Bachelorarbeit, 2008
77 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Betrachtungen größerer Tunnelbrände der letzten Jahre
2.1 Brand im Montblanc-Tunnel 1999
2.2 Brand im Tauerntunnel 1999
3. Analyse der Notwendigkeit von Brandschutzautomatik in Tunnelanlagen
3.1 Rechtsgrundlagen
3.1.1 Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln - RABT
3.1.2 Richtlinie 2004/54/EG des europäischen Parlaments und des Rates - 2004
3.1.3 Richtlinien anderer Länder in Europa
3.2 Forderungen von Versicherern
3.2.1 VdS 3502 - Merkblatt zum Brandschutz in Straßen-Tunnels
3.3 Mindestlängen von Tunneln mit stationären Löschanlagen
4. Ziele im Zusammenhang mit dem Tätigwerden von Löschanlagen in Tunnelanlagen
4.1 Vorraussetzungen zum anforderungsgerechten Tätigwerden
4.1.1 Anforderungen an das Löschmittel
4.1.2 Anforderungen an die Löschanlage
4.1.3 Auswahl des richtigen Brandbekämpfungskonzeptes
4.1.4 Notwendiger Verkehrzustand
4.1.5 Anforderungen an die Brandmeldeanlage
4.1.6 Anforderungen an die Lüftung im Brandfall
4.2 Schutzziele
4.2.1 Ermöglichen der Selbstrettung
4.2.2 Personenschutz für in dem Tunnel verbliebene Personen
4.2.3 Ermöglichen der Maßnahmen zur Gefahrenabwehr durch Einsatzkräfte
4.2.4 Schutz der Bausubstanz und der Sachwerte im Tunnel
4.2.5 Umweltschutz
4.3 Ziele beim Einsatz einer stationären Löschanlage
5. Darstellung und Analyse bekannter Brandbekämpfungskonzepte in Tunnelanlagen
5.1 sektionale Brandbekämpfung mit Wassernebel
5.1.1 Das Löschmittel Wassernebel
5.1.2 Das Konzept
5.2 sektionale Brandbekämpfung mit einer Sprühwasserlöschanlage
5.2.1 Sprühwasser als Löschmittel
5.2.2 Das Konzept
5.3 sektionale Brandbekämpfung mit Druckluftschaum
5.3.1 Druckluftschaum als Löschmittel
5.3.2 Das Konzept
5.4 Bildung von Rauchabschnitten durch Wassernebelsprühbögen
5.4.1 Wassernebel als Löschmittel
5.4.2 Das Konzept
5.5 Gaslöschkonzept mit Sektionsunterteilung durch Brandschutzvorhänge
5.5.1 Gase als Löschmittel
5.5.2 Das Konzept
6. Bewertung und Vergleich der Brandbekämpfungskonzepte
6.1 Bewertung der unterschiedlichen Konzepte
6.1.1 sektionale Brandbekämpfung mit Wassernebel
6.1.2 sektionale Brandbekämpfung mit einer Sprühwasserlöschanlage
6.1.3 sektionale Brandbekämpfung mit Druckluftschaum
6.1.4 Bildung von Rauchabschnitten durch Wassernebelsprühbögen
6.1.5 Gaslöschkonzept mit Sektionsunterteilung durch Brandschutzvorhänge
6.2 Vergleich der Konzepte
7. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit analysiert die Notwendigkeit sowie die Wirksamkeit verschiedener stationärer Feuerlöschkonzepte für Tunnelanlagen, um die Sicherheit von Personen und Bausubstanz bei Brandereignissen zu verbessern.
2.1 Brand im Montblanc-Tunnel 1999
Der 1-röhrige Montblanc-Tunnel verbindet die französische Stadt Chamonix und den italienischen Ort Val D’ Aoste miteinander. Er hat eine Länge von 11,6 km und eine Breite von 8,6 m. Da kein Sicherheitsstollen existiert können sich Personen im Brandfall nur in Schutzräumen, welche durch eine T120 Tür vom Tunnel abgegrenzt werden, sammeln. Der im Tunnel installierten Lüftungsanlage liegt das Prinzip der Halbquerlüftung zugrunde (Darstellung in Abbildung 2-1). Sie war zum Zeitpunkt des Unglücks nicht fähig die geforderte Absaugleistung von 110 m³/s zu bewältigen [5], [38].
