Diplomarbeit, 2002
59 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Methodisches Vorgehen bei der Literaturrecherche
1.3 Aufbau und Argumentationslinie
2. Darstellung der Begrifflichkeiten
2.1 Menschenbild
2.1.1 Das Menschenbild der humanistischen Psychologie
2.2 Demenzbegriff
2.2.1 Psychophysiologische Erkenntnisse der Demenz
2.3 Verbindung der Konstrukte Menschenbild und Krankheitsverständnis
3. Vorstellung der Referenztheorie
3.1 Theorie der Persönlichkeit von C. Rogers
3.1.1 Begründung für die Auswahl
3.1.2 Vorstellung der Theorie
3.1.3 Darstellung der Begrifflichkeiten und der Konstrukte der Theorie Rogers
4. Vorstellung der Konzepte
4.1 Der personenzentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen von Tom Kitwood
4.1.1 Erläuterungen zu elementaren Begriffen des Konzeptes
4.2 Validation – N. Feil
4.3 Theoretische Grundlagen der Validation und des Dementia Care Mappings in Bezug auf das Menschenbild
5. Das Menschenbild in den Konzepten von Tom Kitwood und Naomi Feil
5.1 Kategorienbildung zur Verwendung der Konstrukte
5.2 Analyse der Konzepte mittels der Kategorien
5.2.1 Das Selbst
5.2.2 Bedürfnisse und Verhalten
5.2.3 Entwicklung und Wahrnehmung
5.2.4 Hilfreiche Beziehungen
6. Das Krankheitsverständnis in den Konzepten von Tom Kitwood und Naomi Feil
6.1.1 Die Bedeutung von Demenz im personenzentrierten Ansatz von Kitwood
6.1.2 Bedeutung von Demenz im Konzept der Validation
6.1.3 Gegenüberstellung der Bedeutungen von Demenz bei Kitwood und Feil
7. Zusammenfassung der Ergebnisse
8. Diskussion
9. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht das Menschenbild sowie das Krankheitsverständnis innerhalb der beiden Pflegekonzepte "Validation" nach Naomi Feil und "Dementia Care Mapping" (personenzentrierter Ansatz) nach Tom Kitwood, wobei die Theorie der Persönlichkeit von Carl R. Rogers als Referenzrahmen dient. Das primäre Ziel ist es, die diesen Konzepten zugrundeliegenden Wertvorstellungen offenzulegen, um einen bewussteren Umgang mit dementierenden Personen zu ermöglichen und die eigene pflegerische Haltung zu reflektieren.
1.1 Hinführung zum Thema
In meiner Arbeit mit Dementierenden im Altenheim fiel mir besonders auf, dass der Umgang mit dementierenden Personen sich deutlich von dem mit anderen Bewohnern unterschied. Ferner konnte man ein fühlbares Ungleichgewicht in diesen Beziehungen spüren. In der Pflege kommt der Beziehung besondere Bedeutung zu. Die Art der Beziehung unterscheidet sich zum einen darin, dass die Beteiligten sich nicht unbedingt frei gewählt haben, zum anderen ist die zu pflegende Person in der Befriedigung einiger seiner Bedürfnisse von der Person, die sie pflegt abhängig. In gewisser Weise herrscht in diesen Beziehungen jedoch eine Interdependenz, welche im Laufe meiner Ausführungen noch genauer zum Ausdruck kommt. Das Bewusstsein dieser Interdependenz ist Teil der Grundlage des Verhaltens in Beziehungen.
Nicht nur, um Dementierende besser verstehen zu können, sondern, und das erscheint aufgrund der Wechselseitigkeit dieser Beziehung besonders wichtig, auch sich selbst besser kennen zu lernen. Rogers spricht hier von „Kongruenz“ als Grundhaltung in hilfreichen Beziehungen. „In diesem Merkmal spiegeln sich zwei Elemente wider, nämlich einerseits das Wahrnehmen und das Sensibelsein für eigene emotionale Erlebnisinhalte und andererseits der Ausdruck oder das Sichtbarwerden dieser Gefühle“. Wie ich mich selbst wahrnehme, hat also Einfluss auf den Umgang mit anderen in Beziehungen. Die Frage danach, wie man sich selbst wahrnimmt, erfordert eine Auseinandersetzung mit dem Menschsein an sich.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, definiert die verwendeten Begriffe wie "Betreuer" und "Dementierende" und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Darstellung der Begrifflichkeiten: Es werden grundlegende Definitionen für "Menschenbild" und "Demenz" erarbeitet sowie die Verbindung beider Konstrukte in psychologischer und medizinischer Sicht beleuchtet.
