Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 2,5
1. Quo vadis Türkei?
2. Defekte Demokratie und ihre Spielarten
2.1 Wahlregime
2.2 Politische Teilhaberechte
2.3 Bürgerliche Freiheitsrechte
2.4 Gewaltenkontrolle
2.5 Effektive Regierungsgewalt
3. Die Türkei nach dem Putschversuch 2016
3.1 Wahlregime in der Türkei
3.1.1 Aktives und passives Wahlrecht
3.1.2 Der Hohe Wahlrat
3.1.3 Der Wahlvorgang – Ein Blick auf das Referendum im April 2017
3.2 Politische Teilhaberechte in der Türkei
3.2.1 Assoziationsfreiheit
3.2.2 Meinungs- und Pressefreiheit
3.3 Bürgerliche Freiheitsrechte in der Türkei
3.3.1 Individuelle Schutzrechte
3.3.2 Justizrechte
3.4 Gewaltenkontrolle – Das Referendum 2017 und seine Folgen
3.5 Effektive Regierungsgewalt in der Türkei
4. Alea iacta est?
Die vorliegende Arbeit untersucht den politischen Systemwandel in der Türkei nach dem Putschversuch vom Juli 2016. Das Hauptziel ist die Einordnung der Türkei unter Anwendung der Transformationstheorie nach Wolfgang Merkel, um zu beurteilen, ob das Land noch als defekte Demokratie eingestuft werden kann oder bereits den Übergang in eine autokratische Ordnung vollzogen hat.
3.1.2 Der Hohe Wahlrat
Die Wahlen selbst werden laut Verfassung durch den Hohen Wahlrat kontrolliert. Die Zusammensetzung dieses Rates ist wie folgt:
Der Hohe Wahlrat besteht aus sieben ordentlichen und vier Ersatzmitgliedern. Sechs der Mitglieder werden vom Plenum des Kassationshofs, fünf vom Plenum des Staatsrats aus deren eigenen Mitgliedern mit der absoluten Mehrheit der Gesamtzahl der Mitglieder in geheimer Abstimmung gewählt.
Der Kassationshof ist eines der obersten Gerichte der Türkei und die dritte bzw. letzte Instanz bei Zivil- und Strafverfahren. Die Mitglieder des Kassationshofes werden aus "[...] der Reihe Richter Erster Klasse […] und Staatsanwälten der Republik Erster Klasse […]" vom Richter- und Staatsanwälterat gewählt. Der Staatsrat, auch eines der obersten Gerichte, erfüllt Aufgaben der Verwaltungskontrolle und Beratung. Somit stehen den Wahlen als Kontrollorgan Mitglieder der zwei obersten Gerichtsbarkeiten des Landes vor. Drei Viertel der Mitglieder des Staatsrates werden vom Richter- und Staatsanwälterat gewählt sowie ein Viertel vom Präsidenten.
1. Quo vadis Türkei?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Türkei, die Rolle des Militärs und stellt die Forschungsfrage nach dem aktuellen demokratischen Status des Landes im Kontext des Putschversuchs 2016.
2. Defekte Demokratie und ihre Spielarten: Hier wird das theoretische Fundament nach Wolfgang Merkel eingeführt, das die fünf Teilregime (Wahlregime, politische Teilhaberechte, bürgerliche Freiheitsrechte, Gewaltenkontrolle, effektive Regierungsgewalt) zur Definition defekter Demokratien definiert.
3. Die Türkei nach dem Putschversuch 2016: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit und analysiert detailliert, wie sich die Türkei in den fünf von Merkel definierten Teilregimen seit 2016 verändert hat.
4. Alea iacta est?: Das abschließende Kapitel führt die Analysen zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Türkei aktuell als defekte Demokratie mit autokratischen Tendenzen einzustufen ist, mit einem hohen Risiko der weiteren Transformation in eine Autokratie.
Türkei, Defekte Demokratie, Wolfgang Merkel, Putschversuch 2016, Transformationstheorie, Ausnahmezustand, Verfassungsreferendum 2017, Pressefreiheit, Gewaltenkontrolle, Rechtsstaatlichkeit, AKP, Recep Tayyip Erdogan, Kurdenkonflikt, Menschenrechte, Autokratisierung.
Die Arbeit analysiert den politischen Status der Türkei nach dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 und bewertet den Zustand der türkischen Demokratie unter Anwendung wissenschaftlicher Transformationstheorien.
Zentrale Themen sind die Beschneidung von Bürgerrechten, die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit, die Transformation des Regierungssystems durch das Referendum 2017 sowie die Erosion der Gewaltenkontrolle.
Das Ziel ist es, auf Basis des Konzepts der "embedded democracy" nach Wolfgang Merkel zu erörtern, ob die Türkei noch als defekte Demokratie gelten kann oder ob sie die Schwelle zum Autoritarismus überschritten hat.
Es wird eine empirische Analyse basierend auf theoretischen Modellen der Transformationsforschung sowie aktuelle Länderindizes (Freedom House, Bertelsmannstiftung) genutzt, um die politische Situation systematisch zu bewerten.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Prüfung der fünf Teilregime der Demokratie in der Türkei, unter besonderer Berücksichtigung der Veränderungen durch den Ausnahmezustand und die Verfassungsreform.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Transformationstheorie, defekte Demokratie, Ausnahmezustand, Verfassungsreform, Rechtsstaatlichkeit und die Rolle der türkischen Regierung unter Erdogan.
Der Autor argumentiert, dass das Referendum zu einer massiven Monopolisierung der Macht beim Präsidenten geführt hat, wodurch die parlamentarische Kontrolle und die Unabhängigkeit der Justiz de facto ausgehebelt wurden.
Interessanterweise stellt der Autor fest, dass in Bezug auf die "effektive Regierungsgewalt" kein Defekt vorliegt, da das Militär nach dem Putschversuch erfolgreich unter die Kontrolle der zivilen Regierung gebracht wurde und seine Rolle als Vetomacht verloren hat.
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