Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten
1 Theoretischer Teil
1.1 Forschungsstand
1.2 Modell des Neoliberalismus nach Andrew Moravcez
1.2.1 Dominierende Präferenzen und Gruppen
1.2.2 Staatshandeln
1.2.3 Zwischenstaatliche Beziehungen
2 Empirischer Teil
2.1 Anwendung auf die Ukraine
2.1.1 Dominierende Gruppen und deren Präferenzen in der Ukraine
2.1.2 Staatshandeln der Ukraine
2.2 Anwendung auf Russland
2.2.1 Dominierende Gruppen und deren Präferenzen in Russland
2.2.2 Staatshandeln Russlands
2.3 Erklärung der zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland
3 Fazit
Die Arbeit untersucht anhand der Neoliberalismustheorie von Andrew Moravcsik, wie innenpolitische Akteure und deren Präferenzen das außenpolitische Handeln der Ukraine und Russlands bestimmen, um die aktuelle Spannungskonfiguration zwischen beiden Ländern zu erklären.
1.2.1 Dominierende Präferenzen und Gruppen
In der Neoliberalismustheorie nach Moravcsik sind es im Gegensatz zum Neorealismus die autonomen Akteure und Gruppen, die mit ihren jeweiligen Präferenzen das Staatshandeln und die Außenpolitik eines Staates nach dem „bottom-up“ Prinzip lenken. Moravcsik beschreibt die Akteure in „Taking Preferences Seriously: A Liberal Theory of International Politics“ als rational handelnd und risikoscheu. Aufgrund seiner Risikoscheue ist der Mensch kein Interessenmaximierer, stattdessen verteidigt er das, was er bereits erreicht hat. Wenn es darum geht neue Gewinne zu erzielen, handelt er vorsichtig und wägt Kosten und Risiken ab.
Der Mensch wird als sozial angesehen und organisiert sich deshalb in Gruppen, um kollektive Ziele zu erreichen. Die Interessen der innenpolitischen Akteure stehen im Vordergrund. Moravcsik weist darauf hin, dass es innerhalb der konkurrierenden Interessensgruppen Zielkonflikte geben kann. Aus Sicht von Moravcsik entsteht Wettbewerb, wo materielle und ideelle Vorteile oder Wohlfahrten knapp sind. Die fortschreitende Globalisierung intensiviert die Anreize für die Menschen zum Wettbewerb und erhöht somit auch die Konkurrenzsituation der verschiedenen Interessensgruppen. Moravcsik sieht den Staat nicht als einheitlichen Akteur an. Stattdessen wird er als „representative institution constantly subject to capture and recapture, construction and reconstruction by coalitions of social actors“.
1 Theoretischer Teil: Einführung in die Theorien der internationalen Beziehungen mit Fokus auf den Neoliberalismus nach Andrew Moravcsik als Modell zur Erklärung von Staatshandeln.
2 Empirischer Teil: Anwendung der Neoliberalismustheorie auf die Ukraine und Russland, wobei die Rolle von Oligarchen und Silowiki sowie deren Einfluss auf die Außenpolitik analysiert werden.
3 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der künftigen Entwicklungsaussichten beider Staaten angesichts ihrer divergierenden Interessen und internen Machtstrukturen.
Neoliberalismus, Andrew Moravcsik, Internationale Beziehungen, Ukraine, Russland, Oligarchen, Silowiki, Außenpolitik, Staatshandeln, Interdependenz, Korruption, Machtministerien, Geopolitik, Euromaidan, Interessenkonflikte.
Die Arbeit analysiert die zwischenstaatlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland auf Basis der Neoliberalismustheorie.
Die zentralen Themen sind der Einfluss gesellschaftlicher Gruppen (Oligarchen, Silowiki), staatliche Präferenzbildung und die Folgen für die Außenpolitik.
Ziel ist es zu untersuchen, wie dominierende Akteure innerhalb eines Staates durch ihre Präferenzen das außenpolitische Handeln lenken und warum das Verhältnis der beiden Länder aktuell so schwierig ist.
Die Arbeit verwendet das theoretische Modell des Neoliberalismus nach Andrew Moravcsik, um empirische Daten der beiden Staaten zu interpretieren.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen erläutert und anschließend auf die spezifischen Machtstrukturen, Interessen und politischen Ereignisse in der Ukraine und Russland angewandt.
Wichtige Begriffe sind Neoliberalismus, Machtgruppen wie Oligarchen und Silowiki, sowie die Analyse staatlicher Handlungsspielräume in einer interdependenten Welt.
Die Oligarchen agieren als einflussreiche gesellschaftliche Gruppe, die durch Kontrolle von Medien und informellen Netzwerken das politische Handeln maßgeblich steuert und tendenziell westliche wirtschaftliche Anbindung sucht.
Die Silowiki sind Angehörige der Machtministerien, die einen zentralisierten Staat anstreben, den Westen als Bedrohung wahrnehmen und das Handeln Putins stark beeinflussen.
Proteste zeigen, dass die Bevölkerung einen wachsenden Einfluss ausübt, was die Regierungen dazu zwingt, entweder repressiver zu reagieren oder auf ökonomische Unzufriedenheit zu reagieren.
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