Forschungsarbeit, 2007
36 Seiten, Note: 2,0
1. EXPOSITION UND FRAGESTELLUNG
A) VERFASSUNGSRECHTLICHE GRUNDLAGEN
B) AUSGANGSLAGE
C) WARUM UNTERSCHLEIßHEIM?
D) INHALTLICHER AUFBAU
E) ZIELSETZUNG
F) METHODOLOGIE
2. DIE AKTEURE UND IHRE STANDPUNKTE
A) HISTORISCHER ABRISS
B) CHRISTLICH-SOZIALE UNION
C) „BÜRGERINITIATIVE BAHN IM TUNNEL – ECHING, NEUFAHRN, OBERSCHLEIßHEIM, UNTERSCHLEIßHEIM E. V.“ UND IHRE UNTERSTÜTZER
3. VOR DEM BÜRGERENTSCHEID
A) EINTEILUNG DER STIMMBEZIRKE
B) BÜRGERINFORMATION DER CSU
C) BÜRGERINFORMATION DER BIT
4. ERGEBNIS DER ABSTIMMUNG
A) STIMMBEZIRK 1 – NACHBARSCHAFTSHILFE
B) STIMMBEZIRK 2 – ABWASSERZWECKVERBAND
C) STIMMBEZIRK 3 – TURNHALLE LOHHOF
D) STIMMBEZIRK 4 – JUGENDSAAL LOHHOF
E) STIMMBEZIRK 5 – REALSCHULE
F) STIMMBEZIRK 6 – REALSCHULE
G) STIMMBEZIRK 7 – NEUES FEUERWEHRHAUS
H) STIMMBEZIRK 8 – MEHRZWECKRAUM WEIHER
I) STIMMBEZIRK 9 – VOLKSSCHULE LOHHOF
J) STIMMBEZIRK 10 – VOLKSSCHULE LOHHOF
K) STIMMBEZIRK 11 – RATHAUS
L) STIMMBEZIRK 12 – RATHAUS
M) BRIEFWAHL 1
N) BRIEFWAHL 2
5. MEDIALE REZEPTION DES ABSTIMMUNGSERGEBNISSES
A) REZEPTION IN DER SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG
B) REZEPTION IM MÜNCHNER MERKUR
C) REZEPTION IM UNTERSCHLEIßHEIMER (AUSGABE III/97)
6. FINANZIERUNG
7. DER ZWEITE BÜRGERENTSCHEID
8. SCHLUSSBEMERKUNGEN
A) GRUNDSÄTZLICHE ÜBERLEGUNGEN
B) INHALTLICH-ARGUMENTATIVE BEWERTUNG
C) ABSTIMMUNGSERGEBNIS SOWIE KURZ- UND LANGFRISTIGE FOLGEN
Die Arbeit untersucht das Bürgerbegehren und den daraus resultierenden Bürgerentscheid in der Gemeinde Unterschleißheim vom 22.06.1997, bei dem über den Bau einer Straßenunterführung an einem Bahnübergang abgestimmt wurde. Ziel ist es, die politikwissenschaftliche Forschungslücke im Bereich direktdemokratischer Partizipation zu verkleinern und die Argumentationslinien der Hauptakteure (CSU und Bürgerinitiative BIT) objektiv abzuwägen.
b) Christlich-Soziale Union
Wie bereits erwähnt hielt die CSU am Vorhaben der Straßenunterführung von 1978 fest. Sie führte einige Argumente an, doch im Vordergrund stand vor allem jenes der kostengünstigen Durchführung. Von den Gesamtkosten i.H.v. ca. 11,2 Mio. DM wären „nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz (...) von der Gemeinde ein Drittel der Gesamtkosten, ca. 3,6 Mio., zu tragen, den Rest teilen sich die Bahn und der Bund“ (DU I/97: 13). Der Teil, den die Gemeinde zu tragen hatte, war wiederum „bezuschussungsfähig durch ca. 60% GVFG-Mittel“, was die Kosten der Gemeinde auf 1,5 Mio. DM absenken würde (DU I/97: 1). Von diesem Betrag seien „bereits 433000 DM durch Grunderwerb erbracht, wodurch noch 1,07 Mio. DM verbleiben“ (DU I/97: 1). Hierbei sind bereits fixe Personal- und Verwaltungskosten i.H.v. 447.000,- DM enthalten (vgl. DU I/97: 13). Faktisch würden somit auf die Gemeinde zusätzliche Kosten i.H.v. 600.000,- DM zukommen (vgl. DU I/97: 1). Laut Herrn Utz wäre die Gemeinde Unterschleißheim in der Lage gewesen, die anfallenden Kosten aus ihrem Vermögens-Haushalt zu bestreiten.
