Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zusammenfassung der Romanhandlung
3. Historischer Hintergrund des Romans
3.1 Drogenkrieg, Gewalt und Korruption in Kolumbien in den 80er und 90er Jahren
3.2 Referenzialisierbare Ereignisse in El ruido de las cosas al caer
4. Zum Verhältnis von Literatur und Erinnerungskultur
4.1 Definitionen des Begriffs Erinnerungskultur
4.2 Individuelle und kollektive Gedächtnisformationen
4.3 Der literarische Text als Medium des kollektiven Gedächtnisses
4.4 Die Aneignung von Erinnerungen in El ruido de las cosas al caer
5. Trauma und Angst in El ruido de las cosas al caer
5.1 Trauma und Angst in der Literaturwissenschaft
5.2 Analyse der literarischen Darstellung von Trauma und Angst in El ruido de las cosas al caer
5.2.1 Charakterisierung der Figuren und Figurenkonstellationen
5.2.1.1 Antonio Yammara
5.2.1.2 Ricardo Laverde
5.2.1.3 Elaine Fritts
5.2.1.4 Maya Fritts
5.2.1.5 Aura Rodríguez
5.2.1.6 Figurenkonstellation
5.2.2 Raumdarstellung
5.2.3 Ordnung
5.2.4 Dauer
5.2.5 Frequenz
5.2.6 Modus
5.2.7 Stimme
5.2.8 Glaubwürdigkeit des Erzählers
6. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Juan Gabriel Vásquez’ Roman El ruido de las cosas al caer im Kontext der kolumbianischen Erinnerungskultur. Ziel ist es zu analysieren, wie das Trauma und die Angst des Erzählers die narrative Struktur des Romans maßgeblich beeinflussen und ob das Werk als Medium zur Aufarbeitung der Gewaltgeschichte der 80er und 90er Jahre fungieren kann.
Referenzialisierbare Ereignisse in El ruido de las cosas al caer
Obwohl es sich bei dem Roman um einen fiktionalen Text handelt, kann man einige referenzialisierbare Ereignisse finden, das heißt Ereignisse, die in der außersprachlichen Wirklichkeit tatsächlich passiert sind und faktisch nachweisbar sind. Durch das Aufgreifen von realen historischen Ereignissen im Roman wird eine Historisierung und damit eine Aufdeckung der Realität des Traumas erreicht, um das es im Kapitel 5 geht. Diese Aufdeckung schafft die Grundlage für einen gesellschaftlichen Diskurs zur Anerkennung und Verarbeitung des Traumas (vgl. Kopf 2005: 18).
Gleich zu Beginn des Romans erfährt der implizite Leser etwas über den historischen Hintergrund, denn der Erzähler beschreibt, wie er in der Zeitung vom Tod eines Nilpferds liest, welches aus dem ehemaligen Zoo von Pablo Escobar ausgebrochen war, nachdem Escobar vor zwei Jahren verstarb (vgl. Vásquez 2015: 13). Für den impliziten Leser bilden diese Informationen den Ausgangspunkt für die Interpretation und Einordnung der nachfolgenden Romanhandlung. Des Weiteren werden im ersten Kapitel diverse weitere referenzialisierbare Ereignisse beschrieben, von denen der Erzähler meist durch das Fernsehen oder die Zeitung erfahren hat. Es handelt sich fast ausschließlich um Anschläge auf wichtige Führungspersonen.
1. Einleitung: Einführung in die gewaltgeprägte Geschichte Kolumbiens und Vorstellung der Arbeitshypothesen bezüglich Trauma, Angst und Erinnerungskultur im gewählten Roman.
2. Zusammenfassung der Romanhandlung: Kurze Darstellung der Romanbiografie von Antonio Yammara, seiner Begegnung mit Ricardo Laverde und deren Auswirkungen auf sein Leben.
3. Historischer Hintergrund des Romans: Kontextualisierung des Drogenkriegs in Kolumbien und Identifikation referenzialisierbarer Ereignisse im Roman.
4. Zum Verhältnis von Literatur und Erinnerungskultur: Theoretische Herleitung der Rolle von Literatur als Medium des kollektiven Gedächtnisses und Analyse der Aneignung von Erinnerungen im Roman.
5. Trauma und Angst in El ruido de las cosas al caer: Hauptteil der literaturwissenschaftlichen Analyse, die Trauma und Angst sowie die erzähltheoretischen Mittel von Genette auf den Roman anwendet.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung, dass der Roman einen wesentlichen Beitrag zur emotionalen Erinnerungskultur Kolumbiens leistet.
Kolumbien, Drogenkrieg, Trauma, Angst, Erinnerungskultur, kollektives Gedächtnis, Juan Gabriel Vásquez, El ruido de las cosas al caer, Narratologie, unzuverlässiges Erzählen, Literaturwissenschaft, Gewalt, Identitätsbildung, Geschichte, Aufarbeitung
Die Arbeit untersucht, wie Juan Gabriel Vásquez in seinem Roman die Auswirkungen der Drogenkriminalität und der damit einhergehenden Gewalt auf die kolumbianische Gesellschaft literarisch verarbeitet.
Zentrale Themen sind das Verhältnis von Trauma und Angst, die Theorie des kollektiven Gedächtnisses und wie Literatur als Medium der Erinnerungskultur fungieren kann.
Es wird analysiert, inwieweit das Trauma und die Angst des Erzählers die narrative Struktur des Romans prägen und wie das Werk zur Konstituierung einer kolumbianischen Erinnerungskultur für die 80er und 90er Jahre beiträgt.
Neben einer historisch-kontextuellen Analyse wird vor allem die erzähltheoretische Methodik nach Gerard Genette angewandt, um Aspekte wie Ordnung, Dauer, Frequenz, Modus und Stimme zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung von Trauma und Angst sowie eine detaillierte literaturwissenschaftliche Analyse der Figurenkonstellation, Raumdarstellung und Glaubwürdigkeit des Erzählers im Roman.
Wichtige Begriffe sind Trauma, Erinnerungskultur, Kolumbien, Drogenkrieg, Narratologie, unzuverlässiges Erzählen und das kollektive Gedächtnis.
Das Motiv wird als Repräsentation traumatischer Ereignisse gedeutet, das die psychischen Auswirkungen der Gewalt auf die Figuren und die Gesellschaft verdeutlicht.
Aufgrund seiner Traumatisierung, Erinnerungslücken und teilweise bewusster Manipulationen wird der Erzähler als potenziell unzuverlässig eingestuft, was für die literarische Darstellung seines Bewältigungsprozesses signifikant ist.
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