Diplomarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Kirchenaustritte im Bewusstsein der EKD
1.2 Hypothese und Fragestellungen zum Kirchenaustritt
2 Kirchenmitgliedschaft
2.1 Kirchenrechtliche und formale Aspekte der Mitgliedschaft
2.1.1 Finanzierung der EKD
2.1.1.1 Kirchensteuerverfahren
2.1.1.2 Steuerberatung und Kirchenaustritt
2.2 Ekklesiologische und theologische Aspekte
3 Motive für Kirchenaustritte aus der Literatur
3.1 Fallbeispiele
3.1.1 Retrospektive Wiedereingetretener nach MICHEL-SCHMIDT
3.1.2 Theologischer Briefwechsel nach WIRSCHING
3.1.2.1 Diskurs zum Fallbeispiel nach WIRSCHING
3.2 Kirchenbindung und Kirchenaustritt
3.2.1 Mitgliedschaftsverhalten bei Jugendlichen
3.2.2 Mitgliedschaftsverhalten anderer Evangelischer
3.3 Mangelndes Handeln / Mangelnde Einmischung
3.4 Katholische Protestthemen
4 Motive für Kirchenaustritte aus dem Internet
4.1 www.kirchensteuer.de
4.2 www.kirchensteuern.de
4.3 www.kirchenaustritt.de
4.4 www.studivz.net
4.4.1 Forum „Gott ist nicht tot - Er ist nur aus der Kirche ausgetreten!“
4.4.2 Forum „Escapope - Ja zum Kirchenaustritt“
4.4.3 Forum „Kirchenaustritt - ausgetreten und Seele bei Ebay verkauft“
4.5 www.humanistische-aktion.de
5 Vorgehensweise bei den Interviews
6 Motive für Kirchenaustritte aus den Interviews
6.1.1 Interview 01
6.1.2 Interview 02
6.1.3 Interview 03
6.1.4 Interview 04
6.1.5 Interview 05
6.1.6 Interview 06
6.1.7 Interview 07
6.1.8 Interview 08
7 Kritische Würdigung
7.1 Kommentierte Zusammenfassung
7.2 Bedeutung von Kirchenaustritten für die Zukunft der EKD
7.3 Maßnahmen und Empfehlungen, weiterer Forschungsbedarf
8 Nachwort
Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Motive für Kirchenaustritte, wobei der Fokus auf qualitativen Interviews mit ehemaligen Gemeindegliedern liegt. Ziel ist es, zu analysieren, ob Kirchenaustritte primär durch die Kirchensteuerpflicht bedingt sind oder ob tiefere persönliche, institutionelle und biographische Faktoren ausschlaggebend sind.
3.1.2 Theologischer Briefwechsel nach WIRSCHING
Von besonderer Bedeutung wird hier ein von WIRSCHING dargestellter Briefwechsel zwischen einer Witwe und einem norddeutschen Pfarrer beigemessen, da er viele Aspekte von möglichen Austrittsgründen aufgreift und somit ein hilfreiches Dokument für das Verständnis der hier untersuchten Thematik ist. WIRSCHING schildert in seiner Publikation „Ich trete aus der Kirche: aus einem theologischen Briefwechsel“ einen ausgesprochen speziellen und sicher untypischen Fall.
„Frau von S.“ und „Pfarrer O.“ sind aber deshalb ein gutes Beispiel um Austrittsgründe nachvollziehen zu können, da durch ihren Briefwechsel unterschiedliche Interessen und Erwartungen an Gemeindearbeit und theologischer Ansichten offenbar werden und diese schwer zu vereinen sind. Dieser Briefwechsel auf hohem theologischem Niveau zeigt hervorragend auf, dass Volkskirche keine Heimat für jedermann ist und diesen Anspruch auch nicht formulieren sollte. Dieses liegt daran, dass zu viele unterschiedliche Interessen sich nicht in den herkömmlichen Strukturen berücksichtigen lassen, da eine Mehrheitsgrundlage gegeben sein muss.
