Diplomarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die bulgarische Emigration nach 1989
2.1. Gruppen der potenziellen Auswanderer
2.2. Ursachen der Emigration und Ziele der Emigranten
2.3. Demographische Charakteristik der potenziellen Emigranten
2.4. Wege der potenziellen Außenmigration
2.5. Profil / Fazit des potenziellen bulgarischen Emigranten
2.6. Allgemeine Auswirkung der Migration auf Bulgarien
3. Bulgarische Auswanderung nach Deutschland. Die Situation Anfang der 1990er Jahren
3.1. Organisation der Auswanderung Mitte / Ende der 1990er Jahre und heute
3.2. Fallbeispiele
3.3. Die Situation heute
3.4. Profil
3.5. Fazit
4. Bulgarische Migration nach Griechenland. Ein Leben in Angst als illegaler Einwanderer
4.1. Die Immigrantensituation in den 1990er
4.2. Legalisierungsprogramme und Lebenssituation der Immigranten Ende der 1990er Jahren
4.3. Fallbeispiele
4.4. Profil
4.5. Fazit
5. Vergleich der Immigrantengesellschaften und deren Entwicklung
5.1. Beginn der Auswanderung
5.2. Organisation der Auswanderung
5.3. Der neue Lebensort
5.4. Der Aufenthaltsstaus
5.5. Die sozialpsychologische Entwicklung der Immigranten
5.6. Auswirkung der Emigration auf die Immigranten und deren Einfluss auf Bulgarien
5.7. Situation nach dem EU-Beitritt
6. Schlussfolgerungen und Ergebnisse
Diese Arbeit analysiert die bulgarischen Migrationsströme von den 1990er Jahren bis heute und vergleicht die Immigrantengesellschaften in Deutschland und Griechenland. Ziel ist es, die Auswanderungsmodelle sowie die unterschiedlichen Integrationserfahrungen und Lebensbedingungen in beiden Zielländern zu untersuchen und deren Auswirkungen auf die Migranten sowie auf das Heimatland Bulgarien darzustellen.
3.2. Fallbeispiele
Obwohl die Bulgaren eine wichtige und große Einwanderungsgruppe aus dem MOEL darstellen und typisch für das Brain-Drain-Modell aus Osteuropa sind, fehlen sowohl Studien zu der Thematik der organisierten Migration, als auch zu der bulgarischen Immigrantengesellschaft in Deutschland. An dieser Stelle wird ein selbstgeführtes Interview vorgestellt, um weitere Einzelheiten und die Situation der bulgarischen Immigranten zusammenfassen zu können. Die im letzten Semester studierenden Frau Ralitsa Tsekova und Frau Teodora Marinova haben den typischen Migrationsweg einer jungen bulgarischen Frau beschritten und stellen somit das typische bulgarische Emigrantenmodell in Deutschland dar, aufgrund des Alters, des Herkunftslandes und die gesammelten Erfahrungen.
Die erste Frage die relevant für die Unterstützung der Thesen ist, war, seit welchem Jahr eine Masseneinwanderung bulgarischer Bürger nach Deutschland zu bemerken sei und welche die größten Emigrantengruppen nach den persönlichen Beobachtungen seien. Ralitsa hat den Zeitpunkt nach dem Regimewechsel genannt, nämlich Ende 1989, Anfang 1990. Am stärksten sei die Migration aber erst nach 1996 – 1997 zu spüren gewesen. Sie verbindet diesen Zeitpunkt mit dem Ende der Wirtschafskrise. „In den Jahren 1990 – 1997 haben die Bulgaren immer noch gehofft, dass nach den Wirtschafts- und Regimewandlungen, sie ein besseres Leben erwartet, was leider nicht geschehen ist. Zu diesem Zeitpunkt ist es klar geworden, dass das Volk in den nächsten Jahren nichts Gutes erwartet, die Menschen waren enttäuscht von der Regierung, ganz abgesehen von den Schlangen vor den Geschäften für Lebensmittel und dem stundenlangen Warten auf Strom und Wasser.“ Die Arbeitslosigkeit ist enorm gewesen, die Menschen haben keine Perspektiven gehabt. Es ist allen klar geworden, dass es ein sehr langer Prozess sein wird, bis alles wieder normal funktionieren wird und bis der Lebensstandard wieder steigt. Es hat die Meinung geherrscht, dass es im „goldenen Westen“ alles besser ist. Die Jüngeren haben gehofft, dass sie sich mit einem Hochschulabschluss im Ausland eine erfolgreiche Zukunft sichern werden und haben nach jeglichen Möglichkeiten gesucht, auswandern zu können.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, bulgarische Migrationsströme zu verfolgen und die Entwicklung der Immigrantengesellschaften in Deutschland und Griechenland zu vergleichen.
