Diplomarbeit, 2010
75 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
1.1 Relevanz der Internationalisierung und der Wahl der Markteintrittsform
1.2 Forschungsdefizite und Ansätze zu deren Aufarbeitung
1.3 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2. Theoretische Fundierung
2.1 Darstellung der verwendeten Internationalisierungstheorien
2.2 Das „Organizational Learning Model“ von Huber
3. Hypothesenherleitung
3.1 Argumentation zur abhängigen Variable „Markteintrittsform“
3.2 Direkte Effekte auf die Wahl der Markteintrittsform
3.2.1 Vorherige internationale Erfahrung
3.2.2 Imitation
3.2.3 Netzwerk-Lernen
3.2.4 Vorherige Marktanalysen
3.3 Moderierende Effekte der „internationalen Wachstumsorientierung“
3.4 Kontrollierte Effekte
4. Methodik
4.1 Empirische Datengrundlage
4.2 Operationalisierung und Validierung der Variablen
4.2.1 Abhängige Variable
4.2.2 Prädiktorvariablen
4.2.3 Moderatorvariable
4.2.4 Kontrollvariablen
4.3 Statistische Methode
5. Prüfung der Modellprämissen und empirische Ergebnisse
5.1 Prüfung auf Multikollinearität
5.2 Analyse der Modellgüte
5.3 Empirische Ergebnisse der ordinalen logistischen Regression
6. Zusammenfassung und Würdigung der Ergebnisse
7. Limitationen und Empfehlungen für Forschung und Praxis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Formen des Wissenserwerbs von Technologieunternehmen auf deren Wahl der ersten internationalen Markteintrittsform. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die internationale Wachstumsorientierung des Managements diese Beziehung moderiert und warum junge Unternehmen häufig von sequenziellen Internationalisierungsprozessen abweichen.
3.2.1 Vorherige internationale Erfahrung
International erfahrene Unternehmensgründer stellen oftmals die treibende Kraft im Internationalisierungsprozess dar, weil sie bereits früh globale Strategien verfolgen (vgl. Bloodgood, Sapienza & Almeida, 1996: 61; Holtbrügge & Enßlinger, 2005: 27; Oviatt & McDougall, 1995: 35 / 2005: 542; Reuber & Fischer, 1997: 807, Schwens & Kabst, 2009a: 6 f.). Die vorherige internationale Erfahrung der Gründer ist vor allem für junge Unternehmen von hoher Bedeutung, weil sie als Substitut für das nicht vorhandene organisationale Erfahrungswissen dient (vgl. Burgel & Murray, 2000: 39). Fischer und Reuber (2003: 79 f.) stellen in diesem Zusammenhang fest, dass Unternehmensgründer mit vorheriger internationaler Erfahrung im Gegensatz zu Gründern ohne eine solche ein hohes Maß an Wissen und Fähigkeiten bezüglich des Managements von internationalisierenden Unternehmen besitzen. So sind sie sensibilisierter für internationale Wachstumsstrategien, erkennen Marktpotentiale früher, können Unsicherheiten besser reduzieren und gehen proaktiver bei der Internationalisierung ihrer Unternehmen vor (vgl. Fischer & Reuber, 2003: 72 ff.; Kabst, 2004: 59; Oviatt & McDougall, 2005: 542; McDougall et al., 2003: 75 f.; Schwens & Kabst, 2009a: 6 f.). In Übereinstimmung mit Burgel und Murray (2000: 39) und weiteren Autoren wird demzufolge davon ausgegangen, dass die internationale Erfahrung der Unternehmensgründer zur Implementierung von komplexeren Markteintrittsformen mit höherem Ressourcen-Commitment führt
1. Einführung: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz der Internationalisierung für deutsche Technologieunternehmen und identifiziert Forschungslücken hinsichtlich der Wahl der Markteintrittsform.
2. Theoretische Fundierung: Hier werden die Prozesstheorie der Internationalisierung und das Organizational Learning Model als theoretisches Gerüst für die Untersuchung herangezogen.
3. Hypothesenherleitung: In diesem Teil werden vier Hypothesen zu direkten Effekten sowie vier zu moderierenden Effekten auf die Markteintrittsform logisch abgeleitet.
4. Methodik: Das Kapitel beschreibt die empirische Datengrundlage der 197 untersuchten Technologieunternehmen und begründet die Anwendung ordinaler logistischer Regressionen.
5. Prüfung der Modellprämissen und empirische Ergebnisse: Dieses Kapitel prüft die statistische Modellgüte und präsentiert die Ergebnisse der Regressionsanalysen zu den aufgestellten Hypothesen.
6. Zusammenfassung und Würdigung der Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Hypothesentests zusammengeführt und kritisch diskutiert, insbesondere im Hinblick auf das Verhalten junger Technologieunternehmen.
7. Limitationen und Empfehlungen für Forschung und Praxis: Das abschließende Kapitel benennt Einschränkungen der vorliegenden Studie und gibt Handlungsempfehlungen für das Management und zukünftige Forschungsansätze.
Internationalisierung, Markteintrittsform, Technologieunternehmen, Ressourcen-Commitment, Wissenserwerb, Internationale Erfahrung, Imitation, Netzwerk-Lernen, Marktanalysen, Wachstumsorientierung, Ordinale logistische Regression, KMU, Born Globals, Liability of foreignness, Innovationsmanagement.
Die Arbeit untersucht, wie deutsche Technologieunternehmen bei ihrer ersten Internationalisierung ihre Markteintrittsform wählen und welche Faktoren des Wissenserwerbs diesen Prozess beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf der internationalen Unternehmensführung, dem Wissensmanagement im Internationalisierungsprozess sowie der strategischen Entscheidung für spezifische Markteintrittsformen.
Das Ziel ist die empirische Analyse, ob verschiedene Formen des Wissenserwerbs die Wahl einer Markteintrittsform mit hohem Ressourcen-Commitment positiv beeinflussen und wie die internationale Wachstumsorientierung dabei als Moderator wirkt.
Der Autor verwendet eine quantitative empirische Analyse auf Basis von Fragebogendaten von 197 Unternehmen, die mittels ordinaler logistischer Regression statistisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil umfasst die Herleitung der Hypothesen aus existierenden Theorien, die detaillierte Beschreibung der Methodik und Datenerhebung sowie die ausführliche Prüfung und Interpretation der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Internationalisierung, Markteintrittsform, Wissenserwerb, Technologieunternehmen und Wachstumsorientierung definieren.
Obwohl die Theorie einen positiven Zusammenhang zwischen Imitation und Markteintrittsform vermutete, zeigte die Empirie einen negativen Einfluss, was darauf hindeutet, dass imitierende Unternehmen eher risikoarme Wege wie den Export wählen.
Die Wachstumsorientierung verstärkt signifikant den positiven Einfluss von vorheriger internationaler Erfahrung und Marktanalysen auf die Wahl einer Markteintrittsform mit hohem Ressourcen-Commitment.
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