Diplomarbeit, 2017
50 Seiten, Note: 1
Einleitung
1. Allgemeine Situation der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert
1.1 Erziehung, Kinderstube und Ausbildung
1.2 Ideal des Mädchens
1.3 Ehe und Eheschließung
1.4 Rolle der Frau und des Mannes
2. Mädchenliteratur
2.1 Der Trotzkopf
3. Ilse und ihre Anfänge in der Pension
3.1 Ilses Wendepunkte
3.2 Personen, die zur Ilses Entwicklung beigetragen haben
3.3 Ilse nach ihrem Aufenthalt in der Pension
3.4 Ilses Vorstellung der Liebe und ihre Verwirklichung in der Ehe
Zusammenfassung
Bibliographie
Die Diplomarbeit untersucht den Roman „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden, um anhand der Hauptprotagonistin Ilse Macket das Mädchenideal des 19. Jahrhunderts zu analysieren. Dabei wird der Fokus auf die Entwicklung der Figur im Kontext gesellschaftlicher Erwartungen und der damals vorherrschenden Mädchenliteratur gelegt.
3.1 Ilses Wendepunkte
Zu einem der Wendepunkte im Denken von Ilse gehört die Geschichte, die ihr von Fräulein Güssow erzählt wird. Sie bittet Ilse sich neben sie zu setzten und sagt:
»Komm, setze dich zu mir,« fuhr sie ruhiger fort, »ich will dir eine wahre Geschichte von einem trotzigen, widerspenstigen Mädchenherzen erzählen, das sein Lebensglück einer kindischen Laune opferte, und wenn du dann noch sagen wirst: ›Ich kann nicht,‹ dann gehe hin und folge deinem harten Kopfe, – ich werde nie wieder den Versuch machen, ihn zu beugen ...78
Mit leichtem Zögern beginnt die Lehrerin von der sechszehnjährigen Lucie zu erzählen. Als Waise von ihrer Großmutter aufgezogen, hatte das Mädchen nie gelernt zu gehorchen oder sich zu benehmen. Der Trotz war ihre schlechteste Angewohnheit und die Großmutter war zu Nachsichtig um Lucies Verhalten zu bessern. Eines Tages traf das Mädchen Curt, einen jungen Herren, der im Park malte. Dieser machte ihr ein Kompliment, doch Lucie reagierte nicht, war über die aufdringliche Art des Mannes verärgert. Auf der anderen Seite gefiel er ihr, denn er war sehr schön. Von seiner Klugheit und Gutmütigkeit wurde Lucie später überzeugt, als der Maler sie unter irgend einem Vorwand bei der Großmutter besuchte.
Einleitung: Einführung in das Thema der Literatur als Kulturvermittlung und Zielsetzung der Arbeit, das Mädchenideal anhand von Ilse Macket zu präsentieren.
1. Allgemeine Situation der bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert: Untersuchung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Erziehungspraktiken und Rollenzuweisungen innerhalb des Bürgertums im 19. Jahrhundert.
2. Mädchenliteratur: Analyse der zeitgenössischen Mädchenliteratur, insbesondere der Backfischliteratur, und Einordnung des Werkes „Der Trotzkopf“.
3. Ilse und ihre Anfänge in der Pension: Detaillierte Betrachtung der Entwicklung der Protagonistin Ilse Macket, ihrer Wendepunkte sowie ihrer späteren Ehevorstellungen.
Zusammenfassung: Kurze Vorstellung der gesamten Arbeit und ihrer zentralen Kapitel.
Bibliographie: Auflistung der verwendeten primären und sekundären Literaturquellen.
Der Trotzkopf, Emmy von Rhoden, Mädchenliteratur, 19. Jahrhundert, Ilse Macket, bürgerliche Familie, Backfischliteratur, Erziehung, Frauenrolle, Adoleszenz, Rollenbild, gesellschaftliche Normen, Ehe, Sozialgeschichte, Emanzipation.
Die Arbeit analysiert das Ideal des Mädchens im 19. Jahrhundert am Beispiel des Romans „Der Trotzkopf“ von Emmy von Rhoden.
Die Arbeit behandelt die allgemeine familiäre Situation im 19. Jahrhundert, die Charakteristika der damaligen Mädchenliteratur sowie die individuelle Entwicklung der Hauptfigur Ilse Macket.
Ziel ist es, anhand der Protagonistin Ilse Macket das damalige Idealbild eines Mädchens aufzuzeigen und zu untersuchen, wie sich dieses Ideal in der Literatur und Gesellschaft widerspiegelte.
Es handelt sich um eine literatur- und sozialgeschichtliche Analyse, die sowohl den Romantext als auch historisches Fachwissen über das 19. Jahrhundert und die Mädchenerziehung integriert.
Im Hauptteil werden zunächst die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, dann die literarische Gattung der Mädchenliteratur und schließlich intensiv der Roman selbst sowie die Entwicklung der Protagonistin Ilse analysiert.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem „Der Trotzkopf“, Mädchenliteratur, Backfischliteratur, Erziehung und bürgerliche Familie.
Der Vater idealisiert Ilse zunächst als Erinnerung an seine verstorbene Frau und verzichtet auf Strenge, was Ilses Trotz und Ungehorsam begünstigt, bevor sie später in der Pension Disziplin lernen muss.
Durch den tragischen Tod ihrer Freundin Lilli und tröstende Briefe der Stiefmutter beginnt Ilse, ihre Stiefmutter objektiver zu betrachten und bereut ihre frühere ablehnende Haltung ihr gegenüber.
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