Examensarbeit, 2005
140 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der Spracherwerb
2.1 Voraussetzungen für den Spracherwerb
2.2 Vorstufen des Spracherwerbs
2.3 Stadien des Spracherwerbs
3. Zweitsprachentwicklung bei Migrantenkindern
3.1 Einflüsse auf die Entwicklung der Zweitsprache
3.1.1 Alter des Kindes und Art des Zweitspracherwerbs
3.1.2 Einfluss der Familie
3.1.3 Lesesozialisation in der Familie
3.1.4 Literacy-Erziehung in Kindertagesstätten
3.1.5 Einfluss der Schule und der Peers
3.1.6 Die Bedeutung der Erstsprache
3.2 Der Zweitspracherwerb
3.2.1 Das Lautsystem der Zweitsprache
3.2.2 Aktivität und Kreativität des Kindes
3.2.3 Vorwissen durch die Erstsprache
3.2.4 Der Satzbau
3.2.5 Strategien zur Vereinfachung
3.2.6 Der Wortschatz
3.3 Zweisprachige Erziehung
3.3.1 ‚Eine Sprache/eine Person’-Theorie
3.3.2 Sprachmischung
3.3.2.1 Interferenz
3.3.2.2 Code-Wechsel und Code-mixing
3.3.2.3 Fazit: Sprachmischungen
3.3.3 Mögliche Konflikte in der Familie
3.3.4 Zweisprachigkeit und Schulerfolg
3.3.4.1 ‚BICS’ und ‚CALP’
4. Schulpolitik
4.1 Schulpolitik der letzten Jahrzehnte
4.2 Schulmodelle für zweisprachige Kinder
4.2.1 Einsprachige Modelle
4.2.2 Zweisprachige Modelle
4.2.3 Schulorganisatorische Maßnahmen und ihre Evaluation
4.3 Richtlinien, Lehrpläne und Empfehlungen
5. Sprachstandserhebungsverfahren
5.1 Qualität von Verfahren zur Sprachstandserfassung
5.2 Vier Ansätze zur Sprachstandsdiagnose
5.3 Spezielle Sprachstanderhebungsverfahren
5.3.1 HAVAS
5.3.2 CITO
5.3.3 SISMIK
6. Analyse ausgewählter Fallbeispiele
6.1 Erstes Fallbeispiel-Paar: F. und M.
6.1.1 Fallbeispiel F.
6.1.1.1 Quantitative Auswertung des SISMIK-Bogens
6.1.2 Fallbeispiel 3M.
6.1.2.1 Quantitative Auswertung des SISMIK-Bogens
6.1.3 F. und M.: Fazit
6.2 Zweites Fallbeispiel-Paar: K. und S.
6.2.1 Fallbeispiel K.
6.2.1.1 Quantitative Auswertung des SISMIK-Bogens
6.2.2 Fallbeispiel S.
6.2.2.1 Quantitative Auswertung des SISMIK-Bogens
6.2.3 K. und S.: Fazit
7. Fazit
Ziel der Arbeit ist es, theoretische Grundlagen der Zweitsprachentwicklung bei Migrantenkindern darzulegen und diese anhand von praktischen Fallbeispielen zu untersuchen, um Prognosen über den Bildungserfolg zu ermöglichen.
3.1.1 Alter des Kindes und Art des Zweitspracherwerbs
Ein –schon oben angesprochener– Faktor, der den Zweitspracherwerb beeinflusst, ist das Alter des Kindes, wenn es mit der Zweitsprache konfrontiert wird. Kinder, die erst im Kindergarten- oder sogar Schulalter mit ihrer Familie als Migranten nach Deutschland kommen und in der deutschen Bildungsinstitution die Notwendigkeit der Sprachbeherrschung erkennen, stehen in einer völlig anderen Situation, als Kinder, die in Deutschland geboren sind und daher durch das deutschsprachige Umfeld (auf den Straßen, in den Medien usw.) und eventuell durch die Familie die deutsche Sprache erfahren haben. Die „kritische Periode“, die in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts aktuell war und besagt, dass nach der Pubertät die Sprachlernfähigkeit abnimmt und ein einwandfreier Erwerb einer weiteren Sprache nicht stattfinden kann (Lenneberg, 1967), ist mittlerweile widerlegt. Das Alter, in dem man eine Zweitsprache erwirbt ist aber insofern relevant, da „auf den verschiedenen Stufen jeweils alters- und situationsgerechte Sprachlernfähigkeiten zur Geltung kommen.“
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die sprachliche Bildung von Migrantenkindern im Kontext der PISA-Studien und erläutert die Bedeutung der Sprachförderung sowie der Einbeziehung der Erstsprache.
2. Der Spracherwerb: Dieses Kapitel behandelt die biologischen und sozialen Voraussetzungen sowie die Phasen des kindlichen Spracherwerbs, wie Schreien, Lallen und die Einwort- bis Mehrwortphase.
3. Zweitsprachentwicklung bei Migrantenkindern: Hier werden Einflüsse wie Alter, Familie, Schule und Peers beleuchtet, sowie die Themen Zweisprachigkeit, Sprachmischung und der Zusammenhang zwischen Zweitsprachigkeit und Schulerfolg erörtert.
4. Schulpolitik: Das Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Schulpolitik, verschiedene Modelle für zweisprachige Kinder und die Rolle von Lehrplänen bei der Integration von Migrantenkindern.
5. Sprachstandserhebungsverfahren: Es werden Kriterien für die Qualität diagnostischer Verfahren vorgestellt und spezielle Instrumente wie HAVAS, CITO und SISMIK detailliert beschrieben.
6. Analyse ausgewählter Fallbeispiele: In diesem empirischen Teil werden vier Kinder mittels SISMIK-Bögen und Beobachtungsprotokollen kontrastiv analysiert und ihre Sprachentwicklung bewertet.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Wichtigkeit der Literacy und fordert ein Umdenken bei Pädagogen von der defizitorientierten zur chancenorientierten Perspektive.
Zweitsprachentwicklung, Migrantenkinder, Spracherwerb, Bilingualismus, Sprachstanderhebung, SISMIK, Erstsprache, Literacy, Sprachförderung, Schulerfolg, Sprachdiagnose, Interferenz, Code-Wechsel, Sprachmischung, Sprachlernstrategien
Die Arbeit untersucht die Zweitsprachentwicklung von Migrantenkindern in Deutschland unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen und praktischer Fallanalysen.
Zentrale Themen sind der Spracherwerb allgemein, die Bedingungen des Zweitspracherwerbs, schulpolitische Rahmenbedingungen und Verfahren zur Erfassung des Sprachstands.
Ziel ist es, zu verstehen, wie Migrantenkinder erfolgreich an die deutsche Sprache herangeführt werden können, um ihre Bildungschancen zu verbessern.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen und quantitativen empirischen Fallstudienanalyse von vier Kindern im Kindergartenalter.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Sprachaneignung, politische Ansätze zur Förderung, Diagnostikinstrumente und eine detaillierte Analyse der sprachlichen Entwicklung anhand von Fallbeispielen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zweitsprachentwicklung, Bilingualismus, Sprachförderung, SISMIK, Literacy und interkulturelle Pädagogik charakterisiert.
Die Erstsprache ist eine entscheidende Ressource; eine gut entwickelte Erstsprache erleichtert den Erwerb einer Zweitsprache durch Übertragung von sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten.
SISMIK wird genutzt, weil es nicht nur den Sprachstand misst, sondern auch das Interesse an Sprache und Literacy-Aktivitäten erfasst, was für die empirische Analyse im Kindergartenkontext besonders wertvoll ist.
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