Bachelorarbeit, 2020
75 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Fragestellung
1.2 Gang der Arbeit
2 Hochschulorganisation – Herausforderungen aus der Organisationsumwelt
2.1 Einordnung von Hochschulen als Organisation
2.2 Die Entwicklung der Hochschulorganisation
2.2.1 Öffentlich-rechtliche Einrichtung und akademische Selbstverwaltung – die Hochschule als „besondere Organisation“
2.2.2 Verwaltungsreform und „New Public Management“
2.3 Herausforderungen durch die veränderte Hochschulumwelt
2.4 Zwischenfazit zu den organisatorischen Herausforderungen
3 Von der Mittelverwaltung zum Finanzmanagement – Herausforderungen für die Hochschulfinanzierung
3.1 Die kamerale Haushaltsstruktur in Universitäten
3.2 Die Einführung des kaufmännischen Rechnungswesens in der öffentlichen Verwaltung
3.3 Die Veränderung der Finanzierungsstruktur an deutschen Hochschulen
3.4 Gesetzliche Rahmenbedingungen zum Berichtswesen und zur Mittelverteilung
3.4.1 Controlling in den Hochschulgesetzen der Länder
3.4.2 Leistungsorientierte Mittelverteilung
3.5 Zwischenfazit zu den Herausforderungen hinsichtlich der Hochschulfinanzierung
4 Hochschulcontrolling – geeignete Instrumente
4.1 Controlling im Nonprofit-Bereich bzw. in Hochschulen
4.2 Controllingdimensionen und Controllingperspektiven
4.3 Strategisches Controlling
4.3.1 Anwendung in Hochschulen sowie Grundlegendes zu den Instrumenten
4.3.2 Organisationsbezogene Analyse
4.3.2.1 Stärken-Schwächen-Analyse
4.3.2.2 Portfoliomodelle (BCG und McKinsey)
4.3.3 Umweltanalyse
4.3.3.1 Stakeholderanalyse
4.3.3.2 Szenarioanalyse
4.3.4 Verbindung von Organisations- und Umweltanalyse
4.3.4.1 SWOT-Analyse
4.3.4.2 Benchmarking
4.3.4.3 Balanced Scorecard (BSC)
4.3.4.4 Die Academic Scorecard als ganzheitliches Controlling-Instrument in Hochschulen
4.4 Operatives Hochschulcontrolling
4.4.1 Anwendung in Hochschulen sowie Grundlegendes zu den Instrumenten
4.4.2 Kostenrechnung
4.4.2.1 Kostenartenrechnung
4.4.2.2 Kostenstellenrechnung
4.4.2.3 Kostenträgerrechnung
4.4.3 Interne Leistungsverrechnung
4.4.4 Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsanalyse
4.4.5 Kennzahlen
4.5 Zwischenfazit zu Instrumenten im Hochschulcontrolling
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die aktuellen Herausforderungen für das Hochschulcontrolling vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen in der Hochschullandschaft. Ziel ist es, geeignete Instrumente für das strategische und operative Controlling in Hochschulen zu identifizieren und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie Grenzen darzustellen.
4.3.4.4 Die Academic Scorecard als ganzheitliches Controlling-Instrument in Hochschulen
In den vergangenen Jahren hat sich als speziell auf die Hochschulen abgestimmte Sonderform der BSC die Academic Scorecard entwickelt.
Nachdem in den 1990er Jahren die BSC durch Kaplan und Norton entwickelt worden war und Verbreitung fand, kamen, parallel zur Verbreitung des Controllinggedankens in Hochschulen, die ersten Überlegungen zur Ausgestaltung einer speziellen Form dieses Instrumentes für Hochschulen auf. Als Vorteil des Einsatzes der BSC in Hochschulen wurde – vor dem Hintergrund der besonderen organisatorischen Anforderungen in Hochschulen – die Mehrdimensionalität und die Verbindung von strategischen mit operativen Elementen angesehen.
Als Eigenschaften, die die BSC besonders geeignet für die Anpassung an Hochschulen machen, werden u. a. genannt: die flexible Gestaltbarkeit, die Ausrichtung auf kleinere Informationseinheiten, Transparenz und Übersichtlichkeit, die Möglichkeit, qualitative und (organisations)kulturelle Perspektiven zu berücksichtigen sowie die integrierende Konzeption.
