Bachelorarbeit, 2012
67 Seiten, Note: 15 Punkte
1 Einleitung
1.1 Zu den Zielen der Arbeit
1.2 Zum Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Die Definition von Bindung
2.2 Die Entwicklung des Bindungssystems
2.3 Forschungsansätze
2.3.1 Bindungstheorie nach John Bowlby
2.3.1.1 Entstehung der Bindungstheorie
2.3.1.2 Zentrale Thesen von Bowlbys Bindungstheorie
2.3.2 Abgrenzung Zur Psychoanalyse
2.4 Ainsworths Fremde–Situations–Test
2.5 Vater-Kind-Bindung: Stand der Forschung
2.6 Bindung im weiteren Lebensverlauf
2.6.1 Eine ausgewählte Methode: Das Adult Attachment Interview
2.6.2 Relevanz von Bindung
2.7 Zusammenfassung
3 Heimerziehung
3.1 Definition von Heimerziehung
3.2 Historische Entwicklung der Heimerziehung
3.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen der Heimerziehung
3.4 Konzeptuelle Gedanken und Ziele der Heimerziehung
3.5 Typische Probleme von Kindern in Heimeinrichtungen
3.6 Zusammenfassung
4 Heimerziehung unter Einbezug der bindungstheoretischen Perspektive
4.1 Problemfelder des pädagogischen Alltags
4.2 Elternarbeit in der Heimerziehung
4.2.1 Die Notwendigkeit der Elternarbeit
4.2.2 Spannungsfelder
4.3 Erörterung des Fallbeispiels Ronnie
4.4 Chancen und Grenzen für Pädagogen
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Spannungsfeld zwischen den Konzepten der Bindungstheorie und den Strukturen der heutigen Heimerziehung. Ziel ist es, zu eruieren, inwiefern bindungstheoretische Erkenntnisse – insbesondere nach John Bowlby – positiv in den pädagogischen Alltag von Heimeinrichtungen integriert werden können, um Kindern trotz institutioneller Unterbringung eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.
4.2.2 SPANNUNGSFELDER
Wie im Kapitel zuvor erwähnt wurde, sollte Elternarbeit in der Heimerziehung einen wichtigen Bestandteil des pädagogischen Alltags darstellen. Die Vorteile, die diese Zusammenarbeit mit sich bringt, wurden ausführlich erläutert. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass sich in diesem Arbeitsfeld auch potentielle Spannungsfelder befinden. Prinzipiell ist festzuhalten, dass es Pädagogen oftmals schwer fällt für die Eltern, der in Obhut genommenen Kinder Verständnis aufzubringen. Allein aus zeitlicher Sicht beachten sie häufig kaum oder gar nicht die Lebensumstände, in denen sich die Eltern befinden. Da für Pädagogen die Kinder im Vordergrund ihrer Arbeit stehen, nehmen sie die Eltern häufig nur in ihrer Elternrolle wahr, was wiederum die Empathiemöglichkeiten einschränkt (Ehrhardt-Kramer 1987). Dadurch, dass sich beide Parteien häufig auf die Seite des Kindes stellen, kommt es zu einem Konkurrenzkampf um das Kind. Dieser verhindert, dass die Betroffenen sich verbünden und gemeinsam für das Wohl des Kindes eintreten. Oftmals sind Heimmitarbeiter eher darüber verärgert, wenn Eltern sich zu sehr in Entscheidungen einmischen. Es entsteht bei den Mitarbeitern das Anliegen, die Eltern in ihrem Handeln lenken und beeinflussen zu können, um ihre eigenen Interessen besser durchsetzten zu können (Liebetrau; Astfalck zit. n. Conen 1996, S. 25). Bei den Pädagogen entsteht häufig der Wunsch das Kind von ihrer Herkunftsfamilie abschirmen zu können, und sie so vor der „Störquelle“ schützen zu können. Finkelstein et. al. kommen in ihrer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass bei den Pädagogen häufig die Auffassung besteht, die Eltern wollten ihre Kinder gegen die Heimmitarbeiter aufhetzen. Häufig erfolgt die Drohung, dass sich die Eltern bei den Behörden über sie beschweren. Darüber hinaus beschwerten sich die Pädagogen, dass Eltern sich nicht an Verabredungen hielten, sodass die Kinder und Jugendlichen bei Kontakt zu den Eltern permanente Enttäuschungen erlebten (Finkelstein; Schmidle; Junge zit. n. Conen 1996, S. 94f). Auch wenn man sich zu Beginn der Elternarbeit um die Eltern bemüht und erhofft bei Ihnen eine Veränderung in ihrem Verhalten zu erzielen, so tritt dies nicht immer ein. Werden Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass sich das Verhalten der Eltern nicht so ändert
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Heimerziehung unter Berücksichtigung bindungstheoretischer Aspekte anhand eines konkreten Fallbeispiels.
2 Theoretischer Hintergrund: Detaillierte Darstellung der Bindungstheorie, ihrer zentralen Vertreter sowie der wissenschaftlichen Methoden zur Klassifizierung von Bindungsmustern.
3 Heimerziehung: Systematisierung der Heimerziehung, ihrer historischen Entwicklung und der heutigen gesetzlichen Grundlagen durch das KJHG.
4 Heimerziehung unter Einbezug der bindungstheoretischen Perspektive: Zusammenführung der Theorie mit der Praxis, wobei Konfliktfelder, Elternarbeit und die Rolle des Pädagogen beleuchtet werden.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vereinbarkeit von Bindungstheorie und Heimerziehung sowie Ausblick auf die Bedeutung der Beziehungsarbeit.
Bindungstheorie, Heimerziehung, John Bowlby, Mary Ainsworth, Fremde-Situations-Test, Adult Attachment Interview, Elternarbeit, Kindeswohl, Pädagogische Fachkraft, Psychosoziale Deprivation, Bindungsstörungen, Kindheit, Adoleszenz, KJHG, Beziehungsarbeit.
Die Arbeit untersucht, wie bindungstheoretische Konzepte, die ursprünglich für die Eltern-Kind-Beziehung entwickelt wurden, in der professionellen Heimerziehung Anwendung finden können.
Zentrale Themen sind die Bindungstheorie nach Bowlby, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Heimerziehung, die Problematiken von Heimkindern sowie die Chancen und Herausforderungen der Elternarbeit.
Das Ziel ist es, zu bewerten, ob und wie die bindungstheoretische Perspektive Pädagogen in ihrem praktischen Alltag unterstützen kann, um die Lebensbedingungen von Kindern im Heim zu verbessern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Erörterung eines Fallbeispiels (Ronnie), um die abstrakte Theorie mit der pädagogischen Realität zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Bindungsforschung, die Analyse der Heimerziehung als Institution und schließlich die Zusammenführung beider Bereiche in der pädagogischen Praxis.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Bindungstheorie, Heimerziehung, Beziehungsarbeit, Elternarbeit und das KJHG.
Ronnie dient als exemplarisches Fallbeispiel für eine typische Heimbiografie, an der die Auswirkungen von Bindungsstörungen und die Schwierigkeiten institutioneller Erziehung verdeutlicht werden können.
Die Elternarbeit wird als zentraler, aber konfliktreicher Bestandteil der Heimerziehung identifiziert, da die Einbindung der leiblichen Eltern essenziell für die Identitätsentwicklung und psychische Stabilität des Kindes ist.
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