Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 2,0
VORWORT
1. ANNAHMEN, FRAGESTELLUNGEN
1.1 Die Schule als Institution
1.2 Die Funktionen der Schule
1.3 Die Bildungsziele der Schulen
1.4 Eingrenzungen
2. DIE BILDUNGSZIELE DER LANDESVERFASSUNGEN
2.1 Bildungsziele in der bayerischen Verfassung
2.2 Die Bildungsziele in der Landesverfassung NRW
2.3 Vergleich
3. SELEKTION
3.1 Grundannahmen
3.2 Ein geschichtlicher Überblick
3.2.1 Der Deutsche Ausschuss
3.2.2 Die große Reform
3.2.3 Restauration oder neue Diskussionsgrundlagen
3.2.4 Reaktionen auf PISA
3.3. Zur Chancengleichheit und Selektion
3.3.1 Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit
3.3.2 Chancenverteilung durch Bildung?
3.3.3 Chancengleichheit und Konkurrenz
3.3.4 Passung und Chancengleichheit
3.3.5 Selektion und Chancengleichheit als kulturelles Problem
3.3.6 Habitus und Schulbildung
3.4 Schule als Prüfungsinstanz?
3.4.1 Kritk der Abstimmung Bildungsystem und Arbeitsmarkt
4. QUALIFIKATION
4.1 Ein geschichtlicher Überblick
4.1.1 Allgemeinbildung oder allgemeine Grundbildung
4.1.2 Gemeinsame Grundbildung als Methodenkenntnis
4.1.3 Die Fortentwicklung der Schulreform
4.1.4 Allgemeine Bildung und Beschäftigungsrelevanz der Bildung
4.2 Konkurrenz der Bildungsdefinitionen
4.2.1 Über den Kanon der Allgemeinbildung
4.2.2 Der „verwässerte“ Fächerkanon
4.2.3 Zur Wissenschaftspropädeutik der Bildung
4.3 Bildung und Bewertung
4.3.1 Qualität und Allgemeinbildung
4.3.2 Bildungsstandarts
4.3.3 Kompetenz - ein streitbarer Begriff?
4.3.4 Realisierung der Standarts
4.3.5 Alternative Kompetenzmodelle
4.4 Von der Allgemeinbildung zur Persönlichkeitsbildung
4.4.1 Zur Ideologiekritik
4.4.2 Unterschiedliche Formen der Individualisierung
5 ERZIEHUNG
5.1 Erziehung als Bildung der Persönlichkeit
5.1.1 Pragmatismus und Humanismus
5.1.2 Emanzipation
5.1.3 Forum „Mut zur Erziehung“
5.1.4 Erziehung und Emanzipation
5.1.5 Erziehung und Wirtschaft
5.2 Was sind Werte?
5.2.1 Wertewandel und Pluralismus
5.2.2 Der Begriff des Wertes als Interpretation einer Metatheorie
5.3 Realisierung
5.3.1 Überfachliche Qualifikationen
5.3.1.1 Religion
5.3.1.2 Zur politischen Erziehung
5.3.1.3 Der Wirtschaftsbürger
5.4 Außerschulische Aktivitäten
5.5 Über den versteckten Lehrplan
5.6 Die Bedeutung von Vergleichsstudien
5.7 Erziehung als Abbild wissenschaftlicher und politischer Menschenbilder
6. ZU DEN VERSCHIEDENEN LEITBILDERN
6.1 Philosophische Grundannahmen der Pädagogik
6.2 Soziologie und Pädagogik
6.3 Qualität und Effizienz
6.4 Reaktionen der Bildungspolitik auf die verschiedenen Metatheorien
Die Arbeit untersucht die Bildungsziele des Gymnasiums in Deutschland unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Leitbilder. Das primäre Ziel ist es, die historische und aktuelle Entwicklung der Bildungsziele zu analysieren und zu hinterfragen, inwiefern diese durch politische Einflüsse, soziologische Theorien oder wirtschaftliche Anforderungen bestimmt werden.
