Masterarbeit, 2019
70 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. Theoretischer Teil
1. Mitbestimmung
1.1 Begriffsbestimmung
1.2 Stufen der Mitbestimmung
1.3 Qualitätsstandards von Mitbestimmung durch Kinder und Jugendliche
2. Handlungsfeld Schule/ Unterricht
3. Mitbestimmung in der Schule/ im Unterricht
3.1 Rechtliche Grundlagen
3.2 Ungewissheits- und Gewissheitsorientierung
3.2.1 Ungewissheitsorientierung
3.2.2 Gewissheitsorientierung
3.2.3 Ungewissheit- und Gewissheitsorientierung in Bezug auf das Handlungsfeld Schule und Unterricht
3.3 Auswirkungen von Mitbestimmung in der Schule
3.3.1 Chancen und Gründe für Mitbestimmung in der Schule
3.3.2 Herausforderungen und Voraussetzungen von Mitbestimmung in der Schule
3.4 Verankerung im Bildungsplan und Perspektivrahmen
3.5 Service Learning
3.6 Aktueller Forschungsstand zur Mitbestimmung von Kindern im Unterricht
II. Empirischer Teil
1. Ziele und Fragestellung
2. Methodisches Vorgehen
2.1 Erhebungsinstrumente
2.2 Untersuchungsablauf
2.3 Datenauswertung
3. Darstellung der Ergebnisse
3.1 Beobachtungsbögen der beobachtenden Lehrerin
3.2 Reflexion der Unterrichtsstunden der durchführenden Lehrerin
3.3 Gruppeninterviews
4. Diskussion der Ergebnisse
5. Fazit und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht, inwieweit und wie Kinder aktiv an der Gestaltung ihres Unterrichts im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht mitbestimmen können, wobei der Fokus auf dem Umgang der Akteure mit den entstehenden Freiheiten und der damit verbundenen Ungewissheit liegt.
3.2.1 Ungewissheitsorientierung
„Ohne Ungewissheit keine Bildungsprozesse“ (Gruschka 2018, S.15). Diese Aussage von Gruschka soll zeigen, dass Ungewissheit der zentrale Kern für gehaltvolle Lern-, Bildungs- und Erziehungsprozesse ist.
In diesem Kapitel soll der Orientierungsstil der Ungewissheit genauer erläutert werden, um dies anschließend auf die Schule und Mitbestimmung beziehen zu können. Wobei zunächst noch eine genauere Bestimmung ungewisser Situationen vorangestellt werden muss.
„Unter ungewissen Situationen werden solche, die mehrdeutig, komplex, unlösbar und/oder neu sind (Bundner 1962) oder wenn ungenügend Informationen über den weiteren Verlauf der Situation vorliegen (Dalbert 1999a) zusammengefasst“ (König 2003, S.10). In Bezug auf den Umgang mit solchen Unsicherheiten bedeutet dies nun für den Orientierungsstil, dass „das Konzept der Ungewissheitsorientierung […] den unterschiedlichen Umgang von Menschen mit Situationen, in denen Unklarheit besteht“ (König 2003, S.10) beschreibt. In ungewissen Situationen gibt es keine objektiven Kriterien, um die Auswirkungen des Handelns abschätzen zu können (Huber, Roth 1999, S.11f.). Im Umgang mit Ungewissheit zeigen Menschen intraindividuelle Unterschiede, womit sich das Konzept des Orientierungsstils befasst, das hauptsächlich Sorrentino prägte (vgl. Martinek 2007, S.17).
Ungewissheitsorientierte Personen präferieren Situationen mit offenem Ausgang, um Neues zu erfahren und sich mit der Meinung anderer auseinanderzusetzen (vgl. Schmidt 1997, S.20; Martinek 2007, S.18). Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie nach Situationen streben, in denen neue Informationen stecken, wodurch sie in Bezug auf ihre eigenen Fähigkeiten, Einstellungen und das eigene Wissen, die Ungewissheit verringern können, motiviert durch einen „Erkenntnisdrang“ (Martinek 2007, S.18). Sie haben das Bedürfnis, ihr Wissen neu zu ordnen und zu erweitern. Dabei wollen sie die unbekannte Situation und auch sich selbst verstehen (vgl. ebd., S.18).
