Bachelorarbeit, 2020
72 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Selbstwirksamkeitserwartung
2.1.1 Quellen der Selbstwirksamkeitserwartung
2.1.2 Selbstwirksamkeit und Lebenszufriedenheit
2.2 Attributionstheorie
2.2.1 Misserfolgsvermeider
2.2.2 Erfolgssucher
2.2.3 Attribution und Selbstwirksamkeit
2.3 Theorie der erlernten Hilflosigkeit
2.3.1 Erlernte Hilflosigkeit und Attribution
2.3.2 Prokrastination und Lebenszufriedenheit
2.4 Sportliche Aktivität
2.5 Selbstkonkordanz
2.6 Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden
2.7 Persönlichkeitsdimensionen
2.8 Aktuelle Forschungsstände relevanter Themengebiete
2.9 Hypothesenableitung
3 Methodik
3.1 Forschungsmethode und Untersuchungsdesign
3.2 Versuchsplan
3.3 Operationalisierung der Variablen
3.3.1 Extraversion und Offenheit
3.3.2 Selbstwirksamkeit
3.3.3 Sport- und bewegungsbezogene Selbstkonkordanz
3.3.4 Sportbezogene Selbstwirksamkeitserwartung
3.3.5 Drive for Muscularity
3.3.6 Interne und externe Kontrollüberzeugung
3.3.7 Lebenszufriedenheit
3.3.8 Prokrastination
3.4 Gütekriterien
3.5 Mögliche Störvariablen
3.6 Aufbau der Datenerhebung und Durchführung
3.6.1 Gestaltung der Forschung und Ablauf der Umfrage
3.6.2 Akquise der Umfrageteilnehmer
3.7 Pretest
4 Ergebnisse
4.1 Datensatz
4.2 Deskriptiva
4.3 Skalenreliabilität
4.4 Hypothesenprüfung
4.4.1 Analyseverfahren
4.5 Weitere Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Kritische Reflexion der Ergebnisse
5.3 Fazit
Diese Forschungsarbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen Selbstwirksamkeit, sportlicher Aktivität und Prokrastination sowie deren Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. Durch eine quantitative Datenerhebung mittels eines standardisierten Online-Fragebogens bei 229 Teilnehmern wird analysiert, inwieweit diese Faktoren als Prädiktoren für die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben fungieren und welche psychologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen.
2.1.1 Quellen der Selbstwirksamkeitserwartung
Die Quellen, die jeweils zum Tragen kommen, beeinflussen das Verhalten in unterschiedlicher Art und Intensität. Nach Bandura (1977a, 1986) ist es ebenfalls möglich, mehrere Quellen in der gleichen Situation in unterschiedlichem Ausmaß zu nutzen.
1. eigenen Erfahrungen: Selbst erlebte Referenzereignisse aus der Vergangenheit sind die verlässlichste Quelle für Selbstwirksamkeit. Sie werden als authentische Beweise gespeichert. In der Sozialkognitiven Lerntheorie (Bandura, 1977b) als performance accomplishment bezeichnet, wird im Deutschen von der erreichten Leistung gesprochen. In der heutigen Wissenschaft hat sich der Begriff der mastery experience (Bandura, 1995) durchgesetzt. Inhalt der eigenen Erfahrungen ist das positive Erlebnis aus der Vergangenheit, was zur Folge hat, dass zukünftige Aufgaben oder Herausforderungen, als bewältigbar eingestuft werden.
2. stellvertretenden Erfahrungen: Diese beziehen sich auf das Beobachtungslernen durch den Erfolg anderer Menschen, im Englischen auch vicarious experience (Bandura, 1977b; Bandura, Freeman & Lightsey, 1999) genannt. Wenn beobachtet werden kann, wie eine andere Person eine Situation meistert, ohne selbst emotionalen oder physischen Schaden zu nehmen, wird die Herausforderung als bewältigbar wahrgenommen. Selbst wenn die Fähigkeiten dazu noch nicht ausreichen, wird sich die Leistung durch die Beobachtung bereits verbessern.
