Diplomarbeit, 2007
103 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Entwicklung des Bildungssystems im Osten Deutschlands
2.1. Die Entwicklung in Deutschland von 1945 bis 1989
2.1.1. Neuaufbau des deutschen Bildungssystems nach dem zweiten Weltkrieg
2.1.2. Entwicklung des Bildungssystems der DDR
2.1.3. Entwicklung der Bildungssysteme in der BRD
2.1.4. Unterschiede beider Bildungssysteme
2.2. Entwicklung der neuen Bildungssysteme in Ostdeutschland
2.2.1. Die Ausgangslage
2.2.2. Die Übergangsphase
2.2.3. Gesamtentwicklung in den neuen Bundesländern
2.2.3.1. Übersicht über die Gesamtentwicklung
2.2.3.2. Entwicklung in Brandenburg
2.2.3.3. Entwicklung in Sachsen
2.2.3.4. Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern
2.2.3.5. Entwicklung in Sachsen-Anhalt
2.2.3.6. Entwicklung in Thüringen
2.2.3.7. Unterschiede zu den Bildungssystemen der westlichen Bundesländer
3. Bildungschancen in Ostdeutschland
3.1. Bildungschancen
3.1.1. Theoretische Grundlagen
3.1.2. Rückblick auf die Bildungschancen in beiden deutschen Staaten
3.1.2.1. Bildungschancen in der DDR
3.1.2.2. Bildungschancen in der BRD
3.1.2.3. Gemeinsamkeiten der Bildungschancen in der DDR und BRD
3.2. Die ostdeutsche Situation nach der Wiedervereinigung
3.2.1. Die Ausgangslage in den neuen Bundesländern
3.2.2. Öffnung des Bildungssystems und damit verbundene Bildungschancen
3.2.3. Entwicklungen der Bildungschancen anhand des Gymnasialbesuchs
3.2.4. Unterschiede gegenüber den alten Bundesländern
3.2.5. Unterschiede gegenüber der DDR
4. Bildungsentscheidungen in den neuen Bundesländern
4.1. Bildungsentscheidungen
4.1.1. Theoretische Grundlage
4.1.2. Bildungsentscheidungen in der DDR
4.1.3. Die Situation in den neuen Bundesländern
4.2. Veränderte Einflussfaktoren in den neuen Bundesländern
4.2.1. Bildungsaspiration
4.2.2. Schulwahlentscheidungen
5. Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Transformation des Bildungssystems in den neuen Bundesländern nach der deutschen Wiedervereinigung, insbesondere im Hinblick auf strukturelle Neugestaltungen und die Entwicklung von Bildungschancen im Vergleich zur ehemaligen DDR und den alten Bundesländern.
2.1.1. Neuaufbau des deutschen Bildungssystems nach dem zweiten Weltkrieg
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges am 8. Mai 1945 wurde Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Der östliche Teil Deutschlands wurde zur sowjetischen Besatzungszone (nachfolgend SBZ genannt). Das Ziel der Alliierten bestand in der Entnazifizierung Deutschlands in allen gesellschaftlichen Bereichen. Das Bildungssystem war ein wichtiges Mittel zur Umsetzung dieses Ziels. Der Bildungsauftrag sollte durch Vermittlung von Wissen umgesetzt werden, mit dessen Hilfe sich Deutschland in einen demokratischen Staat verwandeln konnte.
Die Ausgangssituation zum Neuaufbau des Bildungssystems im Nachkriegsdeutschland war jedoch schwierig. Bereits in den letzten Kriegsmonaten gab es in weiten Teilen Deutschlands aufgrund von Bombenangriffen und Einberufungen der Schüler und Lehrer zum Militärdienst oder als Flakhelfer, keinen geregelten Schulbetrieb mehr. Viele der deutschen Kinder hatten dementsprechend seit geraumer Zeit keinen Schulunterricht mehr besucht. Ein weiteres Problem war die großflächige Zerstörung der Infrastruktur in Deutschland und damit auch vieler Bildungseinrichtungen (Schulgebäude etc.), hinzu kam ein akuter Mangel an Lehrpersonal. Trotz dieser Vorraussetzungen bemühten sich die Alliierten schnellstmöglich wieder einen geregelten Unterricht einzuführen.