Als weiteres Argument für die Straßenunterführung wird die „Beseitigung des Sicherheitsrisikos“ angeführt (DU I/97: 13). Dieses Argument hat jedoch gleich dreifache Bedeutung. Zum Ersten stellt der schienengleiche Bahnübergang einen „unübersichtliche[n] Knotenpunkt“, also „für die schwächsten Verkehrsteilnehmer, nämlich die Fußgänger und Radfahrer“, ein besonderes Gefahrenpotenzial dar (DU I/97: 13). Zum Zweiten birgt ein beschrankter Bahnübergang immer eine latente Gefahr, sollten die Schranken einmal versagen und sich nicht senken, obwohl ein Schienenfahrzeug kommt (vgl. DU I/97: 13). Das dritte Sicherheitsrisiko stellt die Schranke und der damit verbundene Zeitverlust für Rettungsfahrzeuge dar, „die derzeit wegen der nahezu dauernd geschlossene Schranke über die Le Crés-Brücke fahren müssen“ (sic!) (DU I/97: 13).
1. EXPOSITION UND FRAGESTELLUNG: Einführung in das Thema des Bürgerbegehrens in Unterschleißheim inklusive der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen und der methodischen Vorgehensweise.
2. DIE AKTEURE UND IHRE STANDPUNKTE: Darstellung der Argumentationslinien von CSU und der Bürgerinitiative BIT sowie ein historischer Abriss des geplanten Bauprojekts.
3. VOR DEM BÜRGERENTSCHEID: Beschreibung des formalen Prozesses des Bürgerbegehrens sowie der Aktivitäten der Akteure während des Abstimmungskampfes.
4. ERGEBNIS DER ABSTIMMUNG: Detaillierte Analyse der Ergebnisse unter Berücksichtigung der einzelnen Stimmbezirke und der Briefwahl.
5. MEDIALE REZEPTION DES ABSTIMMUNGSERGEBNISSES: Untersuchung der Berichterstattung und Reaktionen in der lokalen und regionalen Presse.
6. FINANZIERUNG: Analyse der Kosten für die Gemeinde sowie der Aufbringung der Mittel durch die Bürgerinitiative.
7. DER ZWEITE BÜRGERENTSCHEID: Dokumentation des nachfolgenden Bürgerentscheids von 1998 und dessen Kontext.
8. SCHLUSSBEMERKUNGEN: Kritische Reflexion der Ergebnisse, der politischen Instrumente und der langfristigen Auswirkungen des Bürgerentscheids.
Bürgerbegehren, Bürgerentscheid, Unterschleißheim, Straßenunterführung, Bahnübergang, CSU, Bürgerinitiative, Kommunalpolitik, Direkte Demokratie, Finanzierung, Verkehrsplanung, Wahlergebnis, Partizipation, Sicherheitsrisiko, Infrastruktur.
Die Arbeit analysiert das Bürgerbegehren und den anschließenden Bürgerentscheid in der Gemeinde Unterschleißheim im Jahr 1997, bei dem es um die verkehrstechnische Neugestaltung eines schienengleichen Bahnübergangs ging.
Im Zentrum stehen die Argumentationsstrategien der politischen Akteure (CSU vs. Bürgerinitiative), die finanzielle Belastung für die Gemeinde sowie die direkte Partizipation der Bürger an kommunalen Infrastrukturprojekten.
Das Ziel ist es, einen Beitrag zur Schließung der Forschungslücke über direktdemokratische Prozesse auf kommunaler Ebene in Bayern zu leisten und die Argumente der Beteiligten sachlich gegenüberzustellen.
Die Methodik basiert maßgeblich auf einer Feldanalyse durch persönliche Interviews mit maßgeblichen Akteuren, ergänzt durch eine Auswertung von Netzpräsenzen und Archivmaterial.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure, eine detaillierte Analyse der Wahlvorbereitungen und -ergebnisse sowie die mediale Rezeption und die finanzielle Ausgestaltung des Projekts.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie "Direkte Demokratie", "Bürgerbegehren", "Kommunalpolitik" und "Infrastrukturplanung" gekennzeichnet.
Die CSU musste gegen das von ihr favorisierte Projekt der Straßenunterführung eine klare Niederlage hinnehmen, da die Mehrheit der Abstimmenden sich für die Position der Bürgerinitiative aussprach.
Die CSU argumentierte mit der kostengünstigeren Straßenunterführung als notwendigem Schritt, während die Bürgerinitiative die höheren Kosten der von ihr bevorzugten Bahnunterführung gegen die langfristigen städtebaulichen Vorteile aufwog.
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