Diplomarbeit, 2005
142 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1. Erkenntniszusammenhang und theoretischer Bezugsrahmen
1.2. Aufbau der Arbeit
2. DJ-Kultur als hybrides, popkulturelles und globales Phänomen
2.1. Begriffsdefinitionen
2.1.1. DJ
2.1.2. Kultur
2.1.3. Pop
2.1.4. DJ-Kultur
2.2. Das Phänomen Pop und die Cultural Studies
2.2.1. Die Ursprünge: Die Birminghamer Subkulturschule
Die Kategorie Jugend
Die Kategorie Klasse
Die Kategorie Gender
Mainstream vs. Minderheiten
2.2.2. Die Fortsetzung: Postsubkulturtheorien
Die Kategorie Jugend
Die Kategorie Klasse
Die Kategorie Gender
Mainstream vs. Minderheiten
Lokal vs. Global
2.3. Das Phänomen DJ-Kultur in den Cultural Studies
2.3.1. Sarah Thornton’s „Club Cultures“
2.3.2. Ulf Poschardts „DJ Culture“
2.4. Die Rolle des DJs
2.4.1. Der DJ als Opinion Leader
2.4.2. Der DJ als Artist (Künstler)
2.4.3. Der DJ als Star
2.4.4. Der DJ als Identifikationsfigur
2.4.5. Der DJ als Educator (Lehrender)
2.5. Der weibliche DJ und die Rolle der Gender Studies
2.5.1. Gender Studies
2.5.2. Gender Studies und Musik
2.5.3. Das Phänomen „weiblicher DJ“ in den Cultural und Gender Studies
3. Die Medienentwicklung von Club- und DJ-Kultur
3.1. Massen-, Mikro- und Nischenmedien
3.1.1. Massenmedien
3.1.2. Mikromedien
3.1.3. Nischenmedien
3.2. Das Internet und die Konvergenz mit klassischen auditiven Medien
3.2.1. Definition und Wesensmerkmale des Internets
3.2.2. Die multimediale Darstellungsform „Audio“ im Internet
3.2.3. Konvergenz – Begriffe und Dimensionen
3.2.4. Inhaltlich-funktionale Konvergenz zwischen Radio und Internet
3.2.5. Inhalts- und Beziehungsaspekte von Kommunikation im Internet
3.2.6. Nutzung des Internets
3.3. Die Medien und Formate der DJ-Kultur
3.3.1. Die Vinyl-Schallplatte und der Technics SL 1210 MK2
3.3.2. Das Mixtape
3.3.3. Die CD und der CDJ
3.3.4. Das MP3-File und Final Scratch
4. DJ-Kultur im Radio
4.1. Radiopioniere – Die Entstehung und Geschichte des DJs
4.1.1. Die ersten Radioversuche
4.1.2. Der erste DJ-Star
4.1.3. Der schwarze Radio-DJ
4.1.4. Alan Freed – der Erfinder des „Rock’n’Roll“
4.1.5. Das Top-40-Format
4.1.6. Die Entwicklung in Europa
4.2. DJ-Kultur im Piratenradio und im Freien Radio
4.2.1. Piratenradio in England
4.2.2. Der englische Piratensender KOOL-FM
4.2.3. Die Grundsätze und Leitbilder Freier Radios
4.2.4. DJ-Kultur im Freien Radio in Österreich
4.2.5. DJ-Zentrierte Sendungen beim Freien Radio Orange am Beispiel der Sendung „Lost in Bass“
4.3. DJ-Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
4.3.1. BBC Radio 1 und Radio 1Xtra in England
4.3.2. Hitradio Ö3 in Österreich
4.3.3. Jugend- und Kulturradio FM4 in Österreich
4.3.4. DJ-Zentrierte Sendungen bei FM4 am Beispiel der Sendung „La Boum De Luxe“
5. DJ-Kultur im Internet
5.1. Internet Radio
5.1.1. Angebote
5.1.2. Nutzung
5.1.3. Rechtliche Situation
5.1.4. Entwicklungen
5.1.5. Internet-Radio am Beispiel des US-Senders „Bassdrive“
5.1.6. Internet-Radio am Beispiel des österreichischen Senders „Play FM“
5.2. Virtual Communities und Websites
5.2.1. Definition
5.2.2. Bedeutung
5.2.3. Community Building am Beispiel vom Jugend- und Kulturradio FM4
5.2.4. Frauennetzwerke am Beispiel von „Female Pressure“
6. Methodik und Empirie
6.1. Das Experteninterview
6.2. Problemanalyse der Experteninterviews
6.3. Vorgangsweise bei der Auswertung der Experteninterviews
6.4. Auswertung der Experteninterviews
6.4.1. Szene-DJs vs. Massen-DJs
6.4.2. Die Bedeutung der DJ-Kultur und ihr Stellenwert
6.4.3. Die Bedeutung der Neuen Medien für die DJ-Kultur
6.4.4. Wandel der DJ-Kultur
6.4.5. Die Debatten: Radio vs. Club, CD vs. Vinyl
6.4.6. Gender: weibliche DJs im Blickpunkt
7. Resümee und Ausblick
7.1. Zusammenfassung
7.2. Ausblick
Diese Diplomarbeit untersucht den Wandel der DJ-Kultur von ihren historischen Anfängen bis zur aktuellen Gegenwart unter Berücksichtigung gesellschaftlicher sowie medientechnischer Faktoren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Entwicklungsprozesse und die verschiedenen Einflüsse, die die DJ-Kultur geprägt haben.