Die Entnazifizierung und Demokratisierung Deutschlands war der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Besatzungsmächte einigen konnten. In anderen Punkten, wie z.B. dem Neuaufbau der staatlichen Institutionen, kam es zu grundlegenden Differenzen zwischen ihnen. Bereits kurz nach dem Ende des Krieges und noch vor Gründung der beiden neuen deutschen Staaten, setzte eine unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Besatzungszonen ein. Die von der Sowjetunion verwaltete SBZ ging dabei einen anderen Weg, als die von den Westmächten verwalteten Besatzungszonen. In Teilen der SBZ wurde bereits Mitte 1945 wieder provisorisch unterrichtet und mit dem Befehl Nr. 40 der Sowjetischen Militäradministration die Wiedereröffnung der Schulen zum 1. Oktober 1945 verfügt. Das Bildungswesen der SBZ wurde unter zentralstaatliche Verwaltung gestellt und eine radikale Reform des Schulwesens eingeleitet.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den doppelten Neuaufbau des Bildungssystems in Ostdeutschland und definiert die zentrale Fragestellung nach der Wirkungsweise der Systeme und der Entwicklung von Bildungschancen nach der Wiedervereinigung.
2. Die Entwicklung des Bildungssystems im Osten Deutschlands: Dieses Kapitel vergleicht die historischen Bildungssysteme von DDR und BRD und beschreibt detailliert den Transformationsprozess sowie die länderspezifischen Entwicklungen in den neuen Bundesländern nach 1990.
3. Bildungschancen in Ostdeutschland: Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle zu Bildungschancen und beleuchtet die Situation vor und nach der Wiedervereinigung unter Berücksichtigung sozialer Selektion.
4. Bildungsentscheidungen in den neuen Bundesländern: Dieses Kapitel widmet sich den theoretischen Grundlagen der Bildungsentscheidung sowie der praktischen Umsetzung und den veränderten Einflussfaktoren wie Aspiration und Schulwahlverhalten in Ostdeutschland.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Reformprozesse, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung und das Festhalten an bildungshistorischen Traditionen zusammen.
Bildungssystem, DDR, BRD, Wiedervereinigung, Bildungschancen, Schulstruktur, Bildungsaspiration, Schulwahl, Bildungsexpansion, Sozialstruktur, Transformation, Schülerrückgang, Demografie, Lehrerausbildung, Meritokratie
Die Arbeit analysiert die grundlegenden strukturellen und inhaltlichen Veränderungen der Bildungssysteme in den ostdeutschen Bundesländern seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990.
Zentrale Felder sind der Vergleich der Bildungssysteme von DDR und BRD, der Prozess der Transformation nach 1990, die Entwicklung von Bildungschancen für unterschiedliche soziale Schichten sowie der Einfluss demografischer Faktoren auf das Schulangebot.
Ziel ist es, die Entwicklung der Bildungschancen und Bildungsbeteiligungen im kurzen Übergangszeitraum der Nachwendezeit zu untersuchen und dabei Unterschiede zur DDR sowie zu den alten Bundesländern herauszuarbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse bestehender Literatur, Statistiken und Studien (z. B. PISA-Studien), um die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft, Bildungsentscheidungen und dem Schulsystem zu ergründen.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die systemische Neugestaltung in den ostdeutschen Ländern, eine theoretische und empirische Untersuchung von Bildungschancen sowie die detaillierte Betrachtung von Bildungsaspirationen und Schulwahlprozessen.
Die wichtigsten Begriffe sind Transformation, Bildungschancen, ostdeutsche Bundesländer, DDR-Bildungstraditionen, soziale Selektivität und Bildungsexpansion.
Der demografische Wandel, gekennzeichnet durch Geburtenrückgang und Abwanderung, wird als Hauptgrund für die notwendige Umstrukturierung der ostdeutschen Schullandschaft und die Konsolidierung von Schulstandorten identifiziert.
Während in der DDR die Bildungswege durch staatliche Zuteilung und Delegierung stark reglementiert waren, liegt die Entscheidung im neuen System weitestgehend in der Hand der Eltern und Schüler, was eine für die Menschen zunächst ungewohnte neue Anforderung darstellte.
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