Bachelorarbeit, 2007
26 Seiten, Note: 1,0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Einleitung – Kulturelle Position und Verständnis von Kunstwerk
Aby Warburgs „Bilder aus dem Gebiet der Pueblo-Indianer in Nord-Amerika“
Der Antilopentanz (Wetter-Tanz)
Tanz des wachsenden Korns oder Humiskatcina-Tanz (Baumkulttanz)
Schlangentanz – Regentanz (Tiertanz und Jahreszeiten-Kulttanz)
Eine vergleichende Analyse Warburgs Reiseberichts
Nietzsche und Warburg
Das Opfern
Warburg und Hugo von Hofmannsthal
Ein kleiner Angriff
Schlussfolgerung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Aby Warburgs Reisebericht über die Pueblo-Indianer als theoretisches Fundament für ein tieferes Verständnis von Magie und Symbolik in den Künsten. Dabei wird kritisch hinterfragt, wie Warburg die lineare kulturelle Evolution des Positivismus ablehnte und stattdessen Kunstwerke als Momentaufnahmen verschiedener kultureller Schwingungen begriff, die eine kreative Symbiose aus Vernunft und magischer Weltdeutung ermöglichen.
Aby Warburgs „Bilder aus dem Gebiet der Pueblo-Indianer in Nord-Amerika“
Gehalten 1923 in der Heilanstalt Bellevue in Kreuzlingen, gehört dieser Text keinem strengen literarischen Genre. Einerseits ist es ein Reisebericht, darüber hinaus ein kulturhistorischer Vortrag, dann aber auch ein die Bilder begleitender und den Bildern unterworfener Diaerklärungsversuch. Dieser Bildvortrag verwandelt sich in den letzten Textseiten zu einer geschichtlicher Symbolanalyse und Symbolvergleich. In den letzten Zeilen ähnelt es am meisten einer grotesken Prophezeiung mit apokalyptischen Tönen.
Dieser Reisebericht kann auch als die mentale Übung eines schwer genesenden Kunsthistorikers verstanden werden, als eine verzerrte Erinnerung an die Zeiten, wo Warburg sich fernen Reisen und kreativem psychischen Zustand erfreuen konnte, also nicht als ein wissenschaftlicher Vortrag, sondern als die Sehnsucht eines Patienten nach der Gesundheit, eine Sehnsucht, derer Qualität bei dieser Gelegenheit im Rahmen der Wissenschaft erprobt worden ist.
Einleitung – Kulturelle Position und Verständnis von Kunstwerk: Die Einleitung beleuchtet die Kritik an J.G. Frazers evolutionärer Kulturtheorie und führt Warburgs ikonologischen Ansatz als Gegenentwurf ein.
Aby Warburgs „Bilder aus dem Gebiet der Pueblo-Indianer in Nord-Amerika“: Das Kapitel ordnet den Reisebericht als kulturhistorischen Vortrag ein und erläutert anhand konkreter Symbole wie der Schlange oder der Katcina-Puppen das Spannungsfeld zwischen Magie und Alltag bei den Pueblos.
Der Antilopentanz (Wetter-Tanz): Hier wird der Tanz als rituelle Inszenierung einer mystischen Ehe zwischen Mensch und Tier analysiert, die als kinetischer Vermittler fungiert.
Tanz des wachsenden Korns oder Humiskatcina-Tanz (Baumkulttanz): Der Fokus liegt auf der Maske als Instrument der Verwandlung, die Kommunikation mit den Totems ermöglicht und das religiöse Bewusstsein im Alltag verankert.
Schlangentanz – Regentanz (Tiertanz und Jahreszeiten-Kulttanz): Dieses Kapitel beschreibt den Schlangentanz als krasseste Form des rituellen Tanzens, in der die Schlange durch mimetische Magie als Bote für den ersehnten Regen fungiert.
Eine vergleichende Analyse Warburgs Reiseberichts: Dieser Abschnitt bietet eine übergreifende Auswertung von Warburgs Denkstil und verbindet seine kulturtheoretischen Überlegungen mit der Psychologie und Philosophie seiner Zeit.
Nietzsche und Warburg: Der Vergleich zeigt, wie beide das Verhältnis von Kultur und Symbolik als Ausdruck energetischer Schwingungen begreifen und den Menschen als Vermittler zwischen Apollinischem und Dionysischem sehen.
Das Opfern: Das Kapitel interpretiert das Opfern als Akt des Bewusstseinsverzichts und als notwendige Teilnahme an einer kosmischen Ganzheit.
Warburg und Hugo von Hofmannsthal: Es wird die Übereinstimmung der Autoren im Hinblick auf den orphischen Glauben und die zentrale Rolle des Symbols in der Dichtung herausgearbeitet.
Ein kleiner Angriff: Abschließend wird der moderne Mensch in seinem technischen Zeitalter reflektiert, wobei die Sehnsucht nach einem "tanzenden" Leben als notwendige Kompensation moderner Entfremdung erscheint.
Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass der Reisebericht ein Psychogramm Warburgs darstellt, das den Versuch unternahm, den eigenen inneren Zerfallsprozess durch die Rückbesinnung auf archaische Symbolik umzukehren.
Aby Warburg, Pueblo-Indianer, Kulturtheorie, Schlangenritual, Ikonologie, Symbole, Magie, Totemismus, Pathosformel, Nietzsche, Religion, Anthropologie, Mythologie, Kausalität, Mimetische Magie.
Die Arbeit analysiert Aby Warburgs Vortrag über die Pueblo-Indianer, um seine kulturtheoretischen Ansätze und sein Verständnis von Symbolen als Mittel der magischen Weltbewältigung zu beleuchten.
Zu den Kernbereichen gehören das Spannungsverhältnis zwischen rationaler Wissenschaft und magischem Denken, die Bedeutung von Ritualen als "Pathosformeln" und die Kritik am linearen Fortschrittsbegriff.
Das Ziel ist es, den Reisebericht nicht nur als ethnographisches Dokument, sondern als theoretisches Werkzeug zu verstehen, das Warburgs Suche nach einer Balance zwischen Vernunft und existenzieller Symbolkraft offenbart.
Es handelt sich um eine vergleichende kulturwissenschaftliche und ikonologische Analyse, die den Text Warburgs im Kontext der Philosophie von Nietzsche, Freud und den literarischen Reflexionen von Hofmannsthal interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung spezifischer Tanzrituale (Antilopentanz, Humiskatcina, Schlangentanz) und deren Einbettung in Warburgs philosophisches Verständnis von Symbolik und kulturellem Überleben.
Die wichtigsten Begriffe sind Aby Warburg, Schlangenritual, Magie, Symbol, Kulturtheorie, Pathosformel, Nietzsche und Totemismus.
Die Schlange fungiert als zentrales Symbol, das sowohl als Naturgewalt (Blitz) als auch als religiöser Vermittler (Regen) dient und damit die Verbindung zwischen materieller und geistiger Welt für die Indianer aufrechterhält.
Der Autor argumentiert, dass der Reisebericht stark von Warburgs eigenem psychischen Zustand während seines Aufenthalts in der Heilanstalt geprägt ist und der Versuch darstellt, durch das Studium vergangener Kulturen den eigenen inneren Zusammenhalt zu bewahren.
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