Examensarbeit, 2006
94 Seiten, Note: 2,00
Einleitung
Wurzeln der Erlebnispädagogik
Mythen und ausgewogene Bildung bei den alten Griechen
Rousseau oder die Bildung durch die Natur
David Henry Thoreau und Lehrmeisterin Natur
Die Reformpädagogik und ihre Strömungen
Die Kulturkritik
Die Kunsterziehungsbewegung
Die Jugendbewegung
Die Arbeitsschulbewegung
John Dewey
Die Landerziehungsheimbewegung
Die Erlebnistherapie von Kurt Hahn
Jugendarbeit nach 1945 bis heute
Einsatz und Entwicklungsfelder der modernen Erlebnispädagogik
Medien der Erlebnispädagogik
Wirkungsmodelle der Erlebnispädagogik
The Mountain speaks for themselves
Outward Bound Plus Modell
Metaphorische Erlebnispädagogik
Die kreativ-rituelle Prozessgestaltung
Die Wichtigkeit des Transfers
Skills in der Erlebnispädagogik
Hard Skills
Soft Skills
Meta Skills
Das Erlebnis in der Pädagogik
Das Abenteuer in der Erlebnispädagogik
Psychologisch-humanistische Erklärungsversuche der Abenteuersuche
Soziologische Erklärungsversuche der Abenteurersuche
Anthroposophische Elemente – als Grundlage für neue Formen der Erlebnispädagogik
Rudolf Steiner als Erzieher
Das anthroposophische Menschenbild
Die Erziehung des Jugendlichen aus Sicht der Waldorfpädagogik
Erziehung zum geistigen Bewusstsein
Erziehung zur Eigenständigkeit
Erziehung zur Selbstentwicklung
Erziehung zum Willen
Das Erlebnis bei Rudolf Steiner
Erlebnis und Fähigkeit
Die Schulung der Erlebnisfähigkeit
Elemente zur Fähigkeitenentwicklung an der Waldorfschule
Die Verarbeitung von Erlebnissen
Der Versuch einer anthroposophischen Erlebnispädagogik am Beispiel von EOS-Erlebnispädagogik
Das Projekt Schulzirkus eingebettet in das Thema Zigeuner
Elemente der Märchen und Mythen in der Erlebnispädagogik
Suche nach dem Sinn im Leben – und der Beitrag der Märchen und Mythen
Von der Wirkung der Märchen
Von der Wirkung von Mythen
Mythos als erzieherisches Vorbild?
Die Vorbildfunktion bei Eduard Spranger
Die Vorbildfunktion bei Rudolf Steiner
Lernen am Vorbild- die lernpsychologische Sicht
Der Erlebnispädagoge als Vorbild
Archetypen in der Erlebnispädagogik
Auf den Spuren des König Artus – ein Ferienlager in Südengland
Lernziele
Vorbereitungen und Planung
Der Verlust der Mythen als Ausdruck fehlender Übergangsrituale in unserer Gesellschaft
Das „Big Solo“ als Versuch eines erlebnispädagogischen Initiationsritus
Das „Big Solo“ Ferienlager
Interviews mit den Teilnehmern des „Big Solo“ Ferienlagers
Interview mit Mädchen 14 Jahre
Heimweh nach dem Paradies – ein Grund für die Anziehungskraft der Erlebnispädagogik?
Fazit
Literatur
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Erlebnispädagogik in ihren theoretischen Wurzeln sowie ihrer modernen Anwendung zu untersuchen, mit einem besonderen Fokus auf der Integration anthroposophischer Ansätze sowie der Nutzung von Märchen, Mythen und Geschichten als pädagogische Werkzeuge.
Das Projekt Schulzirkus eingebettet in das Thema Zigeuner
Ausgangssituation: Es handelte sich hierbei um ein Projekt der Stiftung „kulturelle Jugendarbeit Baden Württemberg“ zum Thema „Zirkus – Jonglage, Rhythmus und Geschicklichkeit“. Der Träger des Projektes ist EOS Erlebnispädagogik e.V. in Kooperation mit der Freien Schule Elztal. Am Projekt teilgenommen haben eine 5. Klasse und ihr Klassenlehrer. Die Klasse bestand aus 10 Jungen und 2 Mädchen im Alter von 11-12 Jahren. Als Grundstein des Projektes fand ein 11-tägiges Zeltlager in Fridingen an der Donau statt. Begleitet wurde das Zeltlager von 3 Zirkusmentoren.
Das Zeltlager stellte die Basis für die Entstehung eines Schulzirkus. Doch es sollte nicht nur ein normales Zirkusprogramm durchgezogen werden, sondern das Element Zirkus sollte mit dem Konzept der Erlebenspädagogik verbunden werden. Dafür wählten wir das Thema Zigeuner, das sich wie ein roter Faden durch das ganze Lager zog und die Kinder immer tiefer in Künste (Jonglage, Balance, Musik, Theater und Tanz) der Zigeuner eintauchen ließ.
Einleitung: Der Autor erläutert seine Motivation zur Erlebnispädagogik, geprägt durch die eigene Ausbildung und praktische Arbeit mit Kindern, und führt in den Aufbau seiner Arbeit ein.
Wurzeln der Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel beleuchtet historische Vorläufer und Vordenker, wie die antiken Griechen, Rousseau und Thoreau, die das Fundament für ein naturnahes Lernen legten.
