Fachbuch, 2003
124 Seiten
1. Vorbemerkungen
2. Was ist ein Menhir?
3. Das archäologische Umfeld
4. Megalithische Steinmonumente
5. Die Gewinnung des Baumaterials
6. Der Transport der Steine
7. Das Aufrichten der Steine
8. Deutungsversuche
9. Menhire in Glauben und Brauchtum
10. Menhire in Legenden, Märchen und Sagen
11. Menhire als Orte der Kraft?
12. Menhire und Comic
13. Megalithe und Menhire in der Bildenden Kunst
14. Datierung der Menhire
20. Der Autor
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch und sachlich mit den archäologischen und kulturgeschichtlichen Hintergründen von Menhiren und anderen megalithischen Steinmonumenten auseinander. Dabei wird das Ziel verfolgt, den wissenschaftlichen Informationswert dieser Denkmäler zu beleuchten, aktuelle Forschungsergebnisse zur Entstehung und Datierung darzulegen sowie die Rezeption der Steine in Legenden, Brauchtum und Kunst zu untersuchen.
6. Der Transport der Steine
Wie der Name schon sagt, sind Megalithe sehr große und schwere Steinmonumente, deren Transport unter vorgeschichtlichen Bedingungen mit einfachen technischen Hilfsmitteln die Archäologen lange Zeit vor erhebliche Probleme stellte und Anlass zu vielerlei Spekulationen gab. Es wurden die ausgefallendsten Hypothesen über die verwendeten Techniken aufgestellt. Man brachte die gewaltigen Steine mit übernatürlichen Wesen in Verbindung. So soll nach einem Manuskript aus dem 14. Jahrhundert der Riese Merlin, Zauberer und Prophet der Artussage, der legendäre Erbauer von Stonehenge gewesen sein. Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein wurde die Auffassung vertreten, nur Riesen seien imstande gewesen, derartige Steine zu bewegen.
Die verfügbaren Energiequellen in der Vorgeschichte waren im Vergleich mit unseren heutigen sehr begrenzt. Im wesentlichen wurde alle Arbeit vom Menschen oder vom Tier verrichtet. Wie zahlreiche Experimente zeigen, hat es verschiedene Möglichkeiten gegeben, schwere Steine ohne komplizierte Maschinen zu bewegen. Besonders eindrucksvoll ist eine Darstellung aus dem Alten Ägypten (Abb. 12). Dort wird über den Transport einer 7 m hohen Alabasterstatue des Prinzen Djehutihetep berichtet. 90 Personen ziehen die Statue, deren Gewicht mit 60 Tonnen angenommen wird, auf einem hölzernen Schlitten. Auf den Knien der Statue steht ein Mann, der mit den Händen den Arbeitstakt schlägt. Die Laute werden von einem Mann mit einer Klapper verstärkt. Um die Gleitfähigkeit zu erhöhen, gießt ein anderer Wasser vor den Schlitten.
1. Vorbemerkungen: Einführung in die Faszination und das historische Interesse an vorgeschichtlichen Steinmonumenten sowie Einordnung des Forschungsfeldes.
2. Was ist ein Menhir?: Definition und etymologische Herleitung des Begriffs Menhir sowie eine erste Beschreibung ihrer physischen Beschaffenheit und Standorte.
3. Das archäologische Umfeld: Einbettung der Menhire in den breiteren Kontext der Megalithkultur und der jungsteinzeitlichen Lebensverhältnisse.
4. Megalithische Steinmonumente: Überblick über verschiedene Monumenttypen wie Großsteingräber und Steinalleen sowie deren bauliche Merkmale.
5. Die Gewinnung des Baumaterials: Erörterung der Techniken der Steinbeschaffung und Bearbeitung durch prähistorische Menschen.
6. Der Transport der Steine: Analyse der logistischen und technischen Herausforderungen beim Bewegen tonnenschwerer Gesteinsblöcke.
7. Das Aufrichten der Steine: Zusammenfassung der experimentell-archäologischen Erkenntnisse zum Aufstellen großer Monumente.
8. Deutungsversuche: Kritische Betrachtung der vielfältigen, oft spekulativen Interpretationsansätze zur Funktion der Steine.
9. Menhire in Glauben und Brauchtum: Historische Analyse des Konflikts zwischen heidnischem Steinkult und der christlichen Kirche.
10. Menhire in Legenden, Märchen und Sagen: Untersuchung der volkstümlichen Überlieferungen rund um die Entstehung und Sagenhaftigkeit von Menhiren.
11. Menhire als Orte der Kraft?: Auseinandersetzung mit geomantischen und esoterischen Lehren über die angebliche Strahlungsenergie von Megalithbauten.
12. Menhire und Comic: Betrachtung der modernen Rezeption von Menhiren am Beispiel der Asterix-Comics.
13. Megalithe und Menhire in der Bildenden Kunst: Analyse der Darstellung von Menhiren in der Malerei und Skulptur vom 14. Jahrhundert bis zur Moderne.
14. Datierung der Menhire: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Methoden und Probleme bei der zeitlichen Einordnung dieser Monumente.
20. Der Autor: Kurzbiografie von Detert Zylmann.
Menhire, Megalithkultur, Großsteingräber, Stonehenge, Archäologie, Experimentelle Archäologie, Vorzeit, Neolithikum, Geomantie, Kraftorte, Denkmalschutz, Steinkreise, Volkssagen, Datierung, Kulturdenkmäler
Das Buch bietet einen umfassenden Überblick über die archäologische Erforschung von Menhiren, ihre bauliche Beschaffenheit, die Techniken ihrer Errichtung sowie ihre Bedeutung im gesellschaftlichen und kulturellen Kontext.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der archäologischen Einordnung, der experimentellen Erforschung technischer Leistungen der Vorzeit, der Rezeption im Brauchtum sowie der Darstellung der Steine in der Kunst.
Ziel ist es, den wissenschaftlichen Informationswert von Menhiren gegen spekulative oder esoterische Interpretationen abzugrenzen und ein sachliches Bild dieser Kulturdenkmäler zu zeichnen.
Der Autor stützt sich auf archäologische Quellen, historische Berichte sowie Ergebnisse der experimentellen Archäologie, um Hypothesen über den Bau und die Nutzung der Steine zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in technische Analysen zur Steinbearbeitung und zum Transport, die kulturhistorische Bedeutung im Rahmen von Religion und Brauchtum sowie die künstlerische Rezeption durch die Jahrhunderte.
Begriffe wie Megalithkultur, archäologische Bestandsaufnahme, prähistorische Bautechnik und die Abgrenzung von Wissenschaft und Esoterik stehen im Zentrum.
Das Werk beschreibt detailliert, wie die Kirche heidnische Kultsteine durch das Aufsetzen von Kreuzen oder das Eingravieren christlicher Symbole in den eigenen Kontext zu integrieren versuchte.
Obwohl wissenschaftlich ungenau, dienen sie laut Autor als "erster Zugang" für Laien und Jugendliche zum Thema Altertum und Megalithen.
Er betrachtet diese esoterischen Ansätze kritisch und weist darauf hin, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Erdstrahlung und der Platzierung prähistorischer Denkmäler wissenschaftlich nicht belegbar ist.
Nein, der Autor betont, dass sie zwar gelegentlich mit Bestattungen verknüpft sind, ihre primäre Funktion jedoch kultisch-religiöser Natur war und nicht zwingend als Grabmal interpretiert werden kann.
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