Magisterarbeit, 2008
92 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Phantastik: Versuch einer Begriffsklärung
2.1 Forschungsstand und Definitionsversuche
2.2 Abgrenzung von „verwandten“ Genres
2.3 Phantastische Jugendliteratur
3. Das Böse: Wer oder was ist der/die/das Böse?
3.1 Verschiedene Sichten auf das Böse
3.1.1 Das Böse: Theologische Ansätze
3.1.1.1 Der Sündenfall
3.1.1.2 Das personifizierte Böse: Der Teufel
3.1.2 Das Böse: Philosophische Ansätze
3.1.3 Das Böse: Psychologische Ansätze
3.2 Arten des Bösen
3.3 Symbolik des Bösen
3.4 Ästhetik des Bösen
4. Das Böse in der phantastischen Gegenwartsliteratur
4.1 Walter Moers: „Die Stadt der Träumenden Bücher“
4.1.1 „Gefährliche Bücher“ in der Fremde
4.1.2 Oben- und Untenwelt: Topographische Einordnung des Bösen
4.1.2.1 Geschöpfe aus den Katakomben und das Wesen der Unterwelt
4.1.2.2 Vater und Sohn
4.2 Wolfgang und Heike Hohlbein: „Das Buch“
4.2.1 Die Gabe und das eine Buch
4.2.2 Anderswelten
4.2.2.1 Das Archiv und sein Herrscher
4.2.2.2 Die Ambivalenz der Figuren: Gut oder Böse?
4.3 Cornelia Funke: „Tintenherz“
4.3.1 Ungewöhnliche Talente
4.3.2 Capricorn und seine Männer
4.3.2.1 Die Schwarzjacken
4.3.2.2 Der Teufel und sein Dorf
4.3.3 Staubfingers Spiel mit dem Feuer
5. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetische und literarische Darstellung des Bösen in der phantastischen Jugendliteratur. Dabei wird analysiert, wie das Böse als faszinierendes Machtinstrument in den Werken „Die Stadt der Träumenden Bücher“, „Das Buch“ und „Tintenherz“ konzipiert ist und in welcher Wechselbeziehung die Konzepte von Gut und Böse zu den Protagonisten sowie den Lesern stehen.
Gefährliche Bücher in der Fremde
Der Leser wird bereits in der Einleitung des Romans „Die Stadt der Träumenden Bücher“ darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um Lektüre handelt, die sich nicht für schwache Gemüter empfiehlt, da sich in ihr Gefahren verbergen, die diese erschaudern ließen. Wer sich diesem Abenteuer dennoch anschließt und das Buch nicht zur Seite legt, muss mit der Gefahr, die auf ihn zukommt, leben, denn es ist „[e]ine waghalsige Unternehmung aus Gründen des Forscherdrangs oder des Übermuts; mit lebensbedrohlichen Aspekten, unberechenbaren Gefahren und manchmal fatalem Ausgang.“ (Moers 2007, 9) Schon eingangs wird erläutert, dass es sich um eine Geschichte handelt, in welcher der Protagonist Hildegunst von Mythennetz in den Besitz des „Blutigen Buches“ gelangt ist. Allein diese Tatsache lässt schon erahnen, dass es sich keineswegs um ein einfaches Unterfangen handelt, sondern dass der Weg mit Gefahren und Bedrohungen gespickt ist. Der Leser dieses phantastischen Romans wird von vorneherein in eine Welt des Übernatürlichen gestürzt, in der nicht nur der imaginäre Lindwurm Hildegunst eingeführt wird, dessen Abenteuer in diesem Buch beschrieben werden soll, sondern gleichzeitig darauf verwiesen wird, dass es einen Ort gibt, an dem Lesen ein Wagnis ist. An diesem Ort können „Bücher verletzen, vergiften, ja, sogar töten“ und man muss „sein Leben aufs Spiel setzen, um an der Geschichte teilzuhaben“, aber alles andere wäre auch ein „sterbenslangweiliges Dasein“ (Moers 2007, 9). Hildegunst von Mythennetz verweist einführend also gleich auf die Faszination, die von der Gefahr ausgeht.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die allgemeine Faszination für das Böse in der Literatur und stellt die Forschungsfrage nach dessen Darstellung in der modernen Phantastik.
2. Phantastik: Versuch einer Begriffsklärung: Dieses Kapitel diskutiert die theoretischen Herausforderungen bei der Definition des Genres Phantastik und grenzt es von verwandten Gattungen ab.
3. Das Böse: Wer oder was ist der/die/das Böse?: Hier werden theologische, philosophische und psychologische Perspektiven auf das Böse dargelegt, um dessen Wesen und Symbolik zu ergründen.
4. Das Böse in der phantastischen Gegenwartsliteratur: Eine tiefgehende Analyse von Werken von Walter Moers, Wolfgang und Heike Hohlbein sowie Cornelia Funke im Hinblick auf ihre Darstellung des Bösen.
5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Komplexität des Bösen in der phantastischen Jugendliteratur als ästhetisches und pädagogisches Instrument.
Phantastik, Phantastische Literatur, Das Böse, Gut und Böse, Literaturtheorie, Jugendliteratur, Schatten, Machtinstrument, Identitätsfindung, Walter Moers, Wolfgang Hohlbein, Heike Hohlbein, Cornelia Funke, Ästhetik, Symbolik.
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Funktion des Bösen in drei ausgewählten Werken der phantastischen Gegenwartsliteratur für Jugendliche.
Im Fokus stehen die Definition der Phantastik, die theoretischen Ansätze zum Bösen und die Analyse konkreter Machtstrukturen in den untersuchten Romanen.
Das Ziel ist es, den Einfluss von Denkansätzen auf die literarische Darstellung des Bösen zu bestimmen und zu untersuchen, wie sich Gut und Böse in der phantastischen Literatur zueinander verhalten.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse sowie interdisziplinäre Bezüge zu Theologie, Philosophie und Psychologie.
Der Hauptteil analysiert spezifisch die Romane „Die Stadt der Träumenden Bücher“, „Das Buch“ und „Tintenherz“ hinsichtlich ihrer Bösewichte, topographischen Orte und Symbolik.
Die zentralen Begriffe sind Phantastik, Macht, Schatten, Identität und Literaturgenuss.
Die Arbeit zeigt auf, dass bei diesen Autoren das Böse oft ambivalent dargestellt wird und nicht zwangsläufig einer klassischen Schwarz-Weiß-Malerei folgt.
Die Gabe ermöglicht es den Charakteren, die Wirklichkeit zu sehen, wird jedoch auch als Bürde und Machtinstrument missbraucht, was die Protagonisten vor moralische Dilemmata stellt.
Der Schattenkönig rettet den Protagonisten teils, vernichtet aber auch Leben; seine Ambivalenz spiegelt die unklaren Grenzen zwischen Schöpfer, Geschöpf und der Grausamkeit der Katakomben wider.
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