Mitbestimmung: Klärung der Begrifflichkeiten, Vorstellung verschiedener Stufenmodelle sowie Definition von Qualitätsstandards für eine ernsthafte Beteiligung von Kindern.
Handlungsfeld Schule/ Unterricht: Analyse der Schule als Lernort und Sozialisationsinstanz unter Berücksichtigung rechtlicher Bildungsaufträge und des Verständnisses von Schule als Lebensraum.
Mitbestimmung in der Schule/ im Unterricht: Vertiefte Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen sowie der Orientierungsstile von Lehrern und Schülern im Kontext von Partizipation und Service Learning.
Ziele und Fragestellung: Definition der zentralen Forschungsfrage zum Umgang von Schülern mit Mitbestimmungsmöglichkeiten im Unterricht.
Methodisches Vorgehen: Beschreibung der Datenerhebung durch Beobachtungsbögen, Reflexionen der Lehrkraft und Fokusgruppendiskussionen.
Darstellung der Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten aus den Beobachtungen, den Reflexionen der Lehrkraft und den Interviews mit den Schülern.
Diskussion der Ergebnisse: Verknüpfung der empirischen Befunde mit den aufgestellten Hypothesen und theoretischen Grundlagen zur Evaluation der Mitbestimmung.
Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Relevanz der Mitbestimmung und Empfehlungen für die zukünftige Unterrichtspraxis.
Mitbestimmung, Partizipation, Sachunterricht, Grundschule, Ungewissheitsorientierung, Gewissheitsorientierung, Service Learning, Demokratieerziehung, Unterrichtsgestaltung, Schülerzentrierung, Bildungsplan, Qualitative Inhaltsanalyse, Lehrkraft, Lernbegleiter, Schulpflicht
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen, Kindern in der Grundschule eine aktive Mitbestimmung bei der Gestaltung ihres Unterrichts im sozialwissenschaftlichen Sachunterricht zu ermöglichen.
Die Themenfelder umfassen theoretische Aspekte der Partizipation, die psychologischen Konzepte der Ungewissheits- und Gewissheitsorientierung sowie die praktische Anwendung von Lehr-Lern-Formen wie dem Service Learning.
Die zentrale Frage lautet: Wie gehen Schülerinnen und Schüler mit den ihnen übertragenen Mitbestimmungsmöglichkeiten an der Gestaltung ihres Unterrichts um?
Es wurde ein qualitativ orientiertes Vorgehen mit Triangulation gewählt, bestehend aus strukturierten Beobachtungen, Reflexionen der Lehrkraft und qualitativen Gruppeninterviews mit den Schülern.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt zur Begriffs- und Bedingungsanalyse sowie einen empirischen Abschnitt, in dem die Ergebnisse einer Unterrichtseinheit zum Thema „Kinderstadtteilkarten“ ausgewertet werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mitbestimmung, Ungewissheitsorientierung, Partizipation, Demokratie als Lebensform und die Rolle der Lehrkraft als Lernbegleiter.
Die Arbeit stellt heraus, dass Personen, die mit Ungewissheit gut umgehen können, eher von offenen Unterrichtsformen profitieren, während gewissheitsorientierte Personen durch fehlende Struktur in Mitbestimmungsprozessen überfordert sein können.
Die Untersuchung zeigt, dass der Umgang mit Mitbestimmung ein Lernprozess ist; anfängliche Unsicherheiten bei Schülern und Lehrern nehmen durch Übung ab, wobei die Partizipation maßgeblich zu Motivation und Identifikation beiträgt.
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