2. Die bulgarische Emigration nach 1989: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Übersicht über die Gründe für die Auswanderung und charakterisiert die verschiedenen Emigrantengruppen sowie deren demographische Struktur.
3. Bulgarische Auswanderung nach Deutschland. Die Situation Anfang der 1990er Jahren: Hier wird der Fokus auf das Auswanderungsmodell nach Deutschland gelegt, wobei Asylmigrationsströme, das spätere Au-Pair-Modell und studentische Wanderungsbewegungen analysiert werden.
4. Bulgarische Migration nach Griechenland. Ein Leben in Angst als illegaler Einwanderer: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifische Migrationssituation in Griechenland, die durch illegale Beschäftigung, prekäre Lebensverhältnisse und spätere Legalisierungsbemühungen geprägt war.
5. Vergleich der Immigrantengesellschaften und deren Entwicklung: In diesem zentralen Vergleichsteil werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Integrationspfade, der Ausländerpolitik und der Entwicklung der Lebensbedingungen in beiden Zielländern gegenübergestellt.
6. Schlussfolgerungen und Ergebnisse: Die abschließenden Ergebnisse fassen die Entwicklung des bulgarischen Emigrantenprofils zusammen und bewerten die Auswirkungen der Migration auf die Migranten sowie auf die demographische und ökonomische Lage Bulgariens.
Bulgarien, Migration, Deutschland, Griechenland, Emigration, Auswanderung, Immigrantengesellschaft, Brain-Drain, Arbeitslosigkeit, Integration, Aufenthaltsgenehmigung, EU-Beitritt, Lebensstandard, Studenten, Au-Pair.
Die Arbeit analysiert die bulgarischen Migrationsströme nach der politischen Wende 1989 und vergleicht dabei detailliert die Lebenssituation und die Entwicklung der bulgarischen Immigrantengesellschaften in Deutschland und Griechenland.
Zentrale Schwerpunkte sind die Motivationen der Auswanderer, die Organisationsformen der Migration, die Bedeutung rechtlicher Rahmenbedingungen für den Aufenthalt sowie die soziokulturelle Integration in den jeweiligen Aufnahmeländern.
Es wird untersucht, ob sich Immigrantengesellschaften aufgrund der länderspezifischen Angebote unterschiedlich entwickeln oder ob individuelle Entscheidungen der Migranten die Entwicklung maßgeblich beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf der Auswertung statistischer Daten nationaler Institute, Analysen von Emigrantenpresse und Fachliteratur sowie auf selbstgeführten Experten-Interviews mit bulgarischen Migrantinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Auswanderungsmodelle nach Deutschland (u.a. Studium) und nach Griechenland (u.a. Dienstleistungstätigkeiten) sowie in einen systematischen Vergleich dieser beiden Ansätze.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Brain-Drain, Legalisierungsprogramme, Aufenthaltsstatus, sozioökonomischer Wandel, europäische Identität und Lebensstandard.
Während die Migration nach Deutschland stark durch ein studentisches Modell und formellere Wege (wie das Au-Pair-Programm) geprägt war, verlief die Migration nach Griechenland häufiger informell, mit einem hohen Anteil an Arbeitsmigranten im Dienstleistungssektor.
Der EU-Beitritt führte zu einer Vereinfachung der Aufenthaltsregelungen, reduzierte die Angst vor Abschiebung und ermöglichte einen offiziellen Status, was insbesondere die rechtliche Unsicherheit und den sozialen Druck auf die Migranten verringerte.
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