Diplomarbeit, 2008
126 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Inhaltliche und begriffliche Abgrenzung
2. Discounted-Cash-Flow Methoden
2.1 Zugrunde liegende Annahmen des DCF-Verfahrens
2.2 Entity-Ansatz (Bruttoverfahren)
2.3 Equity-Ansatz (Nettoverfahren)
3. Bewertung von Banken nach dem Equity-Ansatz
3.1 Vorteilhaftigkeit des Equity Ansatzes
3.1.1 Berücksichtigung der operativen Wertschöpfung des Passivgeschäfts
3.1.2 Marktwertbestimmung des Fremdkapitals
3.1.3 Vermeidung von Fehleinschätzungen der Kapitalkosten
3.2 Bestimmung des Kapitalisierungszinses
3.2.1 Eignung des CAPM zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten
3.2.1.1 Individuelle Risikoneigung des Investors
3.2.1.2 Stabilität der Betafaktoren
3.2.1.3 Berücksichtigung mehrerer Risikofaktoren
3.2.1.4 Beziehung zwischen Risiko und Rendite
3.2.1.5 Bestimmung des Marktportfolios und der Marktrisikoprämie
3.2.2 Irrelevanz des Verschuldungsgrads
3.2.3 Risikozuschläge zum Kapitalisierungszins
3.3 Wahl des Planungshorizonts
4. Ermittlung des Cash Flows
4.1 Direkte und indirekte Methode der Cash Flow Ermittlung
4.2 Besonderheiten der Kapitalflussrechnung eines Kreditinstituts
4.3 Ermittlung des bankspezifischen Cash Flows
5. Prognose des Cash Flows aus operativer Tätigkeit
5.1 Zinsergebnis
5.1.1 Die Marktzinsmethode
5.1.2 Prognose der Konditionsbeiträge
5.1.2.1 Altgeschäfte
5.1.2.2 Altabhängige Neugeschäfte
5.1.2.3 Neugeschäfte
5.1.2.3.1 Prognose der Konditionsbeiträge von Neugeschäften
5.1.2.3.2 Prognose der Volumina von Neugeschäften
5.1.3 Strukturbeitrag
5.1.3.1 Einfluss der Fristentransformation auf den Wert einer Bank
5.1.3.2 Prognose des Strukturbeitrags
5.1.4 Prognose des Kapitaldispositionsbeitrags
5.1.5 Zusammenfassung
5.2 Risikovorsorge im Kreditgeschäft
5.2.1 Angemessenheit der Risikovorsorge
5.2.2 Zukünftige Entwicklung der Risikovorsorge
5.2.3 Zusammenfassung
5.3 Provisionsergebnis
5.3.1 Zahlungsverkehr und Außenhandelsgeschäft
5.3.2 Vermögensverwaltung und Vermittlungsgeschäft
5.3.3 Equity Capital Markets, Wertpapier- und Depotgeschäft
5.3.4 Kreditgeschäft
5.3.5 Mergers & Acquisitions
5.3.6 Zusammenfassung
5.4 Handelsergebnis
5.4.1 Prognose des Handelsergebnisses
5.4.1.1 Erträge des Handelsbestands an Wertpapieren
5.4.1.2 Erträge des Eigenhandels
5.4.1.3 Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten
5.4.2 Zusammenfassung
5.5 Ergebnis aus Finanzanlagen
5.5.1 Ergebnis aus Wertpapieren
5.5.2 Ergebnis aus Beteiligungen
5.5.3 Zusammenfassung
5.6 Verwaltungsaufwand
5.6.1 Personalaufwand
5.6.1.1 Gehälter und soziale Abgaben
5.6.1.2 Aufwendungen für Altersvorsorge
5.6.2 Sachaufwand
5.6.3 Zusammenfassung
5.7 Ertragsteuern
5.8 Abschreibungen / Wertberichtigungen auf Finanz- und Sachanlagen
5.9 Veränderungen der Rückstellungen
6. Bestimmung des Terminal Value
6.1 Bestimmung des nachhaltigen Flow to Equity
6.2 Wachstumsrate im Terminal Value
6.3 Überprüfung der Vollausschüttungshypothese
6.4 Konsequenzen für die Bewertung von Banken
7. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen praxisorientierten Ansatz zur Prognose bankspezifischer Cashflows für die Unternehmensbewertung von Kreditinstituten nach dem Equity-Ansatz zu entwickeln. Dabei steht die methodische Herausforderung im Vordergrund, die komplexen operativen Ertrags- und Zahlungspositionen einer Bank, wie das Zins- und Provisionsergebnis, unter Berücksichtigung regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Rahmenbedingungen sowie Marktvolatilität konsistent zu planen.
3.1.1 Berücksichtigung der operativen Wertschöpfung des Passivgeschäfts
Wie in Kapitel 2.1 ausgeführt, erfolgt die Ermittlung des Unternehmenswerts nach der Entity-Methode unabhängig von der Art und dem Umfang der Finanzierung des Unternehmens. Die Passivseite der Bilanz eines Kreditinstituts stellt jedoch einen wesentlichen Teil von dessen operativer Tätigkeit dar. Banken erwirtschaften im Einlagengeschäft, insbesondere mit Privatkunden, erhebliche Zinsüberschüsse.
