Examensarbeit, 2005
75 Seiten, Note: 2,0
0. EINLEITUNG
I. POSTKOLONIALISMUS UND LITERATUR
II. BEGRIFFSBESTIMMUNG: WAS IST IMPERIALISMUS, KOLONIALISMUS UND POSTKOLONIALISMUS?
II.1 Südafrikas spezielle Situation
III. SCHLÜSSELKONZEPTE DER POSTKOLONIALEN LITERATURTHEORIE
III.1 Subversion: Entkolonialisierung (Frantz Fanon)
III.2 Das koloniale ,Andere’ (Edward Said)
III.3 Hybridität (Homi Bhabha)
IV. MANNONIS PSYCHOANALYTISCHE KOLONIALISMUSTHEORIE
V. J.M. COETZEES WAITING FOR THE BARBARIANS (1980)
V.1 Einleitung
V.2 Kurzbiographie von J. M. Coetzee
V.3 Inhalt von Waiting for the Barbarians
V.4 Handlungsort von Waiting for the Barbarians
V.5 Figurenkonstellation in Waiting for the Barbarians
V.5.1 Der Magistrat und Oberst Joll
V.5.2 Der Magistrat und die ,Barbarin’
V.5.3 Der Magistrat und die ,Barbaren’
V.6 Die Position des Magistrats im kolonialen Gefüge: seine scheinbar liberale Stellung und sein Bewusstsein zwischen Transzendenz und Materialismus
V.7 Die Darstellung des kolonialen ,Anderen’ in Waiting for the Barbarians
V.8 Palimpsest: Rückkehr zur vorkolonialen Identität (Entkolonialisierung)
V.9 Die ,Grauzone’: Die Auseinandersetzung des Magistrats mit seiner Stellung zwischen Täter und Opfer in Waiting for the Barbarians (Hybridität)
V.9.1 Das Problem der Darstellung von Folter in der Literatur am Beispiel von Waiting for the Barbarians
VI. J.M. COETZEES FOE (1986)
VI.1 Inhalt von Foe
VI.2 Handlungsort von Foe
VI.3 Figurenkonstellation in Foe
VI.3.1 Die fünf ,Mysterien’: Cruso und Freitag
VI.3.2 Susan Barton und Freitag
VI.4 Die Darstellung des kolonialen ,Anderen’ in Foe: Susan Barton und Freitag
VI.5 Subversion und Entkolonialisierung in Foe
VI.6 Hybridität in Foe
VI.7 Kompromiss im Grauen: Das Labyrinth des Zweifels in Foe
VII. J.M. COETZEES DISGRACE (1999)
VII.1 Inhalt von Disgrace
VII.2 Handlungsort von Disgrace
VII.3 Figurenkonstellation in Disgrace
VII.3.1 David Lurie und Soraya
VII.3.2 David Lurie und Melanie Isaacs
VII.3.3 David Lurie und Mr Isaacs
VII.3.4 David Lurie/Lucy und Petrus
VII.4 Die Darstellung des (post)kolonialen ,Anderen’ in Disgrace
VII.5 Subversion und Entkolonialisierung in Disgrace
VII.5.1 Das Ende der Apartheid: nichts ist so wie vorher
VII.5.2 Die Grauzone: Die Frage nach Schuld, Vergeltung und Aussöhnung im Südafrika nach der Apartheid in Disgrace
VII.6 Hybridität in Disgrace
VIII. SCHLUSSWORT
Die Arbeit untersucht die differenzierte Kolonialismuskritik in J.M. Coetzees Romanen "Waiting for the Barbarians", "Foe" und "Disgrace". Das primäre Ziel ist es, den "Kompromiss im Grauen" aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich die kolonialen Machtstrukturen sowie Konzepte von Schuld, Hybridität und das koloniale "Andere" in den Texten widerspiegeln.
V.1 Einleitung
J.M. Coetzees dritter Roman Waiting for the Barbarians schildert das Drama des inneren Konfliktes im Bewusstsein des Magistrats. Er befindet sich in wachsender Opposition zu einem Machtgefüge, in dem er zugleich Nutznießer und Repräsentant ist, während er versucht, in der ,Grauzone’ seine Stellung zwischen Tätern und Opfern auszuloten.
Coetzee äußerte 1978, während er vermutlich Waiting for the Barbarians schrieb, in einem Interview mit Steven Watson, “in a way it’s easier and more difficult being a writer in South Africa than in Western European countries; because there are such gigantic subjects of such unassailable importance facing a writer in South Africa” (Watson 1978: 21-24).
