Magisterarbeit, 2007
107 Seiten, Note: 1,7
I Einleitung
II Institutioneller und gesellschaftlicher Hintergrund
II.I Die Institution „CNN“ als Initiator politischer Interviews
II.II Geschlechterrollen im politischen Diskurs
III Theoretischer Hintergrund
III.I Das Genre des politischen Interviews
III.II Das Konzept der Assertivität
III.III Die Relation von Geschlechterrolle und Assertivität
IV Die Untersuchungsgrundlagen
IV.I Der Untersuchungsgegenstand / Interviewauswahl
IV.II Der Analysekatalog
IV.II.I Die Kategorien
IV.II.I.I Vollständige Antworten (VA)
IV.II.I.II Unvollständige Antworten (UVA)
IV.II.I.III Anerkennen der Frage / Nichtbeantwortung (NB)
IV.II.II Der Modalitätsbegriff
IV.III Methodologie
V Hypothesen, Analysen und Diskussion
V.I Hypothese 1
V.II Hypothese 2
V.III Hypothese 3
V.IV Hypothese 4
VI Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Interviews des Nachrichtensenders „CNN“, inwieweit sich die sprachlichen Mittel weiblicher und männlicher Politiker in Interviewsituationen unterscheiden und ob geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung und Anwendung assertiver Verhaltensweisen vorliegen.
III.I DAS GENRE DES POLITISCHEN INTERVIEWS
Das politische Interview ist eine spezielle Form des mündlichen Diskurses, die sich in essentiellen Punkten, wie der Rollenverteilung zwischen den Interaktanten, Organisation, Struktur und Zeitrahmen, von herkömmlicher zwischenmenschlicher Konversation unterscheidet. In den meisten Fällen findet das Gespräch von Angesicht zu Angesicht an einem dafür vorgesehenen Ort, z. B. in einem Studio oder auf einer Pressekonferenz statt und wird durch die Medien des Radios, Fernsehens oder Internets in Echtzeit oder zeitversetzt übertragen. (vgl. Jucker 1986: 3) Daneben liegt eine gewisse Zahl von Interviews auch in schriftlicher Form, als Artikel in den Printmedien oder im Internet, vor. Allerdings gehen diesen Transkripten stets mündliche Interviews voraus.
So begreift Ekström (2001: 564ff.) das politische Interview als eine institutionelle Form sozialer Interaktion. Für den Interviewer und den Interviewten gelten bestimmte Rollenmuster, die sich sowohl aus dem institutionellen Kontext als auch aus der Gesprächssituation heraus ergeben. Von diesen Konventionen wird angenommen, dass beide Parteien sie einerseits kennen und sich andererseits in Übereinstimmung mit ihnen verhalten. Unter der Grundannahme, dass das politische Fernsehinterview eine Diskursform ist, die die öffentliche Wahrnehmung von Politikern maßgeblich beeinflusst, werden vier Kriterien definiert, die für das Genre als solches charakteristisch sind:
Das Interview wird vom Moderator begonnen und beendet.
Der Interviewer ergreift die Initiative, indem er den Interviewten auffordert zu sprechen.
I Einleitung: Diese Einleitung führt in das Feld der Geschlechterrollenforschung ein und definiert das Ziel, die geschlechtsspezifische Anwendung sprachlicher Mittel in Interviews zu untersuchen.
II Institutioneller und gesellschaftlicher Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet die Rolle des Fernsehens und speziell der politischen Talkshow als Vermittler zwischen Politik und Öffentlichkeit.
III Theoretischer Hintergrund: Hier werden das Genre des politischen Interviews sowie der Terminus der Assertivität definiert und die Zusammenhänge zwischen Geschlechterrolle und assertiver Kommunikation diskutiert.
IV Die Untersuchungsgrundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der Interviewbeispiele sowie die methodische Kategorisierung der Reaktionen und Modalitätsformen für die spätere Analyse.
V Hypothesen, Analysen und Diskussion: Auf Basis des Analysekatalogs werden vier Hypothesen formuliert und durch eine quantitative Auswertung der Interviewtranskripte überprüft.
VI Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen, wonach männliche Politiker assertiver kommunizieren als ihre weiblichen Kolleginnen, und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsansätze.
Assertivität, Politische Interviews, Geschlechterforschung, Politischer Diskurs, Sprachwissenschaft, Interviewtechniken, CNN, Late Edition, Modalität, Ausweichmanöver, Geschlechterrolle, Kommunikationsverhalten, Sprachanalyse, Politische Rhetorik, Quantitative Linguistik.
Die Arbeit untersucht geschlechtsspezifische Unterschiede im Kommunikationsverhalten von Politikern in TV-Interviews, wobei der Fokus auf dem Einsatz sprachlicher Assertivität liegt.
Die zentralen Themen umfassen die Geschlechterrollenforschung, das Genre des politischen Interviews sowie sozialpsychologische Theorien zur Assertivität.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob sich die sprachlichen Mittel, mit denen weibliche und männliche Politiker auf Interviewfragen reagieren, signifikant unterscheiden und ob männliche Politiker assertiver auftreten.
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von Interviewtranskripten durchgeführt, bei der Antworten in verschiedene Kategorien eingeteilt und mittels relativer Werte verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Erläuterung des Analysekatalogs inklusive der Kategorisierung von Antworten und Modalität sowie die empirische Überprüfung der vier aufgestellten Hypothesen.
Wichtige Begriffe sind Assertivität, politischer Diskurs, Geschlechterrollen, sprachliche Ausweichstrategien und die Analyse von Modalitätsformen in Interviews.
Es zeigt sich, dass Politikerinnen in TV-Interviews fast doppelt so häufig wie männliche Politiker auf Ausweichmanöver zurückgreifen, was als Kompensation für ein wahrgenommenes geringeres Maß an Assertivität interpretiert wird.
Die Modalität dient als Indikator für den Grad an Assertivität, da bestimmte modale Ausdrücke (wie Hedges) die Direktheit einer Aussage abschwächen können.
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