3. verbaler Ermutigung: Im Englischen spricht man von verbal persuasion (Bandura, 1977b; Bandura, Freeman & Lightsey, 1999), wenn Menschen, die sich die bevorstehende Aufgabe nicht zutrauen, durch ermutigende Suggestionen in ihrem Vorhaben bestärkt werden. Als wichtiger Bestandteil gilt der Realitätsbezug. Die Ermutigungen müssen der Situation und der Person angepasst sein und dürfen nicht überzogen wirken. Sollte die Person erneut scheitern, würde die Kombination aus Scheitern und überzogener Suggestion die Entmutigung verstärken. Verbale Ermutigungen sind eher von kurzer Dauer und verlieren ihre Bedeutung bei Erfahrungen, die nicht übereinstimmend mit dem Überzeugungsversuch sind.
4. emotionaler Erregung: Gemeint sind physiologische Reaktionen, die als Antwort auf Spannungszustände gezeigt werden. Bandura (1977b) sowie Bandura, Freeman und Lightsey (1999) nennen diesen Zustand emotional arousal. Das Problem liegt in der kognitiven Beurteilung physiologischer Erregungen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themen der Lebenszufriedenheit, Selbstwirksamkeit und deren Relevanz für eine gesunde Psyche ein, definiert das Problem der Prokrastination und umreißt die Ziele sowie das Vorgehen der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: In diesem Kapitel werden die zentralen Konstrukte wie Selbstwirksamkeitserwartung, Attributionstheorie, erlernte Hilflosigkeit, Prokrastination und sportliche Aktivität definiert, theoretisch verknüpft und auf Basis aktueller Forschung Hypothesen abgeleitet.
3 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das quantitative Untersuchungsdesign, die eingesetzten psychometrischen Skalen, die Durchführung der Online-Umfrage, die Gütekriterien sowie die methodischen Überlegungen zur Stichprobenakquise und Datenbereinigung.
4 Ergebnisse: Hier werden die deskriptiven statistischen Analysen, die Skalenreliabilitäten der Messinstrumente sowie die detaillierte Prüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Korrelations- und Regressionsanalysen präsentiert.
5 Diskussion: Dieses abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfragen, reflektiert kritisch das methodische Vorgehen und zieht ein Fazit über die Zusammenhänge von Selbstwirksamkeit, Sport, Prokrastination und Lebenszufriedenheit.
Selbstwirksamkeitserwartung, Lebenszufriedenheit, sportliche Aktivität, Prokrastination, Attributionstheorie, erlernte Hilflosigkeit, Selbstkonkordanz, Kontrollüberzeugung, Persönlichkeitsdimensionen, Extraversion, Offenheit, quantitative Forschung, Online-Fragebogen, Wohlbefinden, psychische Gesundheit.
Die Arbeit untersucht die psychologischen Zusammenhänge zwischen der Selbstwirksamkeitserwartung eines Menschen, seiner sportlichen Aktivität, seiner Neigung zur Prokrastination und seiner allgemeinen Zufriedenheit mit dem Leben.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Selbstwirksamkeit, Attributionstheorien, die Theorie der erlernten Hilflosigkeit, der Einfluss von sportlichem Training auf die Psyche sowie Persönlichkeitsmerkmale wie Extraversion und Offenheit.
Das Hauptziel ist es, die Interaktionseffekte zwischen Selbstwirksamkeit, Sport und Prokrastination aufzuzeigen und zu beleuchten, wie diese Variablen die Lebenszufriedenheit beeinflussen.
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung mittels eines standardisierten Online-Fragebogens durchgeführt, wobei die Daten statistisch über Korrelationsanalysen und multiple Regressionen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung der Online-Umfrage sowie die Präsentation und Diskussion der statistischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Selbstwirksamkeitserwartung, Lebenszufriedenheit, Prokrastination, sportliche Aktivität, Kontrollüberzeugung und psychisches Wohlbefinden.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten positiven Zusammenhang: Sportliche Aktivität wirkt sich steigernd auf die Selbstwirksamkeitserwartung aus, was wiederum die Lebenszufriedenheit positiv beeinflusst.
Prokrastination wird als signifikant negativer Prädiktor identifiziert; eine ausgeprägte Tendenz zum Aufschieben von Aufgaben geht mit geringerer Lebenszufriedenheit und einem reduzierten Kontrollerleben einher.
Ja, insbesondere die Extraversion zeigte einen überraschend starken positiven Einfluss auf die Lebenszufriedenheit, während bei der Offenheit für Erfahrungen kein signifikanter Effekt in dieser Untersuchung nachgewiesen werden konnte.
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