Mithilfe der Academic Scorecard soll die strategische Lücke zwischen den strategischen Zielen und den operativen Handlungsanweisungen geschlossen werden und gleichzeitig die Lücke zwischen zentralen und dezentralen Einheiten. Die Operationalisierung der Ziele findet in den Fachbereichen statt.
Kennzeichnend ist, dass es nicht „die“ Academic Scorecard gibt, sondern dass in jeder Hochschule eine individuell angepasste Variante entwickelt wird. Allen Varianten gemeinsam ist, dass die grundlegende Struktur bzw. Funktionsweise der BSC aufgrund ihrer flexiblen Konzeption nicht verändert wird. Die Perspektiven, die bei der BSC für den Einsatz in Unternehmen relativ eindeutig vorgegeben sind, werden jedoch an die spezifischen Anforderungen der Hochschule angepasst.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik durch gestiegenen Wettbewerbsdruck und veränderte Finanzierungsmodelle an deutschen Hochschulen.
2 Hochschulorganisation – Herausforderungen aus der Organisationsumwelt: Analyse der Hochschule als komplexe Organisation und die organisatorischen Auswirkungen des New Public Management.
3 Von der Mittelverwaltung zum Finanzmanagement – Herausforderungen für die Hochschulfinanzierung: Darstellung des Wandels von der Kameralistik zum kaufmännischen Rechnungswesen und der gesetzlichen Anforderungen an die Finanzsteuerung.
4 Hochschulcontrolling – geeignete Instrumente: Untersuchung der Anwendbarkeit verschiedener strategischer und operativer Controlling-Instrumente im Hochschulkontext.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit und der Herausforderungen bei der Implementierung von Controlling-Instrumenten in der Hochschulsteuerung.
Hochschulcontrolling, New Public Management, Strategisches Controlling, Operatives Controlling, Balanced Scorecard, Academic Scorecard, Hochschulfinanzierung, Organisation, Leistungsorientierte Mittelverteilung, Kostenrechnung, Kennzahlen, Stakeholderanalyse, Hochschulmanagement, Mittelverwaltung, Drittmittel
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der Umsetzung eines professionellen Controllings an Hochschulen unter Berücksichtigung der spezifischen organisations- und hochschulpolitischen Rahmenbedingungen.
Die zentralen Felder sind die Organisationsform der Hochschule, der Wandel des Rechnungswesens von der Kameralistik zur Doppik, die Auswirkungen veränderter Finanzierungsstrukturen sowie die Adaption betriebswirtschaftlicher Controlling-Instrumente auf den akademischen Bereich.
Das primäre Ziel ist die Identifikation aktueller Herausforderungen für das Hochschulcontrolling und die Bestimmung von geeigneten Controlling-Instrumenten, die den Besonderheiten von Hochschulen als Nonprofit-Organisationen gerecht werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Management- und Controlling-Konzepte und deren kritischer Übertragung auf den spezifischen Anwendungsbereich der Hochschule.
Der Hauptteil analysiert detailliert die organisatorischen Besonderheiten, die Entwicklung des Finanzmanagements sowie die Anwendbarkeit verschiedener strategischer (z.B. SWOT, Benchmarking, BSC) und operativer Controlling-Instrumente.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Hochschulcontrolling, New Public Management, Academic Scorecard, leistungsorientierte Mittelverteilung und strategisches sowie operatives Controlling.
Da Hochschulen als Nonprofit-Organisationen nicht primär gewinnorientiert sind, wird die klassische Finanzperspektive häufig durch eine Ressourcenperspektive ersetzt, welche die effektive Allokation finanzieller Mittel in den Fokus stellt.
Die Academic Scorecard dient als ganzheitliches Controlling-Instrument, das strategische Ziele mit operativen Handlungen in den Fachbereichen verbindet und an die spezifischen Bedürfnisse von Hochschulen angepasst werden kann.
Die größten Hürden liegen im fehlenden gemeinsamen Formalziel, der dualistischen Organisationsstruktur sowie der Notwendigkeit, Akzeptanz bei der akademischen Selbstverwaltung zu schaffen.
Die Entwicklung hin zu einer leistungsorientierteren Hochschule ist unumkehrbar; Controlling ist daher ein unverzichtbares Steuerungsinstrument, das jedoch eine sorgfältige Kommunikation und Einbindung aller Statusgruppen erfordert.
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