Für Coetzee ist eines dieser ,gigantischen Themen’ offenbar die koloniale Dialektik, ein Thema von solch ,unerschütterlicher Wichtigkeit’, dass ein südafrikanischer Schriftsteller nicht die Wahl hat, darüber zu schreiben, sondern die Pflicht. Dieser Zwang stellt eine Art Determinismus dar, der des Schriftstellers freie Wahl begrenzt und das wiederum ist eine Schwierigkeit, die Coetzee als Schriftsteller in Südafrika wahrnimmt.
0. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Kolonialismuskritik in J.M. Coetzees Romanen und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise sowie des theoretischen Rahmens.
I. POSTKOLONIALISMUS UND LITERATUR: Untersuchung der Beziehung zwischen Literatur und Postkolonialismus sowie der Entwicklung des Begriffs der "Commonwealth Literature".
II. BEGRIFFSBESTIMMUNG: WAS IST IMPERIALISMUS, KOLONIALISMUS UND POSTKOLONIALISMUS?: Definition der zentralen Termini mit Fokus auf die spezifische historische Situation Südafrikas.
III. SCHLÜSSELKONZEPTE DER POSTKOLONIALEN LITERATURTHEORIE: Erläuterung der theoretischen Grundlagen durch Konzepte von Frantz Fanon, Edward Said und Homi Bhabha.
IV. MANNONIS PSYCHOANALYTISCHE KOLONIALISMUSTHEORIE: Darstellung der psychoanalytischen Aspekte des Kolonialismus als Bewusstseinsphänomen, basierend auf Octave Mannoni.
V. J.M. COETZEES WAITING FOR THE BARBARIANS (1980): Analyse der Figuren, Handlungsorte und der Darstellung von Folter sowie der "Grauzone" im dritten Roman Coetzees.
VI. J.M. COETZEES FOE (1986): Untersuchung der Demontage des Robinson-Mythos und der Interaktion zwischen Susan Barton und Freitag als kolonialem "Anderen".
VII. J.M. COETZEES DISGRACE (1999): Analyse der Rassenbeziehungen und der postkolonialen Dynamik im Südafrika nach der Apartheid durch die Figuren David Lurie und Lucy.
VIII. SCHLUSSWORT: Zusammenfassendes Fazit zur Entwicklung der Kolonialismuskritik in den untersuchten Werken von J.M. Coetzee.
J.M. Coetzee, Kolonialismus, Postkolonialismus, Waiting for the Barbarians, Foe, Disgrace, Hybridität, Entkolonialisierung, Das koloniale Andere, Südafrika, Apartheid, Folter, Machtstrukturen, Identität, Literaturtheorie
Die Arbeit analysiert die Kolonialismuskritik in drei zentralen Romanen von J.M. Coetzee und untersucht, wie der Autor Machtverhältnisse und das Erbe des Kolonialismus thematisiert.
Im Zentrum stehen Begriffe wie Imperialismus, Kolonialismus und Postkolonialismus, die Konzepte der Identitätsfindung, Hybridität, die psychoanalytische Deutung kolonialer Situationen sowie die Auseinandersetzung mit Folter und moralischer Verantwortung.
Ziel ist es, den "Kompromiss im Grauen" in den Romanen "Waiting for the Barbarians", "Foe" und "Disgrace" aufzuzeigen und zu belegen, dass Coetzees Kolonialismuskritik über eine konventionelle politische Anklage hinausgeht.
Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, kombiniert mit postkolonialer Literaturtheorie (Fanon, Said, Bhabha) und psychoanalytischen Theorien (Mannoni), um die Texte detailliert zu interpretieren.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Kontext (Kapitel I-IV) und eine detaillierte Romananalyse (Kapitel V-VII), in der jeweils Inhalt, Handlungsort, Figurenkonstellation und zentrale Konzepte pro Roman besprochen werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Postkolonialismus, koloniales "Anderes", Hybridität, Identität, Apartheid und die Analyse von Coetzees spezifischer literarischer Technik charakterisieren.
Die "Grauzone" markiert den moralischen und psychologischen Raum, in dem der Magistrat zwischen seiner Rolle als Teil des kolonialen Systems und seiner wachsenden Opposition gegen Folter und Willkür agiert.
In "Foe" nimmt Coetzee eine explizite Demontage des abendländischen Robinson-Mythos vor, wobei der Fokus auf der Unfähigkeit des "Anderen" liegt, sich innerhalb einer von Weißen kontrollierten Sprache zu artikulieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

