in der Erziehung
3.5 Zusammenfassung
4. Die Rolle des Körpers in der menschlichen Entwicklung
4.1 Forschungsergebnisse zum Thema Berührungen
4.2 Die Körperthemen der Entwicklungspsychologie
4.3 Psychotherapie und Körperpsychotherapie
4.4 Der Körper in der Bindungstheorie
4.5 Pädagogische Ansätze mit ganzheitlicher Orientierung
4.5.1 Erlebnispädagogik
4.5.2 Heilpädagogik
4.5.3 Motopädagogik/Psychomotorik
4.6 Zusammenfassung
5. Professionelle pädagogische Kompetenz
5.1 Das Kompetenzmodell von Nieke
5.2 Der Körper als Bestandteil der pädagogischen Kompetenz
5.3 Zusammenfassung
6. Der Körper als Adressat der (Heim)Erziehung
6.1 Jugendwohngemeinschaften – Hilfen zur Erziehung
6.2 Die Situation der Pädagoginnen in der Heimerziehung
6.3 Die Lebenssituation der Jugendlichen
6.4 Zusammenfassung
7. Der Körper in der Heimerziehungsliteratur – eine Literaturstudie
7.1 Das Untersuchungsdesign
7.2 Körperthemen – Ergebnisse der Untersuchung
7.2.1 Sexueller Missbrauch
7.2.2 Sport und Motopädagogik/Psychomotorik
7.2.3 Macht und Aggression
7.2.4 Sonstige Körperthemen
7.3 Zusammenfassung
8. Zusammenfassung der Ergebnisse
II. UNTERSUCHUNG
9. Die exemplarisch empirische Untersuchung
9.1 Auswahl der Forschungsmethode
9.2 Untersuchungsdesign
9.2.1 Der Interviewleitfaden
9.2.2 Vorbereitung und Durchführung der Interviews
9.2.3 Auswertung der Interviews
9.3 Zusammenfassung
10. Darstellung der Untersuchungsergebnisse
10.1 Berufsverständnis
10.2 Das Erziehungsverständnis und die Bedeutung der Beziehung
10.3 Professionalität und die Grenze zum Privatleben
10.4 Der Umgang mit dem Körper
10.5 Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse
11. Zusammenfassung der Arbeit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit der Körper als Adressat der Erziehung in der Praxis der stationären Jugendwohngruppenarbeit Berücksichtigung findet. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Pädagoginnen in der Heimerziehung die körperliche Dimension in ihre professionelle pädagogische Kompetenz integrieren und welche Rolle körperbezogene Bedürfnisse der Jugendlichen im Heimalltag spielen.
Die Rolle des Körpers in der menschlichen Entwicklung
„Woher kommt jene hartnäckig aufrechterhaltene Unklarheit im Umgang mit einer ganzheitlichen, psychisch und kommunikative Prozesse einbeziehenden Vorstellung von Körperlichkeit? Welche Angst treibt zu Fixierung auf das Verbale, dem ein „Körperliches“ apodiktisch entgegengesetzt wird?“
Im zweiten Kapitel wurden beim Entwurf der Körperdimension der Jugendwohngruppenarbeit verschiedene Qualitäten der Arbeit mit Jugendlichen benannt. Diese bauen auf grundlegenden Körperphänomenen auf, die für jeden Menschen konstituierend sind. Eine beispielhafte Auswahl grundsätzlicher Körperthemen pädagogischer Arbeit ist im Folgenden aufgeführt:
Die genannten Themen sind elementare Bestandteile der täglichen Arbeit. Sie werden in Auszügen im Weiteren unter verschiedenen Gesichtspunkten näher betrachtet und deren Bedeutung für die menschliche Entwicklung herausgestellt. Bezüglich der Rolle des Körpers in der menschlichen Entwicklung existiert eine große Anzahl von unterschiedlichsten Materialien und Veröffentlichungen in der Populärliteratur. Ein umfassender Überblick ist an dieser Stelle weder möglich noch sinnvoll. Vielmehr sollen unterschiedliche Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Disziplinen dargelegt und die Bedeutung des Körpers in der menschlichen Entwicklung beispielhaft aufgezeigt werden, um einen Einblick in diverse Körperthemen und deren Bedeutsamkeiten zu geben.