Im März 1999 geriet das Führerhaus eines LKW, der 9.000 kg Margarine und 12.000 kg Mehl geladen hatte, in Brand. Der Fahrer hielt an der in Abbildung 2-2 markierten Abstellnische an und verließ sein Fahrzeug.
Durch Wärmestrahlung, Konvektion (wetterabhängig / lüftungsinduziert), Ausbreitung brennbarer Flüssigkeiten und Brand des Fahrbahnbelages vergrößerte sich die Brandzone in beide Richtungen auf insgesamt 1200 m [5]. Jene Faktoren beeinflussen die Brandausbreitung, Brandausbreitungsgeschwindigkeit und das Brandausmaß bei vielen Tunnelbränden entscheidend. Abbildung 2-3 stellt den entstandenen Brandschaden im Montblanc-Tunnel dar.
1. Einleitung: Zusammenfassung der Problematik von Tunnelbränden und die Zielsetzung der Arbeit zur Analyse von Löschanlagen.
2. Betrachtungen größerer Tunnelbrände der letzten Jahre: Detaillierte Analyse der Katastrophen im Montblanc- und Tauerntunnel, um Schwachstellen in bestehenden Brandschutzkonzepten aufzuzeigen.
3. Analyse der Notwendigkeit von Brandschutzautomatik in Tunnelanlagen: Untersuchung von Rechtsgrundlagen und Versicherer-Vorgaben sowie Herleitung von Kriterien für die Ausstattung von Tunneln.
4. Ziele im Zusammenhang mit dem Tätigwerden von Löschanlagen in Tunnelanlagen: Definition technischer Anforderungen und Schutzzielen für effektive Brandbekämpfungssysteme.
5. Darstellung und Analyse bekannter Brandbekämpfungskonzepte in Tunnelanlagen: Technische Beschreibung von fünf verschiedenen Löschkonzepten und ihrer Wirkungsweise.
6. Bewertung und Vergleich der Brandbekämpfungskonzepte: Punktbasierter Vergleich der untersuchten Systeme hinsichtlich Wirksamkeit und Erfüllung der Schutzziele.
7. Zusammenfassung: Abschließende Einschätzung der Eignung verschiedener Löschkonzepte für den Tunnelbau.
Tunnelbrandschutz, stationäre Löschanlagen, Wassernebel, Sprühwasser, Druckluftschaum, Gaslöschkonzept, Selbstrettung, Brandbekämpfung, Risikoanalyse, Montblanc-Tunnel, Tauerntunnel, Bausubstanzschutz, Rauchschichtung, Wärmestrahlung, Löschmittel
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich stationärer Brandschutz- und Löschkonzepte in Tunnelanlagen, um die Sicherheit bei Brandereignissen zu erhöhen.
Zentrale Themen sind die Brandursachenanalyse, Anforderungen an Löschmittel und Anlagenkomponenten sowie die Bewertung der Wirksamkeit verschiedener Löschtechnologien wie Wassernebel oder Druckluftschaum.
Ziel ist es, den Leser über verschiedene Löschkonzepte zu informieren und eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Wahl eines geeigneten Konzepts in der Planungsphase von Tunneln zu schaffen.
Es werden Literaturanalysen, die Auswertung realer Tunnelbrand-Szenarien und die Untersuchung von Testergebnissen aus Forschungsprojekten wie UPTUN angewandt, um die Konzepte technisch zu bewerten.
Im Hauptteil werden die technischen Konzepte (Wassernebel, Sprühwasser, Druckluftschaum, Inertgase) detailliert dargestellt und anschließend in einer Nutzwertanalyse miteinander verglichen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tunnelbrandschutz, stationäre Löschanlagen, Selbstrettung und Brandbekämpfung charakterisiert.
Aufgrund schlechter Fähigkeiten bei der Erfüllung der definierten Schutzziele, der schwierigen Wärmestrahlungsreduktion und Gefahren durch rutschige Bodenbeläge wird dieses System als ungeeignet für Tunnel klassifiziert.
Das Konzept der sektionalen Wassernebelbekämpfung erreicht den höchsten Punktwert, da es eine effektive Brandbekämpfung mit schneller Temperaturreduktion verbindet.
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