3.4 Schule als Prüfungsinstanz?
Sowohl Beck (der sich im Unterschied zu Bourdieu nicht des Verdachtes aussetzt Marxist zu sein) als auch Bourdieu, sehen zwischen Bildungssystem und der mit Blick auf den Arbeitsmarkt betriebenen Selektion nur eine lose Kopplung zur Verteilung im Arbeitsmarkt. Vielmehr sehen sie die Bildungstitel als formale Qualifikationen, welche zu nichts berechtigen. Lebenschancen werden nicht im Bildungssystem vergeben, sondern durch „feudalisierte“ Verfahren, oder durch sozialen Habitus. Schule wäre demnach nur von geringer gesellschaftlicher Bedeutung.
Vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen kann man in den Industrieländern eine Gegenbewegung zu institutionalisierter Schulpflicht erleben. Dazu gehört zum Beispiel das home schooling der USA, das seine Popularität nicht allein Individualitätsbestrebungen verdankt, sondern auch mitunter gesellschaftskritische (oder religiöse) Motive beinhaltet. Hier wird Schule in der Tat bedeutungslos und muss seine Bedeutung für die Gesellschaft eventuell als reine Prüfungsinstanz reinterpretieren.
1. ANNAHMEN, FRAGESTELLUNGEN: Einführung in die institutionelle Rolle der Schule sowie deren Funktionen und allgemeine Zielsetzungen innerhalb des deutschen Bildungskontextes.
2. DIE BILDUNGSZIELE DER LANDESVERFASSUNGEN: Vergleich der spezifischen Erziehungs- und Bildungsziele in den Verfassungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen.
3. SELEKTION: Analyse der historischen Entwicklung und Problematik der schulischen Selektion, ihrer theoretischen Begründungen sowie der Auswirkungen auf die Chancengleichheit.
4. QUALIFIKATION: Untersuchung des Begriffs der Allgemeinbildung und der Konkurrenz verschiedener Bildungsdefinitionen sowie deren Bewertung und Realisierung.
5 ERZIEHUNG: Abhandlung der erzieherischen Funktion der Schule bei der Persönlichkeitsbildung, der Vermittlung von Werten und der Auseinandersetzung mit politischen und wirtschaftlichen Leitbildern.
6. ZU DEN VERSCHIEDENEN LEITBILDERN: Reflexion über die philosophischen, soziologischen und bildungspolitischen Grundlagen, die den verschiedenen Leitbildern des Gymnasiums zugrunde liegen.
Bildungsziele, Gymnasium, Selektion, Chancengleichheit, Allgemeinbildung, Schulfunktionen, Werterziehung, Persönlichkeitsbildung, Kompetenzen, Bildungsstandards, PISA-Studie, Bildungspolitik, Qualifikation, Bildungsmarkt, Sozialisation.
Die Arbeit befasst sich mit den Bildungszielen des Gymnasiums in Deutschland und wie diese durch gesellschaftliche Leitbilder sowie historische und politische Rahmenbedingungen beeinflusst werden.
Zu den Schwerpunkten gehören das dreigliedrige Schulsystem, die Selektion, die Bedeutung von Allgemeinbildung, Erziehungsziele der Landesverfassungen und der Einfluss ökonomischer Anforderungen auf die Schule.
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung der Bildungsziele und der Leitbilder, die das Gymnasium bestimmen, insbesondere in Bezug auf die Diskrepanz zwischen verfassungsrechtlichen Ansprüchen und der tatsächlichen gesellschaftlichen Realität.
Es handelt sich primär um eine theoretisch-analytische Arbeit, die sich auf historische Betrachtungen, bildungstheoretische Diskurse sowie die Analyse von Gesetzen, Verfassungsartikeln und aktuellen bildungspolitischen Dokumenten stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Selektionsmechanismen, der Qualifikationsfunktion des Gymnasiums und der erzieherischen Arbeit an der Persönlichkeit der Schüler.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bildungsziele, Selektion, Chancengleichheit, Allgemeinbildung, Persönlichkeitsbildung und Wertepluralismus charakterisieren.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Bayern eher an einem spezifischen Kanon und traditionellen Werten festhält, während NRW eine tendenziell offenere Auslegung verfolgt, insbesondere in der Integration von berufsbildenden Elementen.
Die PISA-Studie dient als Ausgangspunkt für die kritische Debatte über Bildungsqualität, Effizienz und die Notwendigkeit, das deutsche Bildungssystem auf neue, kompetenzorientierte Anforderungen umzustellen.
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