Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,0
1. Die graphische Sammlung der Universitätsbibliothek Erlangen
2. Fünf niederländische Graphiken aus der Erlanger Sammlung
2.1. Technische Untersuchung der Reihe A (Graphiken AK 2356 – 2358)
2.2. Technische Untersuchung der Reihe B (Graphiken AK 2359 – 2360)
2.3. Technischer Vergleich der fünf Graphiken untereinander
3. Bildbeschreibungen
3.1. Reihe A (Graphiken AK 2356 – 2358)
3.2. Reihe B (Graphiken AK 2359 – 2360)
3.3. Mimesis versus Symbolik
4. Historischer Hintergrund - zur politischen, ökonomischen und religiösen Ausrichtung der Niederlande des 17. Jahrhunderts
5. Die fünf Graphiken in der Tradition der niederländischen Seestücke
5.1. Die Gattung der niederländischen Seestücke
5.2. Vergleich der Motivik der fünf Graphiken mit anderen niederländischen Seestücken des 17. Jahrhunderts
6. Druckgraphik - Mehrfarbendruck Johann Teylers
6.1. Kupferstich
6.2. Der Mehrfarbendruck Johann Teylers
7. Die Zuschreibung an Johann Teyler
8. Der Weg der Kupferstiche Teylers in die Sammlung nach Ansbach
9. Abschließende Betrachtungen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, fünf in der Erlanger Universitätsbibliothek befindliche niederländische Kupferstiche aus dem 17. Jahrhundert technisch und motivisch zu untersuchen, um sie in die Tradition der Seestücke einzuordnen und ihre Zuschreibung sowie Provenienz zu klären.
3.1. Reihe A (Graphiken AK 2356 – 2358)
Zunächst muss angemerkt werden, dass die nachfolgende Bildbeschreibung auf alle drei Blätter der Reihe A zutrifft, da das Motiv auf allen drei Blättern von einer Platte stammt. Genauso verhält es sich auch bezüglich der Bildbeschreibung der Reihe B im nachfolgenden Kapitel.
Dem Betrachtenden eröffnet sich eine Überschau mit weiträumig verteilten Schiffen auf stiller See. Die Barken und großen Handelsschiffe auf dem Wasser ordnen sich in verschiedenen Blickachsen an, über ihnen beginnt am Horizont die Himmelszone mit Kumuluswolken. Prominent im Vordergrund linker Hand ankert ein kleiner Lastenkahn. Von diesem aus wird der Blick weiter auf die rechte Seite in den Mittelgrund zu einem großen Handelsschiff geführt, welches von zwei Booten ohne Mast und Segel, sogenannten Barken, umfahren wird. Der verblassende Hintergrund wird, durch schemenhaft am Horizont sichtbare Yachten, fein strukturiert. Auch wenn keine Eindeutigkeit über die Situation herrscht, da nicht deutlich wird, ob die Schiffe kommen oder gehen, ist anzunehmen, dass eine Hafeneinfahrt thematisiert wird, denn die vordersten Schiffe haben bereits geankert und reges Treiben herrscht auf ihnen und um sie herum. Typische Elemente wie das Ufer oder die Silhouette einer Stadt fehlen. Die niedrige Horizontlinie eröffnet den Blick in den wolkenbehangenen Himmel. Die friedliche Stimmung auf der Weite des Wassers kontrastiert mit diesem gewittrigen Wolkenvorhang.
1. Die graphische Sammlung der Universitätsbibliothek Erlangen: Diese Einleitung stellt die Herkunft und Zusammensetzung der Sammlung sowie die spezifischen fünf zu untersuchenden Stiche vor.
2. Fünf niederländische Graphiken aus der Erlanger Sammlung: Hier erfolgt die detaillierte technische Analyse der zwei Reihen (A und B) inklusive Materialuntersuchung und ein Vergleich der Blätter untereinander.
