Forschungsarbeit, 2017
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Motivation zur Auswahl des Forschungsfeldes
1.2 Fragestellung, Methode – und anfängliche Schwierigkeiten
2. Feinanalyse des Falls
2.1 Rahmenbedingungen
2.2 Sequenzanalyse des Falls
2.2.1 Erste Sequenz
2.2.2 Zweite Sequenz
2.2.3 Dritte Sequenz
2.2.4 Vierte Sequenz
2.2.5 Fünfte Sequenz
2.2.6 Sechste Sequenz
2.2.7 Siebte Sequenz
2.2.8 Achte Sequenz
2.2.9 Neunte Sequenz
2.2.10 Zehnte Sequenz
2.2.11 Elfte Sequenz
2.2.12 Zwölfte Sequenz
2.2.13 Dreizehnte Sequenz
2.2.14 Vierzehnte Sequenz
2.2.15 Fünfzehnte Sequenz
3. Darstellung der Fallhypothese und der Teilkonzepte
3.1 „Metamorphose“
3.1.1 Konzept „Diskrepanz zwischen innerer und äußerer Realität“
3.1.2 Konzept „Entwicklung durch strukturelle Veränderungen“
4. Abschließende Worte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Alltag und die strukturgebenden Lebensaspekte eines heroinabhängigen Menschen zu rekonstruieren und zu analysieren, um dabei Möglichkeiten der Unterstützung durch Substitutionsfachambulanzen aufzuzeigen.
Kode „Gesprächssetting“:
Das Gespräch fand in einem sehr geschützten Rahmen statt. Ganz anders als bei den Beobachtungssituationen im Gruppenraum, in der eine ständige Fluktuation herrschte. A befand sich nur mit uns beiden in dem Raum und wusste, dass sämtliche Informationen sehr vertraulich von uns behandelt werden und an keine Dritten gelangen würden. Es entstand ein geschützter Raum, in dem A sich frei artikulieren konnte. Die Frage, die sich an dieser Stelle stellt, ist, inwieweit dieser geschützte Raum dazu beitrug, das A uns gegenüber Informationen offen preisgab, die in diesem Umfang, im Gruppenraum, womöglich nicht von ihm preisgegeben worden wären. Im Vergleich zum gezeigten Verhalten im Gruppenraum, in dem A immer eher passiv und reservierter aufgetreten ist, lässt sich vermuten, dass er, in der Art und Weise, wie offen er im Interview aufgetreten ist, sich nicht im Gruppenraum verhalten hätte. Man könnte also sagen, dass sich der geschützte Raum (die Abwesenheit von anderen Klienten), positiv auf die Befragungssituation und somit auf die Datenerhebung auswirkte.
Weiter könnte man vermuten, dass A durch die Anwesenheit anderer Klienten im Gruppenraum in seinen Aussagen gehemmt gewesen sein könnte. Will er nicht das andere Substituierte von seinen Problemen wissen? Zu uns war er immer eher offen und präsentierte sich kontaktfreudig. Was unterscheidet uns also, in seiner Gedankenwelt, von den anderen potentiellen Zuhörern? Will er den anderen gegenüber etwa nicht schwach wirken? Oder möchte er Mitleid von uns und erzählt es uns deshalb? Schämt er sich? Versucht er Distanz zu anderen Klienten zu wahren? Sind sie ihm vielleicht unangenehm oder unsympathisch? Will er eventuell Akzeptanz und Verständnis für seine Situation von uns und äußert sich uns gegenüber deshalb so offen?
1. Einleitung: Darstellung der Motivation zur Themenwahl sowie Reflexion über die methodischen Herausforderungen während des Forschungsprozesses.
2. Feinanalyse des Falls: Detaillierte Untersuchung des Interviewfalls in mehreren Sequenzen, inklusive der Analyse von Rahmenbedingungen und zentralen Motiven wie Angst und familiärem Halt.
3. Darstellung der Fallhypothese und der Teilkonzepte: Systematisierung der Ergebnisse in der Theorie der „Metamorphose“ und Ableitung zweier Kernkonzepte für die Identitätsbildung.
4. Abschließende Worte: Reflexion des Forschungsprozesses, der Rolle der Forschenden sowie ein Ausblick auf die Bedeutung strukturgebender Rahmen in der Drogenhilfe.
Heroinabhängigkeit, Substitutionsfachambulanz, Struktur, Lebenswelt, Fallrekonstruktion, Identitätsbildung, Alltag, Suchtbewältigung, Selbstwirksamkeit, Grounded Theory, soziale Stigmatisierung, Interview, Sozialwesen, Metamorphose, Drogenhilfe.
Die Arbeit untersucht die Lebenswelt eines Heroinabhängigen und analysiert, welche Faktoren in seinem Leben Struktur geben oder nehmen, insbesondere unter dem Aspekt der Unterstützung durch eine Substitutionsfachambulanz.
Zentrale Themen sind die Bedeutung von Tagesstruktur für Suchtpatienten, die Funktion familiärer Bindungen sowie der Einfluss des Hilfesystems auf die persönliche Stabilität.
Das primäre Ziel ist es, die strukturgebenden Aspekte im Leben des Probanden zu identifizieren und zu verstehen, wie unterstützende Institutionen wie die Substitutionsfachambulanz dazu beitragen können.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus ethnografischer Beobachtung und einem narrativen Interview, ausgewertet nach der fallrekonstruktiven Familienforschung sowie Elementen der Grounded Theory.
Der Hauptteil besteht aus einer detaillierten Feinanalyse des Interviews in Form von Sequenzanalysen und Kodes, die spezifische Lebensaspekte des Probanden (z.B. Familie, Arbeit, Ängste) beleuchten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Heroinabhängigkeit, Lebensstruktur, soziale Unterstützung, Identitätswandel und fallrekonstruktive Methodik charakterisieren.
Der Begriff beschreibt den Entwicklungsprozess des Probanden, bei dem sich dieser im Spannungsfeld zwischen alter Identität (Sucht) und dem Wunsch nach einer neuen Identität in der „normalen“ Gesellschaft befindet.
Die Angst, insbesondere vor polizeilicher Verfolgung und Inhaftierung, wirkt strukturierend auf seinen Alltag, da er bestimmte Orte und Verhaltensweisen meidet, um seine Stabilität nicht zu gefährden.
Der Proband beschreibt sein früheres Leben als Dealer als „Hobby“ oder zentrale Tätigkeit, was auf eine starke Identifikation mit diesem Lebensstil und die Suche nach Sinn und Anerkennung hindeutet.
Das Interview in einem geschützten Büro ermöglichte dem Probanden eine offenere Artikulation als in der unruhigen Umgebung des Gruppenraums, was für die Qualität der erhobenen Daten entscheidend war.
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