Ferner wird ein unangebrachtes und unsensibles Verhalten des Pfarrers deutlich, der nicht in der Lage zu sein scheint, auf die Bedürfnisse und Sozialisation seiner Gesprächspartnerin einzugehen. Zusammen führen beide Aspekte zum ihrem und zum Austritt ihrer beiden Kinder aus der Kirche. Auf der Suche nach einem neuen gemeindlichen und räumlichen Zuhause verlässt sich nach dem Kirchenaustritt die Bundesrepublik Deutschland.
1 Einleitung: Vorstellung der Problematik, der zentralen Forschungsfrage und des methodischen Vorgehens innerhalb der Kirchenaustrittsforschung.
2 Kirchenmitgliedschaft: Erläuterung der kirchenrechtlichen und theologischen Grundlagen der Mitgliedschaft sowie des Finanzierungssystems der EKD.
3 Motive für Kirchenaustritte aus der Literatur: Darstellung von Austrittsgründen anhand von Fallbeispielen aus der Literatur sowie Analyse von Kirchenbindungstypen.
4 Motive für Kirchenaustritte aus dem Internet: Untersuchung von Internetplattformen als Räume für institutionskritische Debatten und Austrittsmotive.
5 Vorgehensweise bei den Interviews: Erläuterung der qualitativen Methode, des narrativen Interviewansatzes und des Forschungsdesigns.
6 Motive für Kirchenaustritte aus den Interviews: Auswertung der acht durchgeführten Interviews mit ehemaligen Gemeindegliedern und Typologisierung der Austrittsgründe.
7 Kritische Würdigung: Synthese der Ergebnisse, Reflexion der Bedeutung für die EKD und Empfehlungen für zukünftige Gemeindearbeit.
8 Nachwort: Abschließende Gedanken zur Notwendigkeit kirchlicher Gemeinschaft und der Bringschuld zu Transparenz in der Mittelverwendung.
Kirchenaustritt, Kirchensteuer, Evangelische Kirche, Religionspsychologie, Gemeindeaufbau, Kirchenbindung, qualitative Untersuchung, narratives Interview, Institutionenkritik, Konfirmation, Volkskirche, Gemeindepädagogik, Religiosität, Pastoralpsychologie, Kirchenmitglieder.
Die Arbeit untersucht die Gründe, warum Mitglieder aus der evangelischen Kirche austreten. Dabei wird der Fokus auf qualitative Aspekte und die Perspektive der Betroffenen gelegt.
Zentrale Themen sind die Kirchenmitgliedschaft, die Finanzierung der Kirche (Kirchensteuer), die Auswirkungen von Lebensstilen auf die Kirchenbindung sowie die Kritik an der Institution Kirche.
Das Ziel ist die Verifizierung oder Falsifizierung der Hypothese, dass Kirchenaustritte nicht primär oder ausschließlich aus steuerlichen Gründen erfolgen, sondern durch persönliche und institutionelle Erfahrungen beeinflusst werden.
Es handelt sich um eine qualitative Untersuchung, die auf narrativen, poimenischen Interviews mit ehemaligen Kirchenmitgliedern basiert und durch eine Literatur- und Internetanalyse ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, diskutiert Fallbeispiele aus der Fachliteratur und wertet die durchgeführten Interviews aus, um die Motive der ehemaligen Mitglieder zu systematisieren.
Wichtige Begriffe sind Kirchenaustritt, Kirchenbindung, Institutionenkritik, Religionspsychologie und Gemeindeentwicklung.
Die Arbeit legt dar, dass die Konfirmandenzeit oft eine Bruchstelle markiert, in der das kindliche Weltbild durch pubertäre Reflexion und kritische Auseinandersetzung entzaubert wird, was langfristig die Entfremdung fördern kann.
Ja, die Arbeit zeigt anhand von Beispielen, dass auch soziale Abstiege oder ein Gefühl der fehlenden Repräsentation eigener Werte in der Kirchengemeinde (z.B. bei konservativen Milieus) zum Austritt führen können.
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