Die Konditionsbeiträge des Passivgeschäfts leisten bei klassischen Einlageninstituten einen wichtigen Beitrag zum Zinsergebnis. Dieses resultiert aus der positiven Zinsspanne zwischen Kundenzinssätzen und den vergleichbaren Kosten der Kapitalbeschaffung am Geld- und Kapitalmarkt.
Die Equity-Methode berücksichtigt das Zinsergebnis des Einlagengeschäfts direkt durch die Diskontierung der an die Aktionäre ausschüttbaren Cash Flows. Der sog. Flow to Equity (FTE) ist ein Cash Flow nach Finanzierungstätigkeit. Der Equity Ansatz „behandelt das Passivamanagement der Banken als eigenen Teil des Geschäftsbetriebs, so wie es den Tatsachen entspricht.“
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit einer methodischen Anpassung bei der Bewertung von Banken aufgrund deren spezifischer Bilanzstruktur.
2. Discounted-Cash-Flow Methoden: Vorstellung der grundlegenden DCF-Varianten mit Fokus auf die Unterscheidung zwischen Brutto- (Entity) und Nettoverfahren (Equity).
3. Bewertung von Banken nach dem Equity-Ansatz: Detaillierte Begründung der Eignung des Equity-Ansatzes sowie Analyse der Bestimmungsfaktoren für Kapitalisierungszinssätze.
4. Ermittlung des Cash Flows: Darstellung der Besonderheiten der Kapitalflussrechnung bei Kreditinstituten und Ableitung eines bankspezifischen Cash-Flow-Schemas.
5. Prognose des Cash Flows aus operativer Tätigkeit: Tiefgehende Analyse der einzelnen Ertragskomponenten (Zins, Risikovorsorge, Provisionen, Handelsergebnis, Verwaltungsaufwand) zur Erstellung einer präzisen Prognose.
6. Bestimmung des Terminal Value: Untersuchung der Ermittlung des Restwerts unter Berücksichtigung von Wachstumsraten und regulatorischer Thesaurierungsnotwendigkeiten.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit zur Durchführbarkeit des vorgestellten praxisorientierten Prognoseansatzes im Rahmen externer Unternehmensbewertungen.
Unternehmensbewertung, Kreditinstitute, Equity-Ansatz, Cash Flow Prognose, Discounted-Cash-Flow, Zinsergebnis, Risikovorsorge, Provisionsergebnis, Handelsergebnis, Terminal Value, Kapitalisierungszins, Bankenaufsicht, Mindestkapitalvorschriften, Kapitalkosten, Finanzplanung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Unternehmensbewertung von Banken und entwickelt einen praxisorientierten Ansatz zur Ermittlung und Prognose ihrer Cashflows nach dem sogenannten Equity-Ansatz.
Zu den Kernbereichen zählen die Besonderheiten der Bankbilanzierung, die DCF-Methodik für Kreditinstitute, die Prognose operativer Ertragsquellen (wie Zins- und Provisionsgeschäft) sowie die Berechnung des Terminal Value unter Berücksichtigung regulatorischer Eigenkapitalanforderungen.
Das primäre Ziel ist es, eine methodische Lücke zu schließen, indem ein praktikabler Weg für externe Analysten aufgezeigt wird, um die komplexen und von hoher Unsicherheit geprägten Zahlungsüberschüsse einer Universalbank fundiert zu prognostizieren.
Die Arbeit nutzt die theoretischen Grundlagen der Discounted-Cash-Flow-Verfahren, insbesondere den Equity-Ansatz, und verknüpft diese mit spezifischen betriebswirtschaftlichen Instrumenten der Banksteuerung (z.B. Marktzinsmethode) und Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS).
Der Hauptteil analysiert dezidiert die einzelnen Werttreiber des operativen Geschäfts: Zinsergebnis, Risikovorsorge, Provisionserträge, Handelsergebnisse und den Verwaltungsaufwand, um daraus eine strukturierte Planung der zukünftigen Zahlungsströme abzuleiten.
Unternehmensbewertung, Kreditinstitute, Equity-Ansatz, Cash Flow Prognose, Zinsergebnis, Risikovorsorge und Terminal Value sind zentrale Begriffe.
Der Equity-Ansatz ist besser geeignet, da er das Passivmanagement und die operative Wertschöpfung des Bankgeschäfts direkt abbilden kann, ohne auf die bei Banken schwierige separate Marktwertbestimmung des Fremdkapitals angewiesen zu sein.
Die Risikovorsorge stellt einen der bedeutendsten Aufwandsposten dar. Die Arbeit zeigt, dass eine Prognose hierbei schwierig ist, da sie von zukünftigen Kreditausfällen und internen Bewertungsspielräumen abhängt, und schlägt pragmatische Schätzverfahren vor.
Da der Terminal Value den größten Teil des Unternehmenswerts ausmacht, fordert die Arbeit eine sorgfältige Normalisierung der Cashflows und berücksichtigt dabei die notwendige Thesaurierung, um aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquoten dauerhaft einhalten zu können.
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