Bachelorarbeit, 2019
52 Seiten, Note: 1,7
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Religiöser Fundamentalismus – das Gespenst der Moderne?
2. Religiöser Fundamentalismus als ambivalentes Phänomen in der Moderne
2.1 Religiöser Fundamentalismus – Begriffsgeschichte und Definitionsversuche
2.1.1 Religiöser Fundamentalismus – ein traditionaler Gegensatz zur Moderne?
2.1.2 Religiöser Fundamentalismus – ein modernes Phänomen?
2.2 Theorien der Ambivalenz der Moderne
2.2.1 Georg Simmel
2.2.1.1 Die Moderne, das Dritte und der Fremde
2.2.1.2 Religion und Religiosität
2.2.2 Zygmunt Bauman
2.2.2.1 (Post-)Moderne, Ambivalenz und der Fremde
2.2.2.2 Der Tod und die Religion
2.2.3 Ulrich Beck
2.2.3.1 Zweite Moderne, Ambivalenz und der Fremde
2.2.3.2 Die Individualisierung der Religion
2.3 Fundamentalismus als Hybrid – ein ambivalentes Phänomen der Moderne
2.3.1 Exkurs I: Religiöser Fundamentalismus nach Zygmunt Bauman
2.3.2 Exkurs II: Religiöser Fundamentalismus nach Ulrich Beck
2.3.3 Religiöser Fundamentalismus – ein ambivalentes, ‚fremdes‘ Phänomen
3. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, warum der religiöse Fundamentalismus trotz seines scheinbar antimodernen Charakters gerade innerhalb moderner Gesellschaften auftritt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, den scheinbaren Widerspruch zwischen der Moderne und dem Fundamentalismus durch das soziologische Konzept der Ambivalenz aufzulösen und zu erklären, warum diese Bewegungen integrale Bestandteile der modernen Welt sind.
2.1.2 Religiöser Fundamentalismus – ein modernes Phänomen?
Eine gerade benannte Einschränkung des vermeintlich rein traditionalen oder antimodernen Charakters des religiösen Fundamentalismus ist die Nutzung von Mitteln, die im Allgemeinen als ‚modern‘ gelten. Neben der Inanspruchnahme von medizinischer Versorgung oder Telekommunikation kann auch die Verbreitung der eigenen Ansichten über Massenkommunikationsmittel wie Fernsehen, Radio oder Internet als Beispiel dienen. Allgemein können moderne Techniken fundamentalistischen Gruppierungen zur eigenen Organisation äußerst hilfreich sein. Nach Thomas Meyer nutzt der Fundamentalismus „die technischen und organisatorischen Mittel, die die Moderne hervorgebracht hat, um ihre kulturellen Grundlagen zu bekämpfen.“ Letztendlich liegt ihm zufolge das Motiv für die Nutzung dieser Techniken demnach nicht in den Annehmlichkeiten, die mit ihnen verbunden sind, sondern wiederum in der Aversion gegen die grundlegenden Prinzipien der Epoche, in der diese Techniken entstanden.
Dem gegenüber stellt Martin Riesebrodt fest, dass ebendiese Techniken von fundamentalistischen Bewegungen teilweise neutral hinsichtlich ihrer soziostrukturellen Implikationen bewertet werden, dass also Technizismus nicht zwangsläufig mit Modernismus, der als bekämpfenswert gilt, gleichgesetzt wird.
1. Religiöser Fundamentalismus – das Gespenst der Moderne?: Das Kapitel führt in das Thema ein und skizziert das Auftreten des Fundamentalismus seit den späten 1970er Jahren als Reaktion auf Modernisierungsprozesse.
2. Religiöser Fundamentalismus als ambivalentes Phänomen in der Moderne: Dieses Kapitel bildet den theoretischen Kern und analysiert den Fundamentalismus als hybrides Phänomen unter Einbeziehung soziologischer Theorien.
2.1 Religiöser Fundamentalismus – Begriffsgeschichte und Definitionsversuche: Es werden die etymologische Herkunft des Begriffs sowie verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Definition von Fundamentalismus dargelegt.
2.1.1 Religiöser Fundamentalismus – ein traditionaler Gegensatz zur Moderne?: Hier werden die traditionalen Merkmale wie Geschlechterdualismus und absoluter Wahrheitsanspruch beleuchtet.