3. Bildbeschreibungen: Dieses Kapitel widmet sich der inhaltlichen und stilistischen Analyse der dargestellten Szenen sowie der Frage nach Mimesis und Symbolik.
4. Historischer Hintergrund - zur politischen, ökonomischen und religiösen Ausrichtung der Niederlande des 17. Jahrhunderts: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, der die Entstehung dieser Seestücke und das Selbstverständnis der Niederlande maßgeblich prägte.
5. Die fünf Graphiken in der Tradition der niederländischen Seestücke: Dieses Kapitel bettet die untersuchten Stiche in die Gattung der Seestücke ein und vergleicht sie mit zeitgenössischen Beispielen.
6. Druckgraphik - Mehrfarbendruck Johann Teylers: Der Fokus liegt auf der Erläuterung der angewandten Technik des Kupferstichs und der innovativen Methode des Mehrfarbendrucks durch Teyler.
7. Die Zuschreibung an Johann Teyler: In diesem Kapitel wird die Autorenschaft Johann Teylers kritisch anhand der technischen Qualität und historischer Belege diskutiert.
8. Der Weg der Kupferstiche Teylers in die Sammlung nach Ansbach: Hier wird versucht, die Provenienz der Graphiken und deren Transfer in die markgräfliche Sammlung zu rekonstruieren.
9. Abschließende Betrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse zur Technik, Zuschreibung und historischen Einordnung der fünf Seestücke.
Johann Teyler, Kupferstich, Seestück, Niederlande, 17. Jahrhundert, Mehrfarbendruck, à la poupée, Erlanger Universitätsbibliothek, Wasserzeichen, Maritime Malerei, Provenienz, Kunstgeschichte, Drucktechnik, Historischer Kontext, Barock
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Untersuchung von fünf niederländischen Kupferstichen aus dem 17. Jahrhundert, die sich im Bestand der Universitätsbibliothek Erlangen befinden.
Die Themen umfassen die technische Materialanalyse, die ikonographische Bildbeschreibung, die kunsthistorische Einordnung in die Tradition der niederländischen Seestücke sowie die Klärung der Zuschreibung und Provenienz.
Das Hauptziel ist es, die fünf Grafiken technisch und motivisch zu analysieren, um sie historisch zu verorten und die Hypothese einer Zuschreibung an die Werkstatt von Johann Teyler zu prüfen.
Die Arbeit nutzt beschreibende, vergleichende und analysierende Methoden, insbesondere die technische Untersuchung der Drucktechnik (à la poupée) und der Wasserzeichen zur Datierung.
Der Hauptteil gliedert sich in technische Analysen der zwei Blatt-Reihen, ausführliche Bildbeschreibungen, eine Einbettung in den politisch-ökonomischen Kontext des 17. Jahrhunderts sowie eine technische Abhandlung zum Mehrfarbendruck.
Wichtige Begriffe sind Johann Teyler, Kupferstich, Seestück, Mehrfarbendruck, Niederlande, 17. Jahrhundert, Provenienzforschung und maritime Kunst.
Die Wasserzeichen dienen als wichtiges Indiz für die zeitliche Einordnung und ermöglichen eine Datierung der Blätter auf etwa das Jahr 1680.
Die Reihen zeigen Unterschiede in der Papierqualität, der Handhabung des Zuschnitts, der Strichführung und der Farbintensität, was auf verschiedene Arbeitsvorgänge oder Stecher innerhalb der Werkstatt hindeuten könnte.
Die Zuschreibung ist aufgrund fehlender Signaturen und der Verwendung von Personal in der Werkstatt Teylers schwierig, lässt sich jedoch durch die einzigartige technische Qualität der Drucke begründen.
Die Seestücke spiegeln das Selbstverständnis der Niederlande als aufstrebende Handelsmacht wider, wobei die Schiffe als Symbole für wirtschaftlichen Wohlstand und nationale Identität fungieren.
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