Bachelorarbeit, 2020
53 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Einführung in die Thematik: Lesen
3 Das Mehrebenenmodell
3.1 Die Prozessebene
3.2 Die Subjektebene
3.3 Die soziale Ebene
4 Leseanimation
4.1 Definition Leseanimation
4.2 Differenzierung Leseanimation – Lesemotivation
5 Leseförderung
5.1 Definition Leseförderung
5.2 Möglichkeiten der Leseförderung
5.3 Gegenüberstellung Leseförderung – Leseanimation
6 Antolin
6.1 Kurzbeschreibung des Programms
6.2 Ziele von Antolin
6.3. Aufbau der Tests am Beispiel „Eine Falle für Alexander“ von Fabian Lenk
7 Antolin – Leseförderung oder Leseanimation? Eine theoriebasierte Analyse
8 Wahrnehmung von Antolin am Beispiel zweier Kinder
8.1 Das Leitfadeninterview
8.2. Der Leitfaden
8.3 Analyse des ersten Interviews - Frieda
8.3.1 Rückbezug zum Mehrebenenmodell
8.3.2 Antolin – Leseanimation oder Leseförderung bei Frieda?
8.4 Analyse des zweiten Interviews - Emilia
8.4.1 Rückbezüge zum Mehrebenenmodell
8.4.2 Antolin - Leseanimation oder Leseförderung bei Emilia?
8.5 Gegenüberstellung und Analyse der beiden Interviews
9 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Wirksamkeit des Online-Portals Antolin im Kontext von Leseförderung und Leseanimation. Ziel ist es, auf theoretischer Basis und durch qualitative Leitfadeninterviews mit zwei Grundschulkindern herauszufinden, ob Antolin tatsächlich die Lesekompetenz fördert oder primär als Instrument zur Leseanimation dient, um die Lesemotivation zu steigern.
3 Das Mehrebenenmodell
Das Mehrebenenmodell von Rosebrock und Nix „(...) benennt die verschiedenen Dimensionen des Lesens“ (Rosebrock/Nix 2017, S. 14).
Dabei werden nicht nur die messbaren Elemente im direkten Prozess des Lesens betrachtet, sondern auch weiterführende, nicht messbare Aspekte, die auf subjektiver und sozialer Ebene stattfinden.
Aufgrund der vielschichtigen, heterogenen Ebenen entstand der Begriff des Mehrebenenmodells. Diesem Modell liegen drei Ebenen zugrunde: Die Prozessebene, die Subjektebene und die soziale Ebene (vgl. ebd.). Diese Ebenen sind durch gedachte Kreise in Form eines Kegels symbolisiert, wobei der Kern, die Prozessebene, sich auf die kognitiven Prozessen während des Lesevorgangs fokussiert, die mittlere Ebene das Selbstkonzept des Lesers untersucht und der äußerste Kreis auf soziale Aktionen und Interaktionen im Bereich des Lesens spezialisiert ist.
Das folgende Kapitel soll dazu dienen, auf die drei Ebenen des Modells einzugehen und diese näher zu erläutern. Das Mehrebenenmodell fungiert als eine der Grundlagen der Arbeit, sodass im Folgenden immer wieder Bezüge zu diesem Kapitel hergestellt werden. Zur Visualisierung und besseren Verständlichkeit dient die folgende Abbildung des Mehrebenenmodells:
1 Einleitung: Vorstellung des Themas Leseförderung im Kontext des PISA-Schocks und Einführung in die Relevanz der Lesekompetenz.
2 Einführung in die Thematik: Lesen: Definition des Begriffs Lesen aus historischer und psychologischer Perspektive sowie Erläuterung der Bedeutung als Basiskompetenz.
3 Das Mehrebenenmodell: Detaillierte Beschreibung der drei Ebenen (Prozesse, Subjekte, Soziales), die den Leseakt maßgeblich beeinflussen.
4 Leseanimation: Klärung des Begriffs Leseanimation und dessen Abgrenzung zur allgemeinen Lesemotivation.
5 Leseförderung: Definition von Leseförderung sowie Darstellung der Möglichkeiten zur Förderung und Gegenüberstellung zur Leseanimation.
6 Antolin: Vorstellung des Online-Programms Antolin, seiner Ziele sowie des Aufbaus der Tests anhand eines konkreten Buchbeispiels.
7 Antolin – Leseförderung oder Leseanimation? Eine theoriebasierte Analyse: Theoretische Einordnung des Programms Antolin auf Basis der vorherigen Definitionen.
8 Wahrnehmung von Antolin am Beispiel zweier Kinder: Empirische Untersuchung des Leseverhaltens und der Wahrnehmung von Antolin mittels Interviews mit zwei Grundschülerinnen.
9 Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Beantwortung der Forschungsfragen zur Wirksamkeit von Antolin.
Leseförderung, Leseanimation, Antolin, Mehrebenenmodell, Lesemotivation, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Grundschule, Leseverhalten, Online-Programm, Leitfadeninterview, Selbstkonzept, Lesegeschwindigkeit, Lesewahrnehmung, Medienkompetenz.
Die Arbeit untersucht das Online-Programm Antolin hinsichtlich seines Einflusses auf das Leseverhalten von Grundschulkindern und analysiert, ob es als effektives Instrument der Leseförderung oder primär als Mittel zur Leseanimation fungiert.
Die Arbeit verknüpft theoretische Konzepte wie das Mehrebenenmodell des Lesens mit den praktischen Aspekten der Leseförderung, Leseanimation und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem digitalen Lese-Quiz-Portal Antolin.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfragen: "Ist Antolin Leseförderung oder Leseanimation auf theoretischer Basis?" und "Wie nehmen Kinder die Onlineplattform wahr?".
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis aktueller Fachliteratur sowie ein qualitatives Forschungsdesign, bestehend aus Leitfadeninterviews mit zwei Grundschülerinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Mehrebenenmodell, Begriffsdefinitionen), eine detaillierte Programmbeschreibung von Antolin und eine empirische Analyse der Interviews, in der die individuellen Erfahrungen der Kinder mit dem Modell verglichen werden.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Leseförderung, Leseanimation, Antolin, Lesemotivation und Mehrebenenmodell gekennzeichnet.
Während Frieda Antolin als motivierend erlebt und durch das System der Punkte und Belohnungen zum Lesen animiert wird, empfindet Emilia das Programm als belastend und demotivierend, da sie sich gezwungen fühlt, Fragen zu beantworten, was ihre ursprüngliche Freude am Lesen einschränkt.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass Antolin bei vielen Kindern eher als Leseanimation statt als echte Leseförderung wirkt, da es die basalen Lesefähigkeiten voraussetzt und weniger auf die Förderung dieser als auf die Steigerung der Motivation durch externe Anreize abzielt.
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