2.1.2 Religiöser Fundamentalismus – ein modernes Phänomen?: Dieses Unterkapitel analysiert die Nutzung moderner Mittel und Techniken durch fundamentalistische Bewegungen.
2.2 Theorien der Ambivalenz der Moderne: Eine Einführung in die theoretischen Konzepte von Moderne und Ambivalenz durch drei bedeutende Sozialwissenschaftler.
2.2.1 Georg Simmel: Untersuchung von Simmels Konzepten, insbesondere des „Dritten“ und des „Fremden“, zur Erfassung der Ambivalenz.
2.2.1.1 Die Moderne, das Dritte und der Fremde: Detaillierte Betrachtung der Kategorien der Moderne bei Simmel.
2.2.1.2 Religion und Religiosität: Simmels Unterscheidung zwischen institutionalisierter Religion und individueller Religiosität.
2.2.2 Zygmunt Bauman: Auseinandersetzung mit Baumans Theorie der Ambivalenz und der Postmoderne.
2.2.2.1 (Post-)Moderne, Ambivalenz und der Fremde: Analyse von Baumans Konzepten zur Klassifikation und zur Figur des Fremden.
2.2.2.2 Der Tod und die Religion: Betrachtung der Bedeutung von Religion und Unsterblichkeit bei Bauman.
2.2.3 Ulrich Beck: Vorstellung von Becks Konzept der Zweiten Moderne und reflexiven Modernisierung.
2.2.3.1 Zweite Moderne, Ambivalenz und der Fremde: Becks Sicht auf gesellschaftlichen Wandel und die Ambivalenz der Existenz.
2.2.3.2 Die Individualisierung der Religion: Becks These des „eigenen Gottes“ im Kontext der Individualisierung.
2.3 Fundamentalismus als Hybrid – ein ambivalentes Phänomen der Moderne: Zusammenführung der theoretischen Ergebnisse, die den Fundamentalismus als Hybridstruktur definieren.
2.3.1 Exkurs I: Religiöser Fundamentalismus nach Zygmunt Bauman: Untersuchung des Fundamentalismus als postmoderne Reaktion auf Unsicherheit.
2.3.2 Exkurs II: Religiöser Fundamentalismus nach Ulrich Beck: Analyse des Fundamentalismus als spezifisch moderne Form der Zweiten Moderne.
2.3.3 Religiöser Fundamentalismus – ein ambivalentes, ‚fremdes‘ Phänomen: Synthese der Ergebnisse zum hybriden Charakter des Fundamentalismus.
3. Fazit: Zusammenfassung der Kernthesen und Beantwortung der Ausgangsfrage zur Einordnung des Fundamentalismus in der Moderne.
Religiöser Fundamentalismus, Moderne, Ambivalenz, Hybridität, Georg Simmel, Zygmunt Bauman, Ulrich Beck, Säkularisierung, Tradition, Religion, Religiosität, Individualisierung, Identitätspolitik, Antimodernismus, Reflexive Modernisierung
Die Arbeit untersucht das Phänomen des religiösen Fundamentalismus und dessen scheinbar paradoxes Auftreten in modernen Gesellschaften.
Die Arbeit verknüpft Religionssoziologie mit Modernisierungstheorien, wobei die Konzepte von Ambivalenz, Fremdheit und hybriden Identitätsstrukturen im Vordergrund stehen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum Fundamentalismus, der oft als Gegensatz zur Moderne wahrgenommen wird, gerade innerhalb dieser als modern geltenden Gesellschaften florieren kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf der Literatur der Sozialwissenschaftler Georg Simmel, Zygmunt Bauman und Ulrich Beck basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsbestimmung, eine detaillierte theoretische Fundierung der Begriffe Moderne und Ambivalenz sowie eine abschließende Analyse des Fundamentalismus als hybrides Phänomen.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Fundamentalismus, Moderne, Ambivalenz, Individualisierung, Hybridität und religiöse Tradition.
Sie beschreibt ihn als "Hybrid", da er zwar traditionalistische Ziele verfolgt, dabei aber moderne Methoden, Kommunikationstechniken und Reflexionsweisen nutzt.
Der "Fremde" fungiert als zentrale Figur, die Ordnungsschemata der Moderne hinterfragt und die Ambivalenz einer Gesellschaft als "Existenz" verkörpert.
Da sie dem Individuum in der modernen, oft durch Ambivalenz und Unsicherheit geprägten Welt eine klare Identität, feste Werte und eine Bewältigung von existenziellen Krisen versprechen.
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