Magisterarbeit, 2006
94 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1.2 Überblick über das sowjetische Flugwesen
2 Die Aeroflot von 1956 bis 1975
2.1 Ausgangssituation: Die Entwicklung der zivilen Luftfahrt in der Nachkriegszeit bis 1956
2.2 Vom XX. Parteitag bis zum Ende des Siebenjahresplans
2.3 Vom Ende des Siebenjahresplans bis zur Mitte der 1970er Jahre
2.4 Die Einbindung der Aeroflot in die Volkswirtschaft der UdSSR
3 Die Organisation der zivilen Luftfahrt der UdSSR
4 Die Luftfahrtindustrie
5 Die Konstruktionsbüros und ihre Konstrukteure
5.1 Die Konstruktionsbüros
5.2 Die Konstrukteure
5.2.1 Andrej Nikolajevi Tupolev (ANT, Tu)
5.2.2 Sergej Vladimirovi Iljušin (Il)
5.2.3 Oleg Konstantinovi Antonov (An)
6 Die Rolle der Aeroflot in ihren speziellen Einsatzbereichen
6.1 Aviarktika
6.2 BAM (Baikal-Amur-Magistrale)
6.3 Landwirtschaftsflüge
6.4 Sonstige Einsatzgebiete der Aeroflot
7 Kapitel Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der zivilen Luftfahrt in der Sowjetunion während ihrer intensivsten Wachstumsphase zwischen 1956 und 1975. Dabei wird analysiert, welche politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen es der Aeroflot ermöglichten, zur weltweit größten Luftfahrtgesellschaft aufzusteigen, und inwiefern diese Entwicklung als Erfolgsgeschichte betrachtet werden kann.
2 Die Aeroflot von 1956 bis 1975
Zu Beginn dieses Kapitels soll eine kleine Anekdote stehen, welche sich folgendermaßen zugetragen hat: „The story goes that, at a small community far from direct authority, a pilot had to stop over for a weekend, having arrived with the mail and other contents on the Friday. The local populace, fishermen all, persuaded him to make an unscheduled flight to a local river which was reputed to be gushing fish. Fourteen good men and true piled on the 12-seat aircraft, together with complete fishing gear, and enough provisions to last a week. The augmented load was too much for even such a willing horse as the An-2. It managed to get off the ground, but only just. The pilot, realizing that he was not going to make it, switched off the engine, to avoid a fire, if it crash-landed. And crash-land did it, ignominiously, distributing pieces of aircraft around the field. The assembled company fled. Came the dawn the next day, and the local constabulary investigated the tangled remains. Strangely, nobody in the whole community had the slightest knowledge of the incident, and the official report, in essence, decided that this was an unsolved mystery. Some dastardly vandals from foreign parts, perhaps.”25. Als erstes fällt der unverantwortliche Umgang des Piloten mit seiner An-2 auf. Interessanter ist jedoch die Erkenntnis, dass planmäßige Flüge, demzufolge auch planmäßige Routen, existierten, die selbst die entlegensten Siedlungen der Sowjetunion mit Post und Fracht versorgten. Das Flugzeug gehörte zum Alltag der sowjetischen Menschen.
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Vernachlässigung technischer Aspekte in der bisherigen Forschung und definiert das Ziel der Arbeit: die Analyse der Wachstumsphase der sowjetischen zivilen Luftfahrt zwischen 1956 und 1975.
2 Die Aeroflot von 1956 bis 1975: Dieses Kapitel zeichnet den rasanten Ausbau des Streckennetzes sowie den Übergang zum Massenluftverkehr und zur Strahlenflugzeug-Ära nach.
3 Die Organisation der zivilen Luftfahrt der UdSSR: Es werden die zentralistischen Verwaltungsstrukturen und die politische Einbettung der Luftfahrtverwaltung unter dem Ministerium für zivile Luftfahrt beleuchtet.
4 Die Luftfahrtindustrie: Der Fokus liegt auf der Verzahnung von Forschungsinstituten, Konstruktionsbüros und Produktionsbetrieben zur Serienfertigung ziviler und militärischer Flugzeugtypen.
5 Die Konstruktionsbüros und ihre Konstrukteure: Dieses Kapitel porträtiert die führenden Köpfe wie Tupolev, Iljušin und Antonov und erklärt die Arbeitsweise der OKBs innerhalb des sowjetischen Systems.
6 Die Rolle der Aeroflot in ihren speziellen Einsatzbereichen: Es wird dargelegt, wie die Aeroflot durch Agrarflüge, Arktis-Versorgung und Unterstützung beim Bau der BAM zur Stütze der Volkswirtschaft wurde.
7 Kapitel Schluss: Im Fazit wird diskutiert, ob die Entwicklung der Aeroflot zwischen 1956 und 1975 trotz der Schwächen in der Spätphase als „Erfolgsstory“ bewertet werden kann.
Aeroflot, Sowjetunion, Zivilluftfahrt, Luftfahrtindustrie, Konstruktionsbüros, OKB, Tupolev, Iljušin, Antonov, An-2, Tu-104, Luftverkehr, Volkswirtschaft, Siebenjahresplan, Strahlenflugverkehr
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der zivilen Luftfahrt der UdSSR im Zeitraum von 1956 bis 1975, einer Phase, in der die Aeroflot zur größten Luftfahrtgesellschaft der Welt aufstieg.
Die Themen umfassen die organisatorischen Strukturen, die industrielle Basis (Konstruktionsbüros), die technologische Entwicklung und die Integration des Luftverkehrs in die sowjetische Volkswirtschaft.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Bedingungen zu ergründen, die das enorme Wachstum der Aeroflot ermöglichten, und zu prüfen, ob es sich um eine sowjetische Erfolgsgeschichte handelt.
Die Autorin nutzt eine Analyse der Fachliteratur, historischer Dokumente, Statistiken sowie Biografien führender Konstrukteure, um die historische Entwicklung in einen sozioökonomischen Kontext zu setzen.
Der Hauptteil analysiert die Phasen der Aeroflot-Entwicklung, die administrative Organisation, die Rolle der Flugzeugkonstrukteure und spezifische Einsatzgebiete wie Landwirtschaft und Fernverkehr.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Aeroflot, Konstruktionsbüros, Wirtschaftsplanung, Strahlenflugverkehr und technischer Fortschritt definiert.
Die spezialisierten Konstruktionsbüros fungierten als Versuchszentren, die in enger Abstimmung mit den Produktionsbetrieben neue Flugzeugtypen von der Zeichnung bis zur Serienreife brachten.
Das Flugzeug An-2 erlaubte eine massive Effizienzsteigerung bei der Kulturbesprühung und Düngung und stellte ein zentrales Instrument der landwirtschaftlichen Mechanisierung und Industrialisierung dar.
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