Diplomarbeit, 2007
86 Seiten, Note: 1,0/1,3
1 Einleitung
2 Transportkosten in Ökonomik und Geographie
2.1 Definition und Untergliederung
2.2 Erweiterter Transportkostenbegriff
2.3 Transportkostenrückgang im Zeitverlauf
3 Eisbergtransportkosten
3.1 Definition
3.2 Abhängigkeit von der Distanz
4 Transportkosten im Kern-Peripherie-Modell
4.1 Allgemeine Annahmen
4.2 Nachfrageseite
4.3 Angebotsseite
4.4 Transportkostenimplementation
4.5 Kurzfristiges Gleichgewicht
4.6 Langfristiges Gleichgewicht
4.7 Zusammenfassung und Kritik
5 Transportkosten in weiteren Modellen der NEG
5.1 Weiterentwicklung des Agrarsektors
5.2 Vertical-Linkages-Ansatz nach Venables
5.3 Wohnraum-Ansatz nach Helpman
5.4 Synthese nach Puga
5.5 Zusammenfassung
6 Die Handelsfreiheit (φ-ness of trade)
6.1 Definition und Zusammenhang mit den Transportkosten
6.2 Bestimmung von φ
6.3 φ im Branchen- und Ländervergleich
7 Schlussbetrachtung und Ausblick
A Maximierung des Nutzens U
B Herleitung der Nachfragefunktion cj
C Herleitung der Substitutionselastizität σ
D Herleitung der Preiselastizität der Nachfrage η
E Maximierung des Gewinns π
F Herleitung der Produktion x
G Herleitung der inneren Distanz einer Region drr
Diese Diplomarbeit untersucht die Rolle von Transportkosten innerhalb der Modelle der Neuen Ökonomischen Geographie (NEG). Das Hauptziel besteht darin, einen Überblick darüber zu geben, wie reale Transportkostengrößen in modellgerechte Formen überführt werden können, wie sich unterschiedliche Transportkostenannahmen auf räumliche Verteilungsmuster auswirken und wie theoretische Schwellenwerte der NEG mit empirisch ermittelten Daten korrespondieren.
3.1 Definition
Von Thünen (1826) stellt sich ein entfernt gelegenes Gut vor, auf dem die Kornernte lagert, es aber vor Ort nicht ausreichend Konsumenten gibt, sodass der Gutsbesitzer sein Korn auch in der Stadt verkaufen möchte:
„Wird nun aus sehr entfernten Gegenden Korn nach der Stadt gefahren, daß das Zugvieh während der Reise die eine Hälfte der Ladung oder deren Wert selbst verzehrt, und nur die andere Hälfte zum Verkauf und zur Konsumtion nach der Stadt gelangt: so ist es sehr begreiflich, daß man auf dem Lande mit 2 Schfl. [Scheffel] Roggen nicht mehr Geld erkaufen kann, als mit einem Scheffel in der Stadt.“
Abbildung 3.1 illustriert diesen Ansatz für 6 Einheiten Getreide und einen Transportkostenmultiplikator von τ = 2. Von der Gesamtsumme, die ein Konsument in der Stadt für Getreide ausgibt, fließt in diesem Beispiel nur ein Anteil von 50% an den Bauern, die anderen 50% müssen für den Transport bezahlt werden: Der Preis für Getreide beträgt also in der Stadt das Doppelte des Preises auf dem Land bzw. des Selbstabholerpreises.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die vernachlässigte Rolle von Transportkosten in Standardlehrbüchern und begründet die Relevanz der Untersuchung für die Neue Ökonomische Geographie.
2 Transportkosten in Ökonomik und Geographie: Dieses Kapitel klassifiziert Transportkosten in verschiedene Kategorien und erläutert deren Entwicklung und Messbarkeit im Zeitverlauf.
3 Eisbergtransportkosten: Hier wird das Konzept der Eisbergtransportkosten nach von Thünen und Samuelson eingeführt, das als wesentliche methodische Grundlage für viele NEG-Modelle dient.
4 Transportkosten im Kern-Peripherie-Modell: Das Kern-Modell der NEG von Krugman wird detailliert formal hergeleitet und die Rolle von Transportkosten für den Modellmechanismus hervorgehoben.
5 Transportkosten in weiteren Modellen der NEG: Es werden Modifikationen des Kern-Modells durch Autoren wie Helpman, Venables und Puga vorgestellt, um zusätzliche zentrifugale Kräfte wie Wohnraum oder vertikale Verbindungen zu integrieren.
6 Die Handelsfreiheit (φ-ness of trade): Dieses Kapitel überführt das Konzept der Transportkosten in das abstraktere Maß der Handelsfreiheit und konfrontiert die theoretischen Ergebnisse mit empirischen Branchenanalysen.
7 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit fasst zusammen, dass Transportkosten für räumliche Verteilungsmuster entscheidend sind, betont jedoch die Notwendigkeit, Modelle für spezifische Situationen anzupassen, statt generische Ansätze zu erzwingen.
Neue Ökonomische Geographie, Transportkosten, Kern-Peripherie-Modell, Eisbergtransportkosten, Agglomeration, Handelsfreiheit, Skalenerträge, Monopolistischer Wettbewerb, Modellierung, Wirtschaftsgeographie, räumliche Verteilung, Schwellenwerte, empirische Analyse, Handelsbarrieren, Strukturpolitik.
Die Arbeit analysiert die theoretische und praktische Rolle von Transportkosten in den Modellen der Neuen Ökonomischen Geographie (NEG) und wie diese die räumliche Ballung wirtschaftlicher Aktivitäten beeinflussen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Transportkosten, ihre mathematische Implementierung in ökonomische Modelle (insbesondere Eisbergtransportkosten), die Analyse von Agglomerations- und Dispersionskräften sowie die empirische Bestimmung von Handelsfreiheit.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie komplexe reale Transportkosten in vereinfachte Modellformen übersetzt werden, ob verschiedene Transportkostenentwicklungen zu gleichen Verteilungsmustern führen und wie die Ergebnisse der Theorie empirisch validiert werden können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretisch orientierten Analyse von mathematischen Modellen der NEG (deduktiver Ansatz), die durch Vergleiche mit empirischen Studien und Gravitationsgleichungen ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der methodischen Grundlagen (Eisbergkosten), die detaillierte Darstellung des Kern-Peripherie-Modells, die Diskussion von Modellerweiterungen durch andere Autoren und die Überführung in das Konzept der Handelsfreiheit.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Neue Ökonomische Geographie, Transportkosten, Agglomeration, Kern-Peripherie-Modell, Skalenerträge und Handelsfreiheit charakterisiert.
Sie ermöglichen eine mathematisch einfache Modellierung von Transportkosten, ohne einen eigenständigen Transportsektor definieren zu müssen, indem sie annehmen, dass ein Teil des Gutes während des Transports „dahinschmilzt“.
Es ist ein abstraktes Maß für die Handelsfreiheit, das direkt aus dem Transportkostenmultiplikator abgeleitet wird, wobei 1 für völlige Handelsfreiheit und nahe 0 für hohe Handelsbarrieren steht.
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