Die Reformpädagogik und ihre Strömungen: Die verschiedenen reformpädagogischen Bewegungen, darunter die Jugendbewegung und die Arbeitsschulbewegung, werden als entscheidende Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik analysiert.
Die Erlebnistherapie von Kurt Hahn: Die Arbeit von Kurt Hahn als Gründungsvater wird dargestellt, wobei insbesondere die vier Elemente seiner Therapie als Antwort auf gesellschaftliche Verfallserscheinungen hervorgehoben werden.
Jugendarbeit nach 1945 bis heute: Es wird analysiert, wie sich die Jugendarbeit in der Nachkriegszeit entwickelte und inwiefern erlebnispädagogische Elemente Einzug in die Verbändestrukturen fanden.
Einsatz und Entwicklungsfelder der modernen Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Ausdifferenzierung erlebnispädagogischer Methoden in verschiedenen Sektoren wie Schule, Berufsbildung und Outdoor Management Training.
Medien der Erlebnispädagogik: Hier wird definiert, welche Aktivitäten als pädagogische Medien dienen und wie diese gezielt zur Inszenierung herausfordernder Situationen genutzt werden.
Wirkungsmodelle der Erlebnispädagogik: Verschiedene methodische Ansätze wie "The Mountain speaks for themselves" und "Outward Bound Plus" werden kritisch hinsichtlich ihrer Transfermöglichkeiten in den Alltag untersucht.
Die Wichtigkeit des Transfers: Der Autor betont die Notwendigkeit, erlebnispädagogische Interventionen eng in die Lebenswelt der Teilnehmer einzubinden, um nachhaltige Verhaltensänderungen zu ermöglichen.
Skills in der Erlebnispädagogik: Die notwendigen Kompetenzen eines Erlebnispädagogen werden in Hard, Soft und Meta Skills unterteilt und definiert.
Das Erlebnis in der Pädagogik: Auf Basis von Dilthey und Neubert wird der pädagogische Erlebnisbegriff philosophisch fundiert und durch sieben charakteristische Momente konkretisiert.
Das Abenteuer in der Erlebnispädagogik: Das Wesen des Abenteuers wird hinterfragt und durch psychologische Ansätze wie das Flow-Prinzip und soziologische Analysen der Erlebnisgesellschaft ergänzt.
Anthroposophische Elemente – als Grundlage für neue Formen der Erlebnispädagogik: Es wird untersucht, wie Rudolf Steiners Menschenbild und die Waldorfpädagogik als Inspirationsquelle für eine ganzheitliche Erlebnispädagogik dienen können.
Elemente der Märchen und Mythen in der Erlebnispädagogik: Die Arbeit zeigt das Potenzial von Archetypen und Heldenreisen auf, um tiefgreifende Lernprozesse und Sinnstiftung bei Jugendlichen zu initiieren.
Erlebnispädagogik, Waldorfpädagogik, Anthroposophie, Abenteuerpädagogik, Transfer, Märchen, Mythen, Heldenreise, Erlebnisgesellschaft, Persönlichkeitsbildung, Initiationsritus, Kurt Hahn, Rudolf Steiner, Kompetenzprofil, soziale Kompetenz.
Die Arbeit untersucht das Feld der Erlebnispädagogik, analysiert ihre historische Entwicklung und die verschiedenen methodischen Ansätze. Zudem wird ein neuer Fokus auf anthroposophische Grundlagen sowie die Integration von Mythen und Märchen gelegt, um die Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit dieser Pädagogik zu vertiefen.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des Erlebens, der Einsatz von Abenteuern als pädagogisches Mittel, der Transfer von Lerninhalten in den Alltag sowie die Rolle von Vorbildern und Initiationsriten für die Entwicklung Jugendlicher.
Das Ziel ist es, erlebnispädagogische Ansätze kritisch zu hinterfragen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch eine Verbindung mit anthroposophischen Elementen sowie Märchen und Mythen eine "ganzheitlichere" und wirksamere Form der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gestaltet werden kann.
Die Arbeit stützt sich primär auf Literaturanalysen von pädagogischen und psychologischen Standardwerken. Ergänzt wird die Theorie durch Fallbeispiele aus der eigenen Praxis des Autors, wie etwa das Projekt Schulzirkus oder das "Big Solo" Ferienlager.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Pädagogik, eine Analyse verschiedener Wirkungsmodelle, die Darstellung anthroposophischer Grundlagen sowie die methodische Ausarbeitung von Projekten, die Mythen und Geschichten als Rahmen nutzen.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Erlebnispädagogik, Anthroposophie, Transfer, Heldenreise, Initiationsritus und Persönlichkeitsbildung charakterisiert.
Die Anthroposophie dient als theoretisches Fundament, um Erlebnisse nicht nur als flüchtige Konsumerlebnisse ("Kick and Fun") zu sehen, sondern als tiefgreifende Bildungsanlässe, die die "Seelenkräfte" des Menschen ansprechen und fördern.
Das "Big Solo" ist eine abgewandelte Form des schamanischen "Vision Quest". Für den Autor ist es ein wichtiger Initiationsritus für Jugendliche, der den Übergang ins Erwachsenenalter symbolisch und praktisch unterstützt, da moderne Gesellschaften oft keine vergleichbaren Übergangsrituale mehr bieten.
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