3. Vorstellung der Referenztheorie: Dieses Kapitel stellt die personenzentrierte Theorie der Persönlichkeit von C. Rogers vor, die als theoretisches Fundament für den weiteren Vergleich dient.
4. Vorstellung der Konzepte: Die Ansätze von Tom Kitwood (personenzentrierter Ansatz) und Naomi Feil (Validation) werden detailliert eingeführt und ihre theoretischen Grundlagen in Bezug auf das Menschenbild erläutert.
5. Das Menschenbild in den Konzepten von Tom Kitwood und Naomi Feil: Die Autorin analysiert beide Konzepte anhand von vier gebildeten Kategorien (Selbst, Bedürfnisse/Verhalten, Entwicklung/Wahrnehmung, Beziehungen) im Rückgriff auf Rogers Theorie.
6. Das Krankheitsverständnis in den Konzepten von Tom Kitwood und Naomi Feil: Das Krankheitsverständnis beider Ansätze wird kritisch untersucht, wobei insbesondere die Rolle von neurobiologischen Prozessen versus sozialpsychologischer Faktoren gegenübergestellt wird.
7. Zusammenfassung der Ergebnisse: Die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und die wesentlichen Thesen zum Menschenbild sowie die Unterschiede im Demenzverständnis final formuliert.
8. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch und hinterfragt die therapeutische Wirksamkeit der Ansätze sowie die Anforderungen an die pflegerische Haltung und Selbsterfahrung.
9. Ausblick: Der Ausblick betont die zentrale Bedeutung der menschlichen Wahrnehmung in der Pflege und empfiehlt die Erweiterung der Konzepte um Elemente der Selbsterfahrung und Supervision.
Validation, Dementia Care Mapping, Menschenbild, Demenz, personenzentrierter Ansatz, Carl R. Rogers, Pflegebeziehung, Identität, Selbstaktualisierung, Interdependenz, Kongruenz, Empathie, Autonomie, Krankheitsverständnis, psychische Entwicklung
Die Diplomarbeit untersucht das zugrundeliegende Menschenbild und das Verständnis von Demenz in den zwei bekannten Pflegekonzepten "Validation" nach Naomi Feil und dem personenzentrierten Ansatz nach Tom Kitwood.
Zentrale Themen sind die menschliche Identität, die Bedeutung der Beziehungspflege, der Umgang mit der eigenen Selbstwahrnehmung durch Pflegekräfte und die kritische Auseinandersetzung mit dem medizinischen Demenzverständnis.
Das Ziel ist es, durch einen Vergleich der Ansätze mit der Theorie von Carl R. Rogers aufzuzeigen, wie unterschiedliche Werte und Annahmen über das "Menschsein" den pflegerischen Alltag und das Verständnis des demenziellen Prozesses prägen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturrecherche, bei der die Konzepte von Feil und Kitwood in einem strukturierten Kategorienraster anhand der Persönlichkeitstheorie von Rogers verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Konzepte, eine vergleichende Analyse des Selbstverständnisses sowie der Bedürfnisse von Dementierenden und eine kritische Gegenüberstellung, wie die Konzepte die Entstehung und den Verlauf von Demenz interpretieren.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Validation, Dementia Care Mapping, personenzentrierter Ansatz, Kongruenz, Autonomie und Beziehungspflege charakterisiert.
Während beide Autoren Abwehr als Reaktion auf Bedrohung sehen, interpretiert Kitwood diese als "maligne Sozialpsychologie" im Kontext organisatorischer Umgebungen, wohingegen Feil den Rückzug in die Vergangenheit als eine (wenn auch unbewusste) Bewältigungsstrategie für ungelöste Lebensaufgaben ansieht.
Die Autorin argumentiert, dass Techniken wie Validation ohne eine entsprechende reflektierte innere Haltung wirkungslos bleiben oder sogar falsch angewendet werden können; daher sei Selbsterfahrung für das Pflegepersonal unerlässlich.
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