Menschenbild und Erziehungsperspektive: Dieses Kapitel erläutert das humanistische Menschenbild und dessen Bedeutung für eine ganzheitliche Erziehungsperspektive in Jugendwohngruppen.
Die Rolle des Körpers in der menschlichen Entwicklung: Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse zur Bedeutung von Körperkontakt und Berührungen aus der Psychologie und Pädagogik zusammengetragen.
Professionelle pädagogische Kompetenz: Dieses Kapitel verortet die körperliche Dimension im Kompetenzdiskurs und stellt ein Modell für professionelles pädagogisches Handeln vor.
Der Körper als Adressat der (Heim)Erziehung: Hier wird das pädagogische Arbeitsfeld der Jugendwohngruppen beschrieben und die Situation von Pädagoginnen und Jugendlichen analysiert.
Die exemplarisch empirische Untersuchung: Dieser Teil beschreibt die qualitative Forschungsmethode und das Untersuchungsdesign der durchgeführten Experteninterviews.
Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Interviews hinsichtlich Berufsverständnis, Beziehungsgestaltung und dem Umgang mit dem Körper in der Praxis.
Heimerziehung, Jugendwohngruppen, Körperdimension, Körperkontakt, Berührungen, ganzheitliche Erziehung, pädagogische Kompetenz, Beziehungsgestaltung, Entwicklungspsychologie, Verhaltensauffälligkeiten, Körperpsychotherapie, professionelles Handeln, Körperwahrnehmung, Bindungstheorie, Jugendhilfe.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der körperlichen Dimension in der stationären Jugendwohngruppenarbeit und deren Integration in das professionelle pädagogische Handeln.
Zentrale Themen sind das Menschenbild in der Pädagogik, die Rolle des Körpers in der menschlichen Entwicklung, professionelle Kompetenzentwicklung und die Praxis der Beziehungsarbeit in Wohngruppen.
Das Ziel ist die Sensibilisierung für die körperliche Dimension in der pädagogischen Arbeit und die Erarbeitung von Perspektiven zur Verbesserung der professionellen Kompetenz von Pädagoginnen.
Es wird eine qualitative empirische Untersuchung in Form von leitfadengestützten Experteninterviews mit fünf Pädagoginnen und Pädagogen durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Grundlegung zum Körperbegriff, eine Literaturstudie zum Stand der Heimerziehung sowie die Auswertung der Experteninterviews zur Praxis der körperlichen Erziehung.
Wichtige Begriffe sind Heimerziehung, Körperkontakt, Beziehungsgestaltung, pädagogische Kompetenz, ganzheitliche Erziehung und Verhaltensauffälligkeiten.
Die Arbeit identifiziert eine gesellschaftliche Trennung von Körper und Geist (Dualismus) sowie Unsicherheiten im Umgang mit Themen wie sexuellem Missbrauch als Gründe für die mangelnde Thematisierung.
Die Beziehung wird als elementare Grundvoraussetzung für erfolgreiche pädagogische Prozesse und als zentrales "Werkzeug" in der Arbeit mit Jugendlichen identifiziert.
Die Befragung zeigt, dass körperliche Interventionen (wie Raufen, Massieren oder Deeskalation) intuitiv eingesetzt werden, jedoch oft eine theoretische Fundierung und explizite Konzepte fehlen.
Die öffentliche Thematisierung von Missbrauch führt bei Pädagoginnen zu einer größeren Verunsicherung und einer eher zurückhaltenden Praxis im Körperkontakt mit Jugendlichen.
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