Bachelorarbeit, 2018
33 Seiten, Note: 1,3
I Einleitung
1 Erwartungen
1.1 Was sind Erwartungen?
1.2 Erwartungen und Wahrnehmung
1.3 Merkmale von Erwartungen nach Ludwig
2 Lehrererwartungen gegenüber dem Schüler
2.1 Schülermerkmale, die Lehrererwartungen besonders beeinflussen
2.2 Lehrererwartungen als sich selbsterfüllende Prophezeiungen
2.2.1 Was sind sich selbsterfüllende Prophezeiungen und ihre Merkmale?
2.2.2 Konsequenzen der selbsterfüllenden Prophezeiung für die Schülerleistung und die Leistungsbeurteilung
2.2.2.1 Das Oak School-Experiment
2.2.2.2 Das 6-Phasen-Modell
2.2.2.3 Erwartungen und Kausalattributionen
3 Umgang der Lehrperson mit ihren Erwartungen
II Fazit
III Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Lehrererwartungen auf die schulische Leistungsentwicklung und die Leistungsbeurteilung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Erwartungshaltungen die Wahrnehmung und Beurteilung von Schülern beeinflussen und durch welche Maßnahmen Lehrpersonen negativen Erwartungseffekten entgegenwirken können.
2.2.1 Was sind sich selbsterfüllende Prophezeiungen und ihre Merkmale?
Der Begriff der SFP wurde 1948 erstmals vom Soziologen Robert Merton verwendet, damals allerdings noch in einem nicht-schulischen Kontext. SFP bezeichnet den Vorgang, „bei dem die Erwartungen, die eine Person über eine andere hat, ihr Verhalten dem anderen gegenüber beeinflussen, woraufhin der andere sich konform zu den ursprünglichen Erwartungen verhält und damit die Erwartung erfüllt“ (Aronson et al., 2008, S. 66). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine SFP eigentlich falsch ist, obwohl sie laut Definition richtig ist, was sich aber erst erkennen lässt, nachdem einige Zeit verstrichen ist, weil man erst im Nachhinein feststellen kann, dass das Vorausgesagte eingetreten ist. Folgendes Zitat von Merton (1948, zitiert nach Tauber, 1997, S. 9) beschreibt dieses Merkmal der SFP deutlich:
“The self-fulfilling prophecy is, in the beginning, a false definition of the situation evoking a new behaviour which makes the originally false conception come true”.
„[The] crucial, identifying feature which makes an expectation self-fulfilling is that the result would not have come about without the intervention of the prophecy” (Smale, 1977, S. 19).
Eine Prophezeiung ist demnach nur selbsterfüllend, wenn das Resultat ohne die vorangegangene Erwartung nicht eintreffen würde bzw. nicht eingetroffen wäre.
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Lehrererwartungen im Schulalltag ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.
1 Erwartungen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Erwartung, beleuchtet deren Entstehung im Schulkontext und grenzt sie von anderen psychologischen Konstrukten ab.
2 Lehrererwartungen gegenüber dem Schüler: Hier werden Schülermerkmale diskutiert, die Lehrer in ihrer Wahrnehmung beeinflussen, sowie das Phänomen der sich selbsterfüllenden Prophezeiung (SFP) im Kontext der Leistungsbewertung analysiert.
3 Umgang der Lehrperson mit ihren Erwartungen: Dieses Kapitel erörtert praktische Methoden und Strategien für Lehrkräfte, um den negativen Einfluss von Erwartungseffekten durch Reflexion und objektive Bewertung zu minimieren.
II Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Bewusstmachung und Sensibilisierung für Erwartungseffekte im Lehrerberuf.
III Literaturverzeichnis: Ein vollständiges Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.
Lehrererwartungen, Schülerleistung, Leistungsbeurteilung, Selbsterfüllende Prophezeiung, Pygmalioneffekt, Kausalattribution, Erwartungseffekt, Interpersonale Wahrnehmung, Golem-Effekt, Galatea-Effekt, Halo-Effekt, Schülermerkmale, Lehrerhandeln, Bezugsnorm, Leistungsbewertung.
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Wirkung von Lehrererwartungen auf die Leistungen von Schülern und wie diese Erwartungen die anschließende Leistungsbeurteilung beeinflussen.
Zentrale Themen sind die Interaktion zwischen Lehrern und Schülern, der Prozess der Erwartungsbildung, die Theorie der selbsterfüllenden Prophezeiung sowie verschiedene Ansätze zur objektiveren Notengebung.
Die Arbeit untersucht, wie Erwartungen einer Lehrkraft die schulische Leistung eines Schülers sowie deren Beurteilung beeinflussen und welche Strategien es gibt, um negativen Auswirkunegn entgegenzuwirken.
Es werden das klassische Oak School-Experiment von Rosenthal und Jacobson, das 6-Phasen-Modell von Brophy und Good sowie die Kausalattributionstheorie nach Heckhausen analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Erwartungsbegriffe, die Analyse der SFP als Mechanismus der Leistungsbeeinflussung und eine kritische Diskussion darüber, wie Lehrkräfte ihre Erwartungshaltungen reflektieren und korrigieren können.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Lehrererwartung, SFP, Leistungsbeurteilung, Pygmalioneffekt, Kausalattribution und Erwartungseffekt charakterisiert.
Die Kausalattribution erklärt, warum Lehrkräfte bestimmte Leistungen auf Faktoren wie Begabung oder Anstrengung zurückführen, was wiederum die Erwartungen an den Schüler stabilisiert oder verändert.
Durch Transparenz bei der Leistungsbeurteilung, die Nutzung von Kriterienkatalogen, regelmäßige Selbstreflexion und die bewusste Differenzierung zwischen verschiedenen Bezugsnormen kann eine Lehrkraft die Gefahr einer ungerechtfertigten Benotung senken.
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