Masterarbeit, 2020
67 Seiten, Note: 1,30
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition der öffentlichen Güter
2.2 Trittbrettfahrerproblem und soziales Dilemma im ÖGS
2.3 Bestrafungsinstitutionen
2.3.1 Übersicht der Institutionen
2.3.2 Formelle und informelle Institutionen
2.3.3 Übersicht der Bestrafungsinstitution
3. Literatur-Review
4. Evidenz aus dem Experiment
4.1 Experimentelles Design und Verfahren
4.2 Hypothese
4.3 Resultate
5. Analyse und Diskussion
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht experimentell, wie informelle (Peer-to-Peer) und formelle (Pool-) Bestrafungsmechanismen das Kooperationsverhalten in Öffentliche-Güter-Spielen beeinflussen und welche Auswirkungen diese Institutionen auf den sozialen Wohlstand sowie das individuelle Wechselverhalten der Teilnehmer zwischen verschiedenen Gruppen haben.
2.2 Trittbrettfahrerproblem und soziales Dilemma im ÖGS
Öffentliche Güter sind oft mit dem Trittbrettfahrerproblem verbunden, da sie Personen Anreize dazu bieten. Wenn Menschen Anstrengungen unternehmen, von deren Ergebnissen alle profitieren, gibt es immer Leute, die nichts für die gemeinsamen Ziele tun, aber kostenlos in den Genuss der Ergebnisse kommen. Sie werden als Trittbrettfahrer angesehen. Ein Trittbrettfahrer ist also jemand, der möchte, dass andere für ein öffentliches Gut bezahlen, aber plant, dieses selbst kostenlos zu nutzen.
Bei begrenzten öffentlichen Gütern besteht aufgrund der Trittbrettfahrer die Gefahr eines übermäßigen Ressourcenverbrauchs, was je nach den Umständen zu einer öffentlichen Tragödie führen kann. Wegen des freien Zugangs hoffen Trittbrettfahrer bei begrenzten öffentlichen Gütern, dass andere Menschen die Ressourcen weniger nutzen, wodurch ihnen selbst mehr zur Verfügung stehen.
Das Trittbrettfahrerproblem entsteht unter bestimmten Bedingungen: Dazu zählt, dass jeder eine Ressource in unbegrenzten Mengen verbrauchen kann und niemand beim Konsum einschränkt wird. Dasselbe Problem tritt auf, wenn jemand die Ressource produzieren und reparieren muss. Am Badebeispiel erklärt würde es bedeuten, dass es sich nicht um einen See, sondern um ein Schwimmbad handelt, bei dem jemand Bau und Wartung übernehmen muss.
Das Trittbrettfahrerproblem ergibt sich aus der Annahme, dass Menschen homo oeconomicus sind: Sie sind nicht nur rein rational, sondern auch rein egoistisch. Das Trittbrettfahrerproblem tritt dann auf, wenn Menschen nur die Vorteile und Kosten berücksichtigen, die sie direkt betreffen. Dies wirkt sich auf die Fairness der Kostenteilung bei der Versorgung mit öffentlichen Gütern aus und darauf, ob diese Versorgung nachhaltig und dauerhaft sein kann.
1. Einleitung: Einführung in das Problem öffentlicher Güter, das Trittbrettfahrerphänomen und die Relevanz von Bestrafungsmechanismen zur Förderung kollektiver Kooperation.
2. Theoretischer Hintergrund: Definition öffentlicher Güter, Analyse des sozialen Dilemmas sowie theoretische Fundierung von formellen und informellen Bestrafungsinstitutionen.
3. Literatur-Review: Zusammenfassung bestehender Forschungsergebnisse zu öffentlichen Gütern, Trittbrettfahrerproblemen und der Wirksamkeit von Bestrafungsinstitutionen im experimentellen Kontext.
4. Evidenz aus dem Experiment: Detaillierte Beschreibung des experimentellen Designs, der aufgestellten Hypothesen sowie Darstellung der empirischen Ergebnisse zur Performance der Teilnehmer.
5. Analyse und Diskussion: Interpretation der experimentellen Ergebnisse, Vergleich mit bestehender Literatur sowie kritische Reflexion der Methoden und Erkenntnisse.
6. Zusammenfassung: Abschließendes Fazit der Arbeit mit den wichtigsten Erkenntnissen zur Wirksamkeit von Bestrafungsinstitutionen auf das Kooperationsniveau.
Öffentliche Güter, Trittbrettfahrerproblem, Soziales Dilemma, Kooperation, Bestrafungsinstitutionen, Peer-Bestrafung, Pool-Bestrafung, Institutionenökonomik, Experimentelle Wirtschaftsforschung, Nash-Gleichgewicht, Soziales Optimum, Individuelle Rationalität, Gruppendynamik, Institutionelle Wahl.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen verschiedener Bestrafungsinstitutionen auf die Kooperationsbereitschaft von Menschen in sogenannten Öffentliche-Güter-Spielen.
Die Themenfelder umfassen die Spieltheorie, Institutionenökonomik, die Analyse von Trittbrettfahrerphänomenen sowie die experimentelle Erforschung von Anreizstrukturen zur Förderung kollektiven Wohlstands.
Das Ziel ist es zu untersuchen, welcher Bestrafungsweg – Peer-Bestrafung oder Pool-Bestrafung – stabiler und effizienter zur Förderung von kooperativem Verhalten beiträgt.
Es wurde ein kontrolliertes ökonomisches Experiment mit chinesischen Bachelorstudenten durchgeführt, bei dem die Teilnehmer in wiederholten Spielrunden Entscheidungen über Investitionen in öffentliche Güter treffen mussten.
Im Hauptteil werden der theoretische Hintergrund öffentlicher Güter, ein Literaturüberblick zu bisherigen Experimenten, das Design des eigenen Experiments sowie die Auswertung der beobachteten Daten und Diskussionen behandelt.
Zentrale Begriffe sind Öffentliche Güter, Trittbrettfahrerproblem, Institutionen, Kooperation, Peer-Bestrafung und Pool-Bestrafung.
Entgegen einiger Studien aus der Literatur erwies sich die informelle Peer-Bestrafung im durchgeführten Experiment als stabiler als theoretisch vorhergesagt, während die Pool-Bestrafung eine hohe Effizienz zeigte.
Teilnehmer, die sich aktiv für eine Bestrafungsinstitution entscheiden, neigen laut den Ergebnissen eher zu kooperativem Verhalten als diejenigen, die keine Institution wählen.
Die marginale Pro-Kopf-Rendite (MPCR) ist entscheidend für das ökonomische Kalkül der Teilnehmer; das Experiment zeigt, wie sich unterschiedliche MPCR-Werte auf die Kooperationsbereitschaft in der ursprünglichen Gruppe gegenüber anderen Gruppen auswirken.
Aufgrund der COVID-19-Pandemie musste das Experiment online stattfinden, wodurch sichergestellt wurde, dass die Teilnehmer nicht physisch kommunizieren konnten, um den Einfluss von Kommunikation als Störfaktor auszuschließen.
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