Bachelorarbeit, 2020
35 Seiten, Note: 2,00
1. Einleitung
2. Definitionen des Bösen
2.1. Definition des Bösen in der Antike
2.2. Definition des Bösen in der Biedermeierzeit
2.3. Definition des Bösen in der Gegenwart
3. Analyse und Einordnung der Figurentypen in Euripides Medea
3.1. Medea
3.2. Jason
3.3. Fazit
4. Analyse und Einordnung der Figurentypen in Grillparzers Medea
4.1. Medea
4.2. Jason
4.3. Kreusa
4.4. Die Söhne
4.5. Fazit
5. Analyse und Einordnung der Figurentypen in Wolfs Medea. Stimmen.
5.1. Medea
5.2. Die Gesellschaft
5.3. Jason
5.4. Kreon
5.5. Akamas
5.6. Agameda
5.7. Presbon
5.8. Glauke
5.9. Leukon
5.10. Fazit
6. Vergleich der Werke
7. Resümee
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Bösen in drei verschiedenen Medea-Varianten (Euripides, Grillparzer, Wolf) und analysiert, inwieweit das soziale Umfeld und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Protagonistin zu ihren Handlungen treiben oder sie zur Sündenbockfigur machen.
3.1. Medea
Medea, die Protagonistin in Euripides gleichnamigem Werk, verkörpert eine verlassene und rachelustige Frau. Innerhalb der Tragödie verübt sie insgesamt fünf Morde, sie tötet ihren Bruder, ihre beiden Kinder, König Kreon und dessen Tochter. Durch diese Taten wird sie von der Gesellschaft abgelehnt, verliert ihre ohnehin sehr geringe Anerkennung und wird aus dem Land getrieben. Das Lesepublikum sieht Medea sofort als bösartige und rachsüchtige Frau an. Die Morde an ihrem Bruder und ihren Kindern werden dabei als besonders grausam und böse wahrgenommen, betrachtet man jedoch die Umstände unter welchen Medea die Morde begangen hat, lässt sich nicht unmittelbar feststellen, wer in diesem Werk als böse zu bezeichnen ist. Exemplarisch dafür ist der Brudermord, Medea tötet ihren Bruder, um mit Jason das Goldenen Vlies zu stehlen. Sie verrät ihre Familie, ihre Heimat und tötet sogar ihren Bruder, um Jason ihre Liebe zu beweisen.
„O Vater und Heimat, denen ich schnöd Absagt, indem ich den Bruder erschlug!“
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage vor, ob Medea aus reiner Bösartigkeit handelt oder durch ihr soziales Umfeld zu ihren Taten getrieben wird.
2. Definitionen des Bösen: Das Kapitel erläutert unterschiedliche philosophische Sichtweisen auf das Böse in der Antike, der Biedermeierzeit und der Gegenwart.
3. Analyse und Einordnung der Figurentypen in Euripides Medea: Hier werden die Charaktere bei Euripides auf Basis der Anerkennungstheorie nach Honneth analysiert und als Reaktion auf Demütigung interpretiert.
4. Analyse und Einordnung der Figurentypen in Grillparzers Medea: Dieses Kapitel zeigt, wie Medea bei Grillparzer versucht, sich anzupassen, und durch sozialen Ausschluss und Kränkungen in die Rache getrieben wird.
5. Analyse und Einordnung der Figurentypen in Wolfs Medea. Stimmen.: Die Analyse untersucht, wie Medea hier zur Sündenbockfigur konstruiert wird, da sie keine Morde begeht, sondern das Opfer patriarchaler Intrigen ist.
6. Vergleich der Werke: Dieser Abschnitt zieht eine vergleichende Bilanz, wie sich das Verständnis und die Darstellung des Bösen über die Epochen und Autoren hinweg verändert hat.
7. Resümee: Die Zusammenfassung unterstreicht die These, dass Medea primär ein Opfer ihres sozialen Umfelds ist und durch äußere Zwänge in ihre Rollen gedrängt wird.
Medea, Das Böse, Euripides, Grillparzer, Christa Wolf, Anerkennungstheorie, Axel Honneth, Julian Baggini, Sündenbock-Syndrom, Kindsmörderin, Patriarchat, Rache, soziale Ausgrenzung, Geschlechtergeschichte, Figurenanalyse
Die Arbeit analysiert das Handeln der Protagonistin Medea in drei unterschiedlichen literarischen Fassungen unter dem Fokus, wie und warum sie jeweils als böse wahrgenommen wird.
Zentrale Themen sind die philosophische Definition des Bösen, die Rolle der Frau im Patriarchat, soziale Anerkennung und die Konstruktion von Identität unter extremem Druck.
Die Arbeit untersucht, ob Medea eine intrinsisch böse Figur ist oder ob soziale Umstände und Demütigungen sie zu ihren Taten zwingen.
Es wird eine Figurenanalyse vorgenommen, die auf den Methoden der Gender Studies, psychoanalytischen Ansätzen und den philosophischen Kategorien von Julian Baggini und Axel Honneth beruht.
Der Hauptteil gliedert sich in drei detaillierte Figurenanalyse-Kapitel zu Euripides, Grillparzer und Christa Wolf, in denen die spezifischen Handlungsweisen und Motivationen der Figuren verglichen werden.
Neben dem zentralen Motiv der "Medea" sind Begriffe wie Anerkennungsmodus, Sündenbockmechanismus, Mittäterschaft und patriarchale Unterdrückung essenziell.
Im Gegensatz zu Euripides und Grillparzer begeht Medea bei Wolf keinen Mord; sie wird stattdessen von der Gesellschaft als Sündenbock instrumentalisiert und durch Intrigen politisch beseitigt.
Honneths Anerkennungstheorie dient als Instrument, um aufzuzeigen, wie Medea durch den Entzug von Liebe und sozialer Wertschätzung in den "sozialen Tod" getrieben wird.
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