Examensarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. So sind Kinder
2.1 Kindheit heute
2.2 Entwicklungen und Leistungsvoraussetzungen im Kindesalter
2.2.1 Psychische Entwicklungen und Leistungsvoraussetzungen im Kindesalter
2.2.2 Motorische Entwicklungen und Leistungsvoraussetzungen im Kindesalter
3. Bewegungserziehung und Psychomotorik
3.1 Bewegungserziehung im Anfangsunterricht
3.2 Psychomotorik im Anfangsunterricht
4. Zusammenhänge von Sport und Verkehrspädagogik
5. Kinder als Teilnehmer im Verkehr
5.1 Typische kindliche Erlebens- und Verhaltensweisen im Verkehr
5.2 Die Leistungsvoraussetzungen von Kindern im Verkehr
5.3 Radfahren mit sechs und sieben Jahren
5.4 Psychomotorische Handlungskompetenz von Kindern im Verkehr
6. Empirie
6.1 Hypothesen
6.2. Datenerhebung
6.2.1 Untersuchungsvorgehen (Stichprobe)
6.2.2 Untersuchungsmaterial (Messinstrument)
6.3 Ergebnisse
6.4 Diskussion der Ergebnisse
7. Ausblick
Die Masterarbeit untersucht die Rolle der Bewegungserziehung und Psychomotorik für die Entwicklung einer grundlegenden Mobilitätskompetenz bei Grundschulkindern. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, inwieweit gezielte psychomotorische Übungsangebote die motorischen Leistungsvoraussetzungen verbessern und somit die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr, insbesondere beim Radfahren, erhöhen können.
2.1 Kindheit heute
Verkehrspädagogik an der Institution (Grund-)Schule bedeutet zunächst Verkehrspädagogik für Kinder. Um diese näher zu betrachten, möchte ich eine Situationsanalyse der heutigen (verkehrsbezogenen) Lebenswelt der Kinder liefern. Um Schlüsse für die Zukunft einer kindgerechten Mobilitätsbildung zu gewinnen, ist es auch notwendig, die frühere und die jetzige Kindheit gegenüberzustellen und mögliche Disparitäten herauszufiltern.
In Kindergarten und Schule klagen Erzieher immer häufiger über Auffälligkeiten und Störsymptome, die sie oftmals einem gestörten Umfeld des Kindes zuordnen. Denkt man diesbezüglich an die Kindheit der 70er und 80er Jahre zurück, möchte man behaupten, dass die Kindheit damals noch „in Ordnung“ gewesen sei: Sie war geprägt von einer intakten Bewegungswelt. Zahlreiche Bolzplätze, Wälder und Flussauen, Wiesen und Sandgruben boten Raum für eine Fülle von Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten und förderten Koordination und Kondition. Heute fallen Spielflächen zusehends dem Platz zum Opfer, den der Verkehr benötigt. Im Gegensatz zu der heutigen „Gefahren-Verkehrs-Zone“ Straße diente die Straße damals den Kindern als Spiel- und Erlebnisraum. Es wurde auf der Straße gespielt, so dass das Wort „Spielstraße“ seinem Namen auch gerecht wurde. Der „Trend“ ging aber dahin, dass Straßen mit der Zeit als Mobilitäts- und Erkundungsbarrieren fungierten. Das zeigten schon die „home range-“ und „free range-Untersuchungen“ von Flade (1991, 1993). Nicht zuletzt beeinträchtigten Veränderungen des Verkehrsraumes die Kinder negativ, indem verkehrsbedingte Schadstoffe Krankheitsbilder im Kindesalter prägen können (vgl. Kiegelmann, 2003). Ein weiteres Anzeichen der Kindheit des vorigen Jahrhunderts war die enge Verbundenheit zur sozialen Gruppe.
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert motorische Defizite der heutigen Kindergeneration und untersucht, wie Bewegungserziehung als Basis für Mobilitätsbildung die Verkehrssicherheit steigern kann.
2. So sind Kinder: Es erfolgt eine Analyse der heutigen Kindheit sowie der psychischen und motorischen Entwicklungsgrundlagen im Kindesalter nach Piaget und Bös.
3. Bewegungserziehung und Psychomotorik: Dieses Kapitel definiert Bewegungserziehung und Psychomotorik als pädagogische Konzepte, die zur Kompensation von Bewegungsarmut und zur Förderung der Persönlichkeit beitragen.
4. Zusammenhänge von Sport und Verkehrspädagogik: Hier wird der Transfer sportmotorischer Fähigkeiten auf die Verkehrssicherheit untersucht und die Notwendigkeit einer frühzeitigen, psychomotorisch orientierten Verkehrserziehung diskutiert.
5. Kinder als Teilnehmer im Verkehr: Dieses Kapitel beleuchtet das Verkehrsverhalten, typische Entwicklungsbarrieren von Kindern im Straßenverkehr und die Bedeutung der Radfahrkompetenz.
6. Empirie: Dargestellt werden die Durchführung und Ergebnisse einer motorischen Testreihe an zwei Grundschulen, wobei die Entwicklung der Kinder durch gezielte Übungsprogramme evaluiert wird.
7. Ausblick: Der Ausblick reflektiert die Grenzen der durchgeführten Untersuchung und betont den Bedarf an weiterführender Forschung zur kindlichen Entwicklung im Kontext der Mobilität.
Bewegungserziehung, Psychomotorik, Mobilitätsbildung, Verkehrserziehung, Grundschule, motorische Entwicklung, Radfahrkompetenz, koordinative Fähigkeiten, Sicherheitserziehung, motorische Tests, Sportunterricht, Kindesalter, Verkehrssicherheit, Handlungskompetenz, Bewegte Schule.
Die Arbeit untersucht den Beitrag der Bewegungserziehung und Psychomotorik zur Verbesserung der motorischen Leistungsvoraussetzungen von Grundschulkindern, um eine sichere Mobilität im Straßenverkehr zu fördern.
Zentrale Themen sind die veränderten Lebensbedingungen der heutigen Kindheit, die motorische Entwicklung, Konzepte der Psychomotorik, Zusammenhänge zwischen sportmotorischem Lernen und Verkehrssicherheit sowie die Durchführung empirischer motorischer Tests.
Das primäre Ziel ist es, den Nutzen eines psychomotorischen Übungsprogramms auf die Radfahrkompetenz und die allgemeine Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr aufzuzeigen und Ansätze für den Anfangsunterricht zu liefern.
Der Autor stützt sich auf theoretische Analysen der aktuellen Fachliteratur und führt eine eigene empirische Untersuchung durch, bei der motorische Leistungstests vor und nach gezielten Unterrichtssequenzen an zwei Grundschulen durchgeführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung kindlicher Entwicklung und motorischer Fähigkeiten, eine Darstellung der Bewegungserziehung im Kontext der Verkehrspädagogik sowie eine detaillierte Auswertung und Diskussion der durchgeführten empirischen Testreihe.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bewegungserziehung, Psychomotorik, Mobilitätskompetenz, motorische Entwicklung und Verkehrssicherheit definieren.
Das Radfahren wird als eine komplexe Art der Verkehrsteilnahme gewählt, die hohe Anforderungen an die motorische Handlungskompetenz und Koordination stellt und somit als idealer Anknüpfungspunkt für gezieltes Training dient.
Der Autor stellt fest, dass durch gezielte psychomotorische Übungen (Experimentalgruppen) signifikant bessere Fortschritte bei den motorischen Fähigkeiten erzielt werden konnten als durch traditionellen Unterricht, wobei die Leistungsniveaus zwischen den Standorten variieren.
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