Diplomarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kreislaufwirtschaftssysteme
2.1 Supply Chain Management
2.2 Recycling
2.3 Reverse Logistics
2.3.1 Definition
2.3.2 Aktivitäten
2.3.3 Motivation
2.4 Darstellung eines typisierten Kreislaufwirtschaftssystems
3. Rechtliche Umsetzung
3.1 Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG)
3.1.1 Entstehungsgeschichte
3.1.2 Zentrale Begriffe des KrW-/AbfG
3.1.2.1 Abfall
3.1.2.2 Vermeidung, Verwertung, Beseitigung
3.1.2.3 Produktverantwortung
3.1.3 Zusammenfassung
3.2 Die Altfahrzeug-Verordnung (AltfahrzeugV)
3.2.1 Relevanz
3.2.2 Entstehungsgeschichte
3.2.3 Das System der AltfahrzeugV
3.2.3.1 Gegenstand
3.2.3.2 Verwertungsprozess
3.2.3.3 Akteure
3.2.4 Schaubild: Kreislaufwirtschaftssystem der AltfahrzeugV
4. Kosten und Erlöse der verpflichtenden Fahrzeugrücknahme
4.1 Forschungsstand
4.2 Kostenrechnerische Grundlagen
4.2.1 Relative Einzelkosten und Deckungsbeitragsrechnung
4.2.2 Lebenszyklusrechnung
4.3 Einflussfaktoren auf Kosten und Erlöse
4.3.1 Unsicherheit als Kostentreiber von Reverse Logistics
4.3.1.1 Rückgabemenge und -zeitpunkt
4.3.1.2 Qualität der Rückläufe
4.3.2 Demontagetiefe als Kostentreiber der AltfahrzeugV
4.3.3 Marktstruktur als Kostentreiber der Verwertung
4.3.4 Kostenzurechnung
4.3.5 Deckungsbeitrag der Verwertung
4.4 Beispielhafte Berechnung
5. Freiwillige Rücknahme alter Fahrzeuge
5.1 Motivation
5.2 Sekundärmotivation
5.3 Kostenrechnerische Auswirkungen
5.4 Break-even-Analyse
6. Fazit
Die Arbeit analysiert die kostenrechnerischen Aspekte von Kreislaufwirtschaftssystemen am Beispiel der deutschen Altfahrzeugverwertung. Das primäre Ziel ist es, ein Modell zur Ermittlung des Deckungsbeitrags bei der Fahrzeugverwertung zu entwickeln, um sowohl die verpflichtende als auch die freiwillige Rücknahme von Altfahrzeugen ökonomisch zu bewerten und Einflussfaktoren auf die Kostenstruktur aufzuzeigen.
4.3.1 Unsicherheit als Kostentreiber von Reverse Logistics
Während durch die AltfahrzeugV sichergestellt ist, dass Fahrzeuge am Ende ihres Lebenszyklus der Verwertung zugeführt werden, ist aus Herstellersicht die Frage nach dem Wie und dem Wann offen. Insofern treten auch im Bereich der Altfahrzeugverwertung die typischen Unsicherheiten von Reverse Logistics zu Tage: Zeitpunkt, Menge und Qualität der Rücklaufströme sind weitestgehend unbekannt. Diese Ungewissheiten haben Auswirkungen auf die Kosten der Verwertung. Der Rückgabezeitpunkt ist maßgeblich für das Alter eines zurückgegebenen Fahrzeugs. Da sich im Zeitablauf aufgrund technologischer Entwicklungen auch mögliche Verwertungstechnologien ändern, ist die Kostenhöhe einer zukünftigen Verwertung mit Unsicherheit belastet. Diese Unsicherheit vergrößert sich, wenn die Haltbarkeit (und damit auch das Alter von Fahrzeugen) steigt. Eng mit dem Alter verknüpft ist die Qualität der im Fahrzeug vorhandenen Bauteile. Zusammen entscheiden diese Faktoren über die Recyclingoptionen.
Unterschiedliche Recyclingoptionen verursachen aber auch unterschiedliche Kosten. Andererseits können durch den Verkauf von Ersatzteilen und Sekundärrohstoffen Erlöse erzielt werden, deren Höhe ebenfalls (unter anderem) von der eingesetzten Recyclingoption abhängen. Die Anzahl zurückgegebener Fahrzeuge dient als Grundlage von Kapazitätsplanungen. Bei einer hohen Rücklaufmenge können Skalen- und Lernkurveneffekte zu Kostensenkungen führen. Kosten, deren Höhe auf unsicheren zukünftigen Entwicklungen beruht, werden als Wagniskosten bezeichnet. Ansätze zur Verringerung der drei Unsicherheitsfaktoren von Reverse Logistics und damit der Wagniskosten werden nachfolgend auf die Altfahrzeugverwertung bezogen dargestellt.