2.4.1. Der DJ als Opinion Leader
Der DJ wird in der Fachliteratur sehr oft als Opinion Leader bezeichnet. Dies resultiert daraus, dass er sich als aktiver Plattensammler betätigt. Dabei ist er automatisch auch Konsument. Der DJ hat jedoch meist den Überblick über sämtliche Neuerscheinungen und beschäftigt sich intensiver mit der verfügbaren Musik, als ein durchschnittlicher Konsument. Der durchschnittliche Konsument richtet sich bei seiner Kaufentscheidung oftmals danach, wo er das Musikstück bereits gehört hat, und welcher DJ es regelmäßig spielt. Der DJ wiederum tauscht sich mit seinen Kollegen aus, um Neuerscheinungen zu besprechen. Der DJ fungiert somit als „Experte“ in seinem Musikbereich, und hat ein überdurchschnittlich ausgeprägtes subjektives Interesse. Die Funktionen eines Club-DJs und die eines Radio-DJs unterscheiden sich hierbei durch die Interaktionsmöglichkeit mit dem Publikum.
Der Club-DJ kann als „Opinion Giver“ betrachtet werden. Seine Aufgabe ist es, das Publikum zum Tanzen zu bringen und bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Der Ort des Geschehens ist der Club und das Publikum kann unmittelbar auf seine Auswahl reagieren. Das Publikum kann folglich als „Opinion Asker“ bezeichnet werden. Im Gegensatz zum Zuhörer bei einem Rock-Konzert kann es jedoch nicht als Einzelperson betrachtet werden, sondern als Kollektiv, von diesem der DJ einen aktiven Teil darstellt.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Darlegung der zentralen Forschungsfrage zu Wandel und Entwicklung der DJ-Kultur sowie Skizzierung des theoretischen Bezugsrahmens.
2. DJ-Kultur als hybrides, popkulturelles und globales Phänomen: Definition der Grundbegriffe, Einbettung in die Cultural Studies und Analyse der verschiedenen Rollen und Funktionen des DJs sowie der Gender-Problematik.
3. Die Medienentwicklung von Club- und DJ-Kultur: Untersuchung der Bedeutung verschiedener Medien (Massen-, Mikro-, Nischenmedien) sowie die Konvergenz von Radio und Internet und die Rolle technischer Formate wie Vinyl, CD und MP3.
4. DJ-Kultur im Radio: Historischer Rückblick auf die Radiopioniere, die Entstehung des DJ-Stars, Payola-Skandale, das Top-40-Format sowie die Rolle von Piraten-, Freien und öffentlich-rechtlichen Radios.
5. DJ-Kultur im Internet: Darstellung der Angebote und Nutzung von Internet-Radios, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Bedeutung von virtuellen Communities und speziellen Frauennetzwerken.
6. Methodik und Empirie: Erläuterung der angewandten qualitativen Forschungsmethode des Experteninterviews und Auswertung der geführten Gespräche nach soziologischen Kategorien.
7. Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Forschungsergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und ein kurzer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
DJ-Kultur, Club-Kultur, Cultural Studies, Radio, Internet, Vinyl, MP3, Musiksoziologie, Gender Studies, Experteninterview, Musikmedien, Community Building, Postsubkulturtheorien, Opinion Leader, Digitale Medien
Die Arbeit untersucht den Wandel der DJ-Kultur von den historischen Anfängen bis zur Gegenwart unter gesellschaftlichen und medientechnischen Gesichtspunkten.
Die zentralen Felder umfassen die Einbettung in die Cultural Studies, die Rolle des DJs in der Musiklandschaft, die technische Medienentwicklung sowie geschlechterspezifische Aspekte.
Das Ziel ist es, in einer umfassenden Analyse zu untersuchen, wie sich die DJ-Kultur gewandelt hat und welche technologischen sowie gesellschaftlichen Faktoren diesen Prozess maßgeblich beeinflusst haben.
Die Arbeit basiert auf dem Prinzip der qualitativen Sozialforschung, wobei als spezifische Untersuchungsmethode das explorative Experteninterview gewählt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung, die detaillierte Analyse der Medienentwicklung (Radio, Internet) und eine empirische Auswertung von Experteninterviews.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie "DJ-Kultur", "Cultural Studies", "Medienkonvergenz", "Szene-DJ" und "Digitalisierung" charakterisiert.
Nischenmedien dienen als wichtige Schnittstelle zwischen Club-Szene und Öffentlichkeit; sie besitzen eine hohe Glaubwürdigkeit und dokumentieren, was innerhalb der jeweiligen Szene geschieht.
Der Club-DJ agiert durch direkte Interaktion mit dem tanzenden Publikum („Opinion Giver“), während beim Radio-DJ die Interaktionsmöglichkeiten stärker eingeschränkt sind und er eher als "Opinion Leader" fungiert.
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