Bachelorarbeit, 2019
51 Seiten, Note: 1
1. Einführung: Probleme der marxschen Klassentheorie
Exkurs: Denker des 19. Jahrhunderts?
2. Probleme der marxschen Klassentheorie Forschungsfragen
3. Lösungsansätze für diese Probleme
4. Marx’ Methode
4.1 Drei methodologische Grundkonzepte
4.2 Allgemeine Klassentheorie
5. Erste Zusammenführung
6. Entfremdung
Lösung Entfremdungsproblem
7. Marx’ Theorie des Wertes und der Arbeit
7.1 Arbeit Arbeitskraft
7.2 Mehrwert, Ausbeutung und Akkumulation
7.3 Variables und Konstantes Kapital, Mehrwertrate
Absoluter Mehrwert Arbeitstag
7.4 Exkurs: Produktive/Unproduktive Arbeit
7.5 Zusammenführung der Arbeitskraft
7.6 Ursprüngliche Akkumulation
8. Was ist also das Kapital?
8,1 Bestimmung des Kapitals durch die Kritik moderner Kapitaltheorien
8.2 Exkurs: Klassismus
8.3 Exkurs: tendenzieller Fall der Profitrate
9. Klasse für sich
10. Abschließende Bemerkungen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die marxsche Klassentheorie im Kontext seiner Kritik der politischen Ökonomie, um zentrale Probleme und Widersprüche in seiner Theoriebildung zu identifizieren und zu klären, insbesondere das Verhältnis zwischen ökonomischen Kategorien und politischer Analyse.
6. Entfremdung
Arbeit bildet aber nicht nur, wie noch gezeigt werden wird, die Basis der marxschen Theorie des Kapitals und der historischen Entwicklung, sondern auch die des Begriffes der Entfremdung. Der Begriff der Entfremdung wird von Marx in dem zu seinen Lebzeiten unveröffentlichten Text Ökonomisch-philosophische Manuskripte 1844 ausgearbeitet. Auch diesen Begriff entnahm Marx der deutschen Philosophie, insbesondere von Hegel und Feuerbach. Hegel thematisierte den Begriff in seinem Buch Phänomenologie des Geistes als eine Entfremdung des Geistes. Entfremdung war für ihn „ein rein geistiges Phänomen, Ergebnis einer bestimmten falschen Weltanschauung“, was offensichtlich im krassen Widerspruch zur marxschen Methode des dialektischen Materialismus steht.
Bei Feuerbach wurde der Begriff insbesondere im religiösen Kontext verwendet. Religion sei die „Entzweiung des Menschen mit sich selbst“ und ist in diesem Sinne ein Werk der Selbstentfremdung. Die Vorstellungskraft des Menschen erschafft einen Gott, welcher nach dieser Vorstellungskraft dazu berufen ist, das Leben der Menschen zu kontrollieren. Darum entfremdet sich der Mensch von sich selbst, weil er seinen Subjektstatus freiwillig in ein anderes Wesen hineinprojiziert.
1. Einführung: Probleme der marxschen Klassentheorie: Darstellung der gängigen Kritik an der Aktualität marxschen Denkens und der soziologischen Mainstream-Sicht auf seine Klassentheorie.
2. Probleme der marxschen Klassentheorie Forschungsfragen: Diskussion der Schwierigkeiten, die sich aus dem unvollendeten dritten Band des Kapitals und der redaktionellen Bearbeitung durch Engels ergeben.
3. Lösungsansätze für diese Probleme: Formulierung der Zielsetzung, durch eine methodologische Untersuchung der marxschen Texte Ordnung in die Debatte zur Arbeiter_innenklasse zu bringen.
4. Marx’ Methode: Analyse der marxschen Methodologie, insbesondere der Dialektik, des Materialismus und der Methode des Aufstiegs vom Abstrakten zum Konkreten.
5. Erste Zusammenführung: Synthese der methodologischen Überlegungen zur Klärung der Widersprüche im marxschen Gesamtwerk.
6. Entfremdung: Untersuchung des Entfremdungsbegriffs, seiner Herkunft, Kritik und seiner Bedeutung im Übergang vom Früh- zum Spätwerk.
7. Marx’ Theorie des Wertes und der Arbeit: Entwicklung der Klassentheorie aus der Kritik der politischen Ökonomie, unter besonderer Berücksichtigung von Wertform, Arbeitskraft und Akkumulation.
8. Was ist also das Kapital?: Erarbeitung des Marxschen Kapitalbegriffs als soziales Verhältnis und Kritik moderner Kapitaltheorien.
9. Klasse für sich: Auseinandersetzung mit dem Prozess der Herausbildung von Klassenbewusstsein und der "Klasse für sich".
10. Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Beantwortung der zu Beginn aufgeworfenen Fragestellungen und Fazit zur Rekonstruktion.
Marx, Klassentheorie, Kapitalismus, Politische Ökonomie, Arbeit, Arbeitskraft, Entfremdung, Mehrwert, Akkumulation, Klassenbewusstsein, Materialismus, Dialektik, Historischer Materialismus, Ausbeutung, Klassenkampf
Die Arbeit unternimmt eine Rekonstruktion der marxschen Klassentheorie, um deren Relevanz und innere Logik innerhalb der Kritik der politischen Ökonomie kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit behandelt die methodologischen Grundlagen von Marx, die Theorie der Entfremdung, die Kategorien Wert, Arbeit und Kapital sowie die Entwicklung der Arbeiter_innenklasse zur "Klasse für sich".
Ziel ist es, die Widersprüche in Marx’ Schriften zu identifizieren und durch eine methodisch fundierte Rekonstruktion einen Klärungsprozess für eine aktuelle marxistische Klassentheorie zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt die dialektisch-materialistische Methode und das Prinzip des Aufstiegs vom Abstrakten zum Konkreten, um die marxschen Texte zu analysieren.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse des Kapitals, die Differenzierung von produktiver und unproduktiver Arbeit, die ursprüngliche Akkumulation und das Verständnis von Kapital als soziales Verhältnis.
Zu den zentralen Begriffen gehören die Unterscheidung von lebendiger und toter Arbeit, der Doppelcharakter von Ware und Arbeit, sowie die historische Dimension der Klassenteilung.
Der Autor argumentiert, dass der Entfremdungsbegriff zwar eine wichtige Rolle im Frühwerk einnimmt, im ökonomischen Spätwerk jedoch keine konstitutive Rolle mehr spielt und durch die Theorie des Warenfetischismus ersetzt wird.
Diese Unterscheidung wird genutzt, um zwischen dem objektiven Vorhandensein ökonomischer Klassenstrukturen und der bewussten, politischen Formierung einer Klasse als Akteur der Geschichte zu differenzieren.
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