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Relevanz der Altfahrzeugverwertung durch hohe stoffliche Mengen und erläutert die Lücke in der Literatur bezüglich einer interdisziplinären Kombination aus rechtlichen und betriebswirtschaftlichen, insbesondere kostenrechnerischen Aspekten.
2. Kreislaufwirtschaftssysteme: Dieses Kapitel definiert die begrifflichen Grundlagen wie Supply Chain Management und Recycling, wobei der Schwerpunkt auf der Reverse Logistics liegt, deren Aktivitäten und Motivationen zur Etablierung von Kreisläufen erläutert werden.
3. Rechtliche Umsetzung: Hier werden das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG) sowie die Altfahrzeug-Verordnung detailliert beschrieben, um die rechtliche Struktur der Abfallentsorgung und die spezifischen Anforderungen an die Altautoverwertung zu verdeutlichen.
4. Kosten und Erlöse der verpflichtenden Fahrzeugrücknahme: Dieses Kernkapitel analysiert systematisch die kostenrechnerischen Grundlagen und Kostentreiber der Fahrzeugrücknahme, entwickelt ein Modell zur Deckungsbeitragsermittlung und wendet es auf ein beispielhaftes Altfahrzeug an.
5. Freiwillige Rücknahme alter Fahrzeuge: Das Kapitel untersucht die ökonomischen Motive für freiwillige Rücknahmeaktionen seitens der Hersteller und analysiert mittels Break-even-Analyse, unter welchen Bedingungen sich der zusätzliche Aufwand für Rabattaktionen rechnerisch lohnt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die hohe Komplexität bei der Erfassung der Verwertungskosten und hebt hervor, dass freiwillige Rücknahme unter bestimmten Bedingungen trotz zusätzlicher Kosten wirtschaftlich lohnend sein kann.
Altfahrzeug-Verordnung, Kreislaufwirtschaft, Reverse Logistics, Kostenrechnung, Deckungsbeitrag, Produktverantwortung, Demontage, Schredder, Lebenszyklusrechnung, Rücknahme, Recyclingquoten, Kostentreiber, Altautoverwertung, Break-even-Analyse, Ressourcenmanagement
Die Arbeit untersucht die kostenrechnerischen Konsequenzen, die sich für Fahrzeughersteller aus der gesetzlichen Produktverantwortung bei der Altautoverwertung ergeben, und vergleicht diese mit freiwilligen Rücknahmestrategien.
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Abfallentsorgung, logistische Herausforderungen im Bereich Reverse Logistics, spezifische Methoden der Kosten- und Erlösrechnung für komplexe Produkte sowie die Wirtschaftlichkeit von Marketingmaßnahmen wie Rabattaktionen bei der Fahrzeugrückgabe.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines betriebswirtschaftlichen Modells, mit dem sich der Deckungsbeitrag der Altfahrzeugverwertung ermitteln lässt, um die Auswirkungen gesetzlicher Vorgaben und freiwilliger unternehmerischer Entscheidungen quantitativ zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Vorgehensweise, die juristische Analysen des Abfallrechts mit betriebswirtschaftlichen Modellen der Kosten- und Leistungsrechnung (insbesondere nach Riebel) verbindet, ergänzt durch eine beispielhafte Modellrechnung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen und Rechtsquellen, die systematische Herleitung eines Modells zur Ermittlung des Deckungsbeitrags bei Demontage und Schredderprozessen sowie die Untersuchung ökonomischer Anreize für eine frühzeitige Fahrzeugrücknahme.
Wesentliche Begriffe sind Altfahrzeug-Verordnung, Reverse Logistics, Deckungsbeitrag, Kostentreiber, Produktverantwortung, Demontagetiefe und Break-even-Analyse.
Während die verpflichtende Rücknahme durch gesetzliche Quoten getrieben ist, zielt die freiwillige Rücknahme darauf ab, durch gezielte Marketinganreize (Rabatte) den Rücklaufzeitpunkt zu beeinflussen, um durch höhere Erlöse aus besserer Bauteilqualität die zusätzlichen Marketingkosten zu kompensieren.
Die Demontagetiefe ist ein entscheidender Kostentreiber, da sie sowohl das Niveau der Personalkosten im Demontagebetrieb bestimmt als auch die Zusammensetzung der Schredderleichtfraktion (SLF) beeinflusst, deren Entsorgung hohe Kosten verursacht.
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