Magisterarbeit, 2004
86 Seiten, Note: 1,6
Einführung
Die Geschichte der Stadt Neustrelitz in der Literatur
Die Archivalien
1. Die historischen Grundlagen der Residenzbildung
Die Landesteilung: Der Hamburger Vergleich
Das Stargarder Gebiet
2. Der Residenzausbau
2. 1 Das Strelitzer Stadtschloss
Der Residenzausbau unter Adolph Friedrich II.
Der Residenzausbau unter Adolph Friedrich III.
Die Bedeutung des Residenzausbaus
2. 2 Das fürstliche Haus zu Glieneke
Die Meierei Glieneke
Der Bau des neuen fürstlichen Hauses
Die Rekonstruktion der baulichen Gestalt des fürstlichen Hauses
Die Bedeutung des neuen fürstlichen Hauses
Das Haus der Herzogin
Die Nutzung des fürstlichen Hauses. Jagd- oder Lusthaus?
3. Die weitere Entwicklung in der Residenzstadt Strelitz
Der Brand des Strelitzer Stadtschlosses
Die Interimslösungen in Strelitz
Der Wiederaufbau des Strelitzer Stadtschlosses
Das Ende des Wiederaufbaus des Strelitzer Stadtschlosses und das Weiße Haus
Die Bedeutung des Wiederaufbaus des Strelitzer Stadtschlosses und der veränderten Planungen
4. Die Gartenanlage in Glieneke
Die Bauzeit des Lustgartens
Die Ausmaße des Lustgartens
Die Gestaltungselemente des Lustgartens
Der Tiergarten
Die Bedeutung der Gartenanlage in Glieneke
5. Das neue Residenzschloss
Die Wirtschaftsgebäude am Schlosshof
Die Bauzeit und die Finanzierung des neuen Residenzschlosses
Die Gestalt des neuen Residenzschlosses
Der Schlosshof
Die Nebengebäude des Schlossareals
Die architektonischen Vorbilder und die Bedeutung des neuen Residenzschlosses
Die Hintergründe der Residenzverlagerung und der Zeitpunkt des Entschlusses
6. Die neue Stadt
Die Gründung der Stadt
Der Grundriss der neuen Stadt
Der ungewöhnliche geometrische Bezug der geplanten Stadt zum Schloss und die Unregelmäßigkeiten bei der Umsetzung des Grundrisses
Die Erschließung und die Bebauung des Grundrisses
Das Ringen um die Funktionsfähigkeit der Stadt und ihre Entwicklung
Die Gründungsabsicht: Stadterweiterung oder Stadtneugründung?
Die Bedeutung der Stadtgestalt
Die Ursachen der Stadtgründung
7. Zusammenfassung
Die Untersuchung analysiert die Entwicklungsprozesse der Residenzbildung in Mecklenburg-Strelitz von der Gründung des Fürstentums im Jahr 1701 bis zur Verfestigung der Stadtgestalt von Neustrelitz. Ziel ist es, die Ursachen für die Residenzverlagerung von Strelitz nach Glieneke und die anschließende Stadtneugründung durch die Auswertung zeitgenössischer Regierungsakten und Sekundärliteratur historisch fundiert zu beleuchten.
Die Bedeutung der Stadtgestalt
Für die Urheberschaft des Grundrisses der Stadt gibt es keine wirklichen Nachweise. Wie die Anweisungen, die Löwe erhielt, zeigen, unterstand seine Tätigkeit der Kontrolle der Regierung. Ob die Grundrissidee von der Kammer oder dem Herzog selbst kam, ist nicht nachvollziehbar. Die Sekundärliteratur lässt keinen Zweifel daran, dass der Plan auf Löwe zurückgeht.
Der Grundriss von Neustrelitz ähnelt den Interpretationen der idealen Städte Vitruvs, die in der Renaissance entstanden waren. Sehr deutlich ist die Ähnlichkeit mit der Darstellung einer idealen geometrischen Stadt von Giorgio Vasari. Er konzipierte eine Stadt mit einem quadratischen Marktplatz und 8 radial abgehenden Straßen, von einem Festungsring umgeben. Specklin hatte im 1589 Zeichnungen solcher polygonalen Radialstädte veröffentlicht.
Nach Specklins Vorlagen entstand wohl auch der Grundrissplan für Glückstadt, der Gründung des dänischen Königs Christian IV. aus dem 17. Jahrhundert. Inmitten der nicht konsequent weitergeführten Radialstadtanlage liegt ein zentraler Marktplatz mit sternförmig abgehenden Straßen.
Einführung: Darstellung der historischen Ausgangslage und des Untersuchungsgegenstands der Residenzbildung.
1. Die historischen Grundlagen der Residenzbildung: Erläuterung der politischen Voraussetzungen durch den Hamburger Vergleich und das Stargarder Gebiet.
2. Der Residenzausbau: Detaillierte Untersuchung des Ausbaus des Stadtschlosses und des fürstlichen Hauses zu Glieneke.
3. Die weitere Entwicklung in der Residenzstadt Strelitz: Analyse der Auswirkungen des Schlossbrandes und der darauf folgenden Interimslösungen.
4. Die Gartenanlage in Glieneke: Untersuchung der Baugeschichte, Ausmaße und Gestaltungselemente des Lust- und Tiergartens.
5. Das neue Residenzschloss: Beschreibung der Schlossentwicklung, der Baukosten und der architektonischen Vorbilder.
6. Die neue Stadt: Untersuchung der Stadtgründung, des Grundrisses und der städtebaulichen Ziele von Neustrelitz.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Entwicklung des Residenzensembles.
Neustrelitz, Residenzstadt, Fürstentum Mecklenburg-Strelitz, Barock, Schlossbau, Glieneke, Stadtgründung, Adolph Friedrich II., Adolph Friedrich III., Christoph Julius Löwe, Stadtplanung, Repräsentationsarchitektur, Residenzverlagerung, Stargarder Gebiet, Gartenkunst.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung des barocken Residenzensembles von Neustrelitz und untersucht die komplexen Entwicklungsprozesse von der Gründung des Fürstentums 1701 bis zur Etablierung der neuen Stadt.
Schwerpunkte sind die Residenzbildung unter den Herzögen Adolph Friedrich II. und III., der Ausbau von Schloss und Garten in Glieneke sowie die planmäßige Stadtgründung von Neustrelitz.
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Residenzverlagerung und städtebauliche Neugründung, wobei insbesondere die in der Literatur verbreitete „Jagdhauslegende“ kritisch hinterfragt wird.
Der Autor nutzt die kritische Auswertung von Regierungsakten, Baurechnungen und zeitgenössischer Sekundärliteratur, um die historischen Ereignisse faktisch zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der historischen Grundlagen, den Ausbau der Residenzbauten, die Entwicklung des Schlossgartens und die detaillierte Planung der neuen Stadt.
Die Arbeit zeichnet sich durch die detaillierte Quellenarbeit aus, welche populärwissenschaftliche Anekdoten durch belegbare Akteninhalte ersetzt.
Die Gründung erfolgte vor allem aufgrund von Raummangel für repräsentative Erweiterungen im alten Strelitz und der Verfügbarkeit eigener Ländereien der herzoglichen Familie im Gebiet Glieneke.
Es bildete den Keimzelle für das spätere Residenzschloss und die Gesamtanlage, wobei es primär der fürstlichen Repräsentation und dem wachsenden Bedarf an Wohnraum